Kampfepos von Über-Produzent Jerry Bruckheimer, der für die Artus-Legende ein reales Vorbild und einen Actionansatz findet.

Kinostart: nicht bekannt

Clive Owen

Clive Owen
als King Arthur

Keira Knightley

Keira Knightley
als Guinevere

Ioan Gruffudd

Ioan Gruffudd
als Lancelot

Stephen Dillane
als Merlin

Stellan Skarsgård
als Cedric

Ray Winstone
als Bors

Hugh Dancy
als Galahad

Til Schweiger
als Cynric

Mads Mikkelsen
als Tristan

Ray Stevenson
als Dagonet

Ken Stott
als Marcus Honorius

Charlie Creed-Miles
als Ganis

Joel Edgerton
als Gawain

Sean Gilder
als Jols

Ivano Marescotti
als Bischof Germanius

Lorenzo De Angelis
als Alecto

Pat Kinevane
als Horton

Dawn Bradfield
als Vanora

Handlung

Infolge des Niederganges des Römischen Reiches, einer großen Völkerwanderung und der damit verbundenen Gesetzlosigkeit um 450 n.Chr. verfallen weite Teile Europas der Anarchie. Artus (Clive Owen), genannt Arthur, ist halb Römer und halb Brite - vor allem aber Kommandant der legendären samartischen Reiter, die 15 Jahre lang mit Waffengewalt den Einfluss Roms in Britannien sicherten. Ein letzter Auftrag - bevor Rom die Ritter in die Freiheit zu entlassen verspricht - führt Arthur nach langem Zweifeln zu seiner wahren Bestimmung.

König Arthur wurde bisher stets als mythische Gestalt des Mittelalters verklärt. Erstmals darf der britische Nationalheld nun in jener früheren Epoche wirken, aus der die wenigen verbürgten Tatsachen stammen, denen sich später die Legende entrankte. In aufwändigem Hollywood-Schlachtengetümmel wirbelt "Fluch der Karibik"-Babe Keira Knightley, Til Schweiger mimt den bösen Sachsen. Jerry Bruckheimer produzierte.

Arthur ist Halbrömer und seine Ritter der Tafelunde samartische Krieger, die den Einfluss Roms in der Provinz Britannien bewahren sollen. Ein letzter Auftrag führt sie in den Norden, bedrängt von ihren Erzfeinden, den Pikten, und dem Barbarenheer der Sachsen. Es wird die Wende im Leben Arthurs und seiner Ritter, die erstmals für ein Ideal, die Freiheit, kämpfen werden.

Im fünften Jahrhundert zerfällt das römische Reich im Zuge von Rebellionen und Völkerwanderung in seine einstweilen recht- und gesetzlosen Einzelteile. In Britannien erhält der bereits christianisierte Beuterömer und Elitesoldat Arthur den Befehl, mit seinen Rittern einen römischen Würdenträger aus der von anstürmenden Sachsen bedrohten Nordprovinz zu bergen. Die Reise gerät zur Bewährungsprobe für Mensch wie Material und weckt schließlich in schöner Frauengestalt Arthurs verschüttet geglaubte nationale Identität.

Elitelegionär Arthur und seine Ritter der Tafelrunde im Streite mit heidnischen Rebellen und anstürmenden Sachsen in einem aufwändig arrangierten Hollywood-Historienabenteuer.

Kritik

In einer Zeit, in der die Kids mit Excalibur nur noch eine Casino-Burg in Nevada assoziieren, kann man auch eine der größten Sagen der Kulturgeschichte demystifizieren und sich auf die Actiondramatik ihres vermuteten historischen Hintergrunds konzentrieren. Das ist der Ansatz von King Jerry (Bruckheimer), des erfolgreichsten Produzenten der Filmwelt, der nach der Karibik nun am Atlantik beweisen will, dass auch dort ein Schatz zu bergen ist. Mit einem Epos, das aus mythischen Rittern martialische Krieger und aus einem neuen Konzept wohl auch einen neuen Hit macht.

Angedacht war eine möglichst authentische Alternativdeutung der Artus-Legende, für die reale Vorbilder aus historischen Quellen aufgespürt wurden. Bruckheimer, Drehbuchautor David Franzoni ("Gladiator") und Regisseur Antoine Fuqua ("Tränen der Sonne") planten einen realistisch-harten Film, der den Lebensumständen des 6. Jahrhunderts gerecht werden sollte, mussten aber im Schnitt Kompromisse eingehen, um ihr jugendliches Zielpublikum nicht zu verlieren. So ist "King Arthur" trotz unzähliger Opfer ein Film geworden, der Blut, Schmerz und Leid unter einem riesigen Nebeltuch begräbt und die Fantasie die hässliche Arbeit machen lässt. Verständlich, wenn man wie "Der Fluch der Karibik" ein großes Publikum sucht, aber nicht den Humor und Johnny Depp als Zugpferd hat. Der Stoff, nicht der Star soll die Attraktion sein, auch wenn die Besetzung aus Briten, Skandinaviern und Deutschen (Til Schweiger als grimmige Sachsen-Glatze) zumindest Europa einige vertraute Gesichter bietet. Prominentestes Mitglied ist Shooting-Star Keira Knightley ("Tatsächlich ... Liebe", "Fluch der Karibik"), die die Jugend ins Kino holen soll, wenn ältere Männer für ihre Ideale kämpfen. Zentrales Thema ist der Konflikt zwischen Eigen- und Gemeininteresse, freiem Willen und Zwang, Heiden- und Christentum - vor einem geschichtlichen Hintergrund, der im Prolog etabliert wird. Um ihr Leben zu retten, verpflichten sich samartische Krieger (heute: Georgien) Rom zu dienen - eine Verpflichtung, die an die nächsten Generationen übergeht. 15 Jahre lang und damit kurz vor Ablauf ihres Vertrags, haben Lancelot, Gawain und ihre Mitstreiter unter Führung Arthurs (Clive Owen, "Jenseits aller Grenzen"), in dessen Adern römisches und britisches Blut fließt, für das Imperium getötet. Die Ritter sind hier Kodex-freie Killer, die an der Tafelrunde wohl in erster Linie tafeln und nicht über Verhaltensideale schwafeln. Ein letzter Auftrag Roms führt sie in den Norden Britanniens, wo sie eine römische Adelsfamilie evakuieren sollen, bevor sie in die groben Hände der Sachsen fällt. Stellan Skarsgard spielt deren Anführer in amüsanter Brando-Manier mit gehauchten Dialogen und existenzieller Langeweile, bis er im Finale "endlich einen Mann findet, der es wert ist, getötet zu werden". Bevor es unter den gewohnten Brachialklängen von Hans Zimmer zum Showdown mit dem Clan-Chef kommt, befreit Halbrömer Arthur die piktische Gefangene Guinevere (Knightley). Aus der hilflosen Blaublüterin der Sage ist eine blau-bemalte Amazone vom Volk der Pikten geworden - eine Wald-Guerilla, die mehr als 1400 Jahre vor der offiziellen Einführung mit Stacheldraht operiert und unter ihrem Anführer Merlin den Römern das Leben in Britannien erschwert. Mit Guinevere und den Sachsen kommt nach 45 Minuten Leben in den Film, der sich von nun an auf Action konzentriert. Merlin, die Pikten, die politische Lage Britanniens und auch die Dynamik im Beziehungsdreieck Lancelot-Guinevere-Arthur bleiben unterentwickelt. Freundschaft, nicht die viel diskutierte Freiheit ist letztlich der Motor, der Arthurs Männer in die Schlacht treibt. Und dort hat Fuquas Film seine stärksten Momente. Die Auseinandersetzung auf brechendem Eis ist ein Highlight, aber auch der Finalakt, in dem die Pikten mit den Arthurianern die Sachsen nach Hause schicken. Ein Film für Actionsfans also, der im Kampf und nicht in Wertediskussionen sein Heil findet. kob.

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Info

Plakat des Films: King Arthur
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: nicht bekannt

Irland/USA 2003

Länge: 2 h 5 min

Genre: Action

Originaltitel: King Arthur

Regie: Antoine Fuqua

Drehbuch: David H. Franzoni

Musik: Hans Zimmer

Produktion: Jerry Bruckheimer

Kostüme: Penny Rose

Kamera: Slawomir Idziak

Schnitt: Conrad Buff, Jamie Pearson

Ausstattung: Dan Weil, Yann Biquand

Website: http://www.movie.de/filme/king_arthur