Maler-Biografie, in der Wahlfranzose Raoul Ruiz mit verschiedenen Zeit- und Wahrnehmungsebenen spielt.

Kinostart: 25.05.2006

John Malkovich

John Malkovich
als Gustav Klimt

Veronica Ferres

Veronica Ferres
als Emilie Fl

Stephen Dillane

Stephen Dillane
als Sekret

Saffron Burrows
als Cl

Sandra Ceccarelli
als Serena Lederer

Nikolai Kinski
als Schiele

Aglaia Szyszkowitz
als Mizzi

Miguel Herz-Kestranek
als Dr. Stein

Paul Hilton
als Herzog Octave

Karl Fischer
als August Lederer

Irina Wanka
als Berta Zuckerkandl

Charlotte Sieglin
als Vally

Joachim Bißmeier
als Hugo Moritz

Peter Appiano
als Carl Moll

Mark Zak
als Hevesi

Alexander Strobele
als Bahr

Denis Petkovic
als Loos

Annemarie Düringer
als Klimt Mutter

Marion Mitterhammer
als Hermine Klimt

Martin Brambach
als Thomas

Verena Mundhenke
als Lili

Ariella Hirshfeld
als Kati

Julie Bräuning
als Lissie

Ina Kopp
als Klimts Tochter

Alexandra Hilverth

Xaver Hutter

Klaus Ofczarek

Stephan Paryla

Die Handlung von Klimt

Anlässlich der Weltausstellung von Paris im Jahr 1900 weilen der österreichische Maler Gustav Klimt (John Malkovich) und seine treue Begleiterin Emilie (Veronica Ferres) in der Stadt und nehmen Ehren und Orden entgegen. Klimt, Schwerenöter vor dem Herren und bereits Vater von siebzehn unehelichen Kindern, verguckt sich bei dieser Gelegenheit in die Tänzerin Cléo de Merode (Saffron Burrows) bzw. eines ihrer Doubles. Eine denkwürdige Affäre entbrennt.

Stars aus aller Herren Länder versammeln sich zum opulenten Historienlichtspiel unter Regie des Chilenen Raoul Ruiz ("The Secret Journey").

Klimt erinnert sich in seinem Sterbebett an sein Leben und und fiebert sich in wilde Träume. 1900 wird er für sein Bild "Philosophie" auf der Pariser Weltausstellung mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Er begegnet Georges Méliès und einer geheimnisvollen Tänzerin in Paris, in Wien ermöglicht ihm seine Muse und Freundin Emilie Kontakte zu Wiens besserer Gesellschaft und er trifft Kollege Egon Schiele.

1918 liegt der weltberühmte Maler Gustav Klimt auf dem Sterbebett. Zahlreiche Affären haben ihn mit der Syphilis geschlagen, doch mit seiner kontroversen erotischen Kunst konnte er sich schon zu Lebzeiten ein Denkmal setzen. In den letzten Jahren seines Lebens ist Klimt mit vielen herausragenden Persönlichkeiten zusammengetroffen, so etwa dem Kinopionier George Méliès, dem Künstlerkollegen Egon Schiele oder einer geheimnisvollen Tänzerin, die ihm den Kopf verdrehte, alles Begegnungen, die sein Leben nachhaltig prägten.

Kritik zu Klimt

Maler-Biografie, in der Wahlfranzose Raoul Ruiz mit verschiedenen Zeit- und Wahrnehmungsebenen

spielt.

Ob Pablo Picasso oder Egon Schiele, Vincent Van Gogh oder Amedeo Modigliani - beinahe jedem berühmten Maler

wurde bereits ein filmisches Denkmal gesetzt. Nun ist Gustav Klimt an der Reihe, faszinierender Mitbegründer der Wiener Sezession, der vor rund 100 Jahren mit seinen goldenen und vor allem erotischen Bildern so viel Empörung wie Begeisterung hervorrief. Jetzt hat sich der in Frankreich lebende Chilene Raoul Ruiz, dem Arthouse-Publikum vor

allem durch seine opulente Proust-Adaption "Die wiedergefundene Zeit" ein Begriff, dessen Leben und Wirken angenommen. Ruiz tut dies nicht in Form

eines linear erzählten Biopics, er vermischt vielmehr Reales mit Traumsequenzen und springt zwischen den Zeitebenen hin und her. Dabei beschränkt er sich auf den Zeitraum zwischen 1900, jenem Jahr, in dem Klimt (grundsolide: John Malkovich) für sein Bild "Philosophie" auf der Pariser

Weltausstellung mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wird, und 1918, als der Sohn eines böhmischen Immigranten stirbt. Die erste Einstellung zeigt denn auch das Sterbebett

von Klimt, der in diesen letzten Stunden sein Dasein Revue passieren lässt, sich im Fieberwahn in wildeste Fantasien hineinsteigert. So trifft er in Paris mit Georges Méliès, einem der Gründerväter des Kinos, zusammen, und auch mit einer geheimnisvollen Tänzerin (betörend: Saffron Burrows), die

ihre wahre Identität nie preisgibt und wohl als Sinnbild für die sexuellen Obsessionen des Malers zu verstehen ist. Ganz im Gegensatz zur bodenständigen Figur der Emilie Flöge (eindimensional: Veronica Ferres), Freundin und Muse, die Klimt zwar Kontakte zu Wiens besserer Gesellschaft verschafft, dem Künstler jedoch nur auf platonischer

Ebene nahe kommt. Schließlich gibt es noch Begegnungen mit Kollegen wie Egon Schiele (schon ähnlich diabolisch wie der Vater: Kinski-Sohn Nikolai) und einem mysteriösen Sekretär (Stephen Dillane), der stets unvermittelt

auftaucht und so etwas wie das borniert-rückschrittliche Beamtentum verkörpert.

Ansprechende (Wiener) Originalschauplätze, erlesen fotografiert von Kamera-Veteran Ricardo Aronowich ("Nachtblende"), und die unkonventionelle Erzählstruktur sind die Pluspunkte der ansonsten klassischen, etwas zäh dahin fließenden Filmbiographie. Zwar müht sich Malkovich, der hier schon zum dritten Mal mit Ruiz zusammenarbeitet, seiner Figur besonderen Glanz zu verleihen, doch

das bleibt ebenso Stückwerk wie Ferres' Versuch, ihrer kleinen, aber wichtigen Rolle Tiefe zu verleihen. Dass man am Ende über Klimt genauso viel oder wenig weiß wie zuvor, fällt nicht mehr ins Gewicht. lasso.

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Info

Plakat des Films: Klimt
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 25.05.2006

Deutschland/Frankreich/Großbritannien/Österreich 2006

Länge: 1 h 38 min

Genre: Drama

Originaltitel: Klimt

Regie: Raoul Ruiz

Drehbuch: Herbert Vesely, Raoul Ruiz

Produktion: Dieter Pochlatko, Arno Ortmair, Matthew Justice, Andreas Schmid

Kostüme: Birgit Hutter

Kamera: Ricardo Aronovich

Schnitt: Valeria Sarmiento

Ausstattung: Rudi Czettel, Katharina Wöppermann

Website: http://www.klimtderfilm.at