Die Entstehung des bösartigen Propaganda-Machwerks der Nazis als hochkrätig besetztes Drama mit Tobias Moretti, Martina Gedeck und Moritz Bleibtreu.

Kinostart: 23.09.2010

Tobias Moretti

Tobias Moretti
als Ferdinand Marian

Martina Gedeck

Martina Gedeck
als Anna Marian

Szenenbild aus Jud Süß - Film ohne Gewissen mit Moritz BleibtreuMoritz Bleibtreu

Moritz Bleibtreu
als Joseph Goebbels

Justus von Dohnányi
als Veit Harlan

Armin Rohde
als Heinrich George

Martin Feifel
als Knauf

Ralf Bauer
als Fritz Hippler

Robert Stadlober
als Lutz

Paula Kalenberg
als Kristina S

Milan Peschel
als Werner Krauss

August Zirner
als Erich Engel

Heribert Sasse
als Deutscher

Erika Marozsán
als Vlasta

Anna Unterberger
als Britta

Martin Butzke
als Malte J

Lena Reichmuth
als Magda Goebbels

Gudrun Landgrebe
als Frau Frowein

Die Handlung von Jud Süß - Film ohne Gewissen

Als Joseph Goebbels (Moritz Bleibtreu)1939 mit den Planungen seines Propagandafilms "Jud Süß" beginnt und ausgerechnet ihm die Hauptrolle anbietet, scheint sich für den Österreicher Ferdinand Marian (Tobias Moretti) damit genau die Karrierechance zu bieten, auf die er schon immer gewartet hat. Trotz anfänglicher Bedenken entscheidet er sich deshalb, das Angebot gegen die Einwände seiner Frau Anna anzunehmen. Doch die Rolle des Jud Süß wird für ihn nicht nur die Rolle seines Lebens, sondern auch die Rolle seines Untergangs.

Kritik zu Jud Süß - Film ohne Gewissen

Oskar Roehler erzählt von der Entstehung und Wirkung des Nazi-Propagandafilms "Jud Süß" als Melodram, Satire und schillernde Variation über Künstler als Marionetten.

Der nur mit Erlaubnis der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung für öffentliche Aufführungen zugelassene "Jud Süß" (1940) gehört zu den Filmen, die den vom Nazi-Regime gewünschten Rassenhass nicht plump propagierten, sondern die Mordhetze gegen das Judentum in die Geschichte um den geldgierigen und sexuell ausschweifenden Finanzrat Joseph Süß Oppenheimer in die Form des Melodrams kleideten, das vorhandene antisemitische Ressentiments weckten. Veit Harlan ("Kolberg", "Immensee") war der von Propagandaminister Joseph Goebbels gewählte und prädestinierte Regisseur, der wirkungsmächtig mit dem Genre umzugehen wusste. "Jud Süß" sahen 20 Millionen im Kino.

Oskar Roehler ("Elementarteilchen") erzählt die Geschichte von Entstehung und Wirkung von "Jud Süß" aus der Perspektive des Schauspielers Ferdinand Marian (Tobias Moretti), der sich dem Wunsch von Goebbels (Moritz Bleibtreu) zu entziehen versucht, um doch als des Teufels Schauspieler unter Harlan (schön zwielichtig: Justus von Dohnányi) den Titelhelden zu spielen, der auf fatale Weise Filmgeschichte schrieb. In der politischen Satire brilliert Bleibtreu, der die Aussprache des Ministers bravourös hinkriegt, als hinkender Mephisto, der mit Wonne manipuliert, überwacht, Fallen stellt, den Film dominiert und Goebbels-Interpreten wie Ulrich Matthes ("Der Untergang") vergessen lässt. Moretti setzt dem die stille Verzweiflung der Marionette entgegen, die den Fäden, die das eh angeknackste Privatleben des Alkoholikers mit Ehefrau Anna (Martina Gedeck) zerstören, nicht entkommt, mit "Jud Süß" identifiziert wird und tragisch endet.

Das Melodramatische des Stoffes um manipulierte Schauspieler, die Istvan Szabó in "Mephisto" mit Klaus Maria Brandauer als dramatischen Pakt mit dem Teufel inszenierte, hat es schwerer, aber ästhetisch kommt Roehler Harlans Originalfilm, dessen zentrale Szenen er geschickt nachstellt, recht nah. Er fährt in Sex-Szenen mit Gedeck und Gudrun Landgrebe derbe Geschosse auf, und lässt in der Parallelhandlung mit dem jüdischen Schauspieler Wilhelm Adolf Deutscher (Heribert Sasse), der das KZ überlebt, Ambivalenzen zu. Das Drehbuch von Klaus Richter arbeitet mit historischen Änderungen, etwa in Namensgebung und Marians weiterer Karriere. So profitiert Roehlers schillerndes Nazi-Spektakel vom Tarantino-Effekt eines deutschen "Basterd" und legitimer künstlerischer Freiheit. ger.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 23.09.2010

Deutschland/Österreich 2010

Länge: 2 h 0 min

Genre: Drama

Originaltitel: Jud Süß - Film ohne Gewissen

Regie: Oskar Roehler

Drehbuch: Klaus Richter

Musik: Martin Todsharow

Produktion: Franz Novotny, Markus Zimmer

Kostüme: Thomas Oláh

Kamera: Carl-Friedrich Koschnick

Website: http://www.jud-suess-film.de