Brit-Comedy über die erste Nacktrevue in Großbritannien.

Kinostart: 22.06.2006

Judi  Dench

Judi Dench
als Laura Henderson

Bob Hoskins

Bob Hoskins
als Vivian Van Damm

Kelly Reilly

Kelly Reilly
als Maureen

Will Robert Young
als Bertie

Christopher Guest
als Lord Cromer

Thelma Barlow
als Lady Conway

Die Handlung von Lady Henderson präsentiert

London zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Anlässlich der Beerdigung ihres Mannes kehrt Lady Laura Henderson (Dame Judi Dench) aus dem kolonialen Exil zurück und denkt nicht daran, wie andere brave Oberklasse-Witwen das stattliche Erbe in Kuchen, Kaffeefahrten und Gigolos anzulegen. Stattdessen kauft sie zur allgemeinen Aufregung ein heruntergekommenes Theater im West End, engagiert den Impressario Vivian Van Damm (Bob Hoskins) als Manager und setzt - welch Skandal! - nackte Frauen auf die Tageskarte.

Stephen Frears

Obwohl der Zweite Weltkrieg Großbritannien ins Chaos gestürzt hat, hat Mrs. Henderson einen Plan. Sie ersteht ein heruntergekommenes Theater - und macht daraus eine Weltsensation: Sie sorgt dafür, dass im Windmill Theatre die erste Nacktrevue in Großbritannien über die Bühne geht. Die Show ist ein Erfolg - vor allem beim männlichen Publikum.

Kaum dass Lady Laura Henderson ihren schwerreichen Gatten zu Grabe getragen hat, kauft sie das leer stehende Windmill-Theater im Herzen Sohos. Als Manager heuert sie den jüdischen Impresario Vivian Van Damm an, einen Dickschädel und Streithahn wie sie, der aber zumindest gleich eine zündende Idee mitbringt: flott-freche Musicals rund um die Uhr! Als postwendend alle umliegenden Bühnen sein "Revuedeville"-Konzept kopieren und die Einnahmen drastisch sinken, müssen neue Einfälle her: Wie wär's mit einem Nackt-Variété?

Kritik zu Lady Henderson präsentiert

Judi Dench glänzt als spitzzüngige Chefin des legendären Windmill-Theaters und schockiert das prüde London während des Zweiten Weltkrieges mit einem Nackt-Variété.

Von diskreter Trauer hält Lady H nach dem Tod ihres Mannes nichts. Die muntere Witwe will ihre Ersparnisse aus Indien investieren und sich keinesfalls in der feinen, aber stockkonservativen Gesellschaft langweilen. Kurzentschlossen kauft sie das heruntergewirtschaftete Theater in der Great Windmill Street und entscheidet sich ohne einen blassen Schimmer vom Kulturgeschäft, dem Gemäuer wieder Leben einzuhauchen. Dazu engagiert sie den arbeitslosen Vivian Van Damm, der das Etablissement als Impresario mit flotten Musicals auf Vordermann bringen soll. Die ersten Kritiken sind voll des Lobes, das Publikum begeistert. Bis die Konkurrenz das Erfolgsrezept kopiert und das Geld knapp wird. Für Lady H kein Grund, aufzugeben. Sie entwickelt eine brillante Idee - erstmals stehen in Old England nackte Damen auf der Bühne. Geschickt lässt sie ihre Beziehungen spielen und überzeugt sogar Lord Chamberlain vom künstlerischen Wert der Darstellung. Der Kniff: Die nackten Tänzerinnen dürfen sich nicht bewegen und entsprechen so nackten Skulpturen in Kunstgalerien. Während um den Piccadilly herum Restaurants, Pubs und Theater im Bombenhagel des "Blitz-Krieges" schließen, gehen die Vorführungen im Keller gelegenen Windmill-Theater weiter, ein Treffpunkt vor allem für Soldaten im Heimaturlaub.

Stephen Frears setzt der 1944 gestorbenen Laura Henderson, die ihr Theater Van Damm vermachte, ein Denkmal und fokussiert sich dabei auf die Hass-Liebe zwischen den beiden dickköpfigen Streithähnen, lässt keine noch so kleine Süffisanz aus. Was mehr zählt, Freundschaft oder Businessbeziehung, scheint das Duo selbst nicht zu wissen. Wie Judi Dench mit allen Finessen ihren Partner Bob Hoskins ("very british") aus der Reserve lockt, entpuppt sich als Feuerwerk an trefflichem Witz. Die Geschichte des Windmill-Theaters, Inspiration für das Rita Hayworth-Musical "Tonight And Every Night", ist auch die Geschichte einer Frau, die sich im Künstler-Milieu durchsetzte mit gesundem Menschenverstand, manchmal fast rüdem Charme und dominanter Mütterlichkeit . Der Zweck heiligte eben die Mittel, schließlich hielt der Tanz auf dem Vulkan die Moral der Truppen hoch. Noch Jahrzehnte später schmückte sich die Bühne mit dem Gütesiegel "We never closed". Ein wenig nostalgisch und im besten Sinne altmodisch gibt sich "Lady Henderson präsentiert", aber keineswegs verstaubt. Und das Motto kann nicht moderner sein, "the show must go on". mk.

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Info

Plakat des Films: Lady Henderson präsentiert
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 22.06.2006

Großbritannien 2005

Länge: 1 h 43 min

Genre: Drama

Originaltitel: Mrs. Henderson Presents

Regie: Stephen Frears

Drehbuch: Martin Sherman

Produktion: Norma Heyman, Laurie Borg

Kostüme: Sandy Powell

Kamera: Andrew Dunn

Schnitt: Lucia Zucchetti

Ausstattung: Hugo Luczyc-Wyhowski, Tony Woolard