US-Independent-Film um eine Familie und die Probleme der einzelnen Mitglieder nach dem Selbstmord des ältesten Sohnes.

Kinostart: 10.11.2005

Sigourney Weaver

Sigourney Weaver
als Sandy Travis

Emile Hirsch

Emile Hirsch
als Tim Travis

Jeff Daniels

Jeff Daniels
als Ben Travis

Michelle Williams
als Penny Travis

Kip Pardue
als Matt Travis

Deirdre O'Connell
als Marge Dwyer

Ryan Donowho
als Kyle Dwyer

Luke Robertson
als Jack Johnson

Suzanne Santo
als Steph Connors

Jay Paulson
als Vern

Die Handlung von Imaginary Heroes

Im Leben von Familie Travis ist scheinbar alles in Ordnung. Dann aber schießt sich Sohn Matt (Kip Pardue), der allseits beliebte Schulsportstar, ohne Vorwarnung in den Kopf - und alles wird anders. Vater Ben (Jeff Daniels), ein kühler Ehrgeizling, irritiert alle mit bizarren Gendenkversuchen. Tochter Penny (Michelle Williams) flieht ins College, während Mutter Sandy (Sigourney Weaver) die Drogen neu entdeckt. Sohn Tim (Emile Hirsch) hat sein eigenes Außenseiter-Päckchen zu tragen, aber wenigstens eine verständnisvolle Mutter.

Mit Drehbüchern für Bryan Singer ("X-Men") erarbeitete sich der junge Newcomer Dan Harris sein stargespicktes Regiedebüt um eine Familie im Ausnahmezustand in der Tradition von "American Beauty" und "Magnolia".

Nach dem Selbstmord ihres ältesten Sohnes sieht das Leben in der Familie Travis in etwa so aus: Teenagersohn Tim verweigert sich der Anteilnahme seiner Mitmenschen, Vater Ben kapselt sich von allem und vor allem den Seinen ab, und Mutter Sandy entdeckt ihre Hippieseele wieder und plagt sich mit einem dunklen Familiengeheimnis herum.

Nach dem Selbstmord des ältesten Sohns befindet sich die Familie Travis im Auflösungszustand. Sohn Tim besitzt keinerlei Zukunftsperspektive und zieht sich mehr und mehr in seine eigene Welt zurück. Vater Ben ergeht es nicht viel besser. Er sieht keinen Sinn mehr im Leben und behandelt seine Familie wie Fremde. Mutter Sandy flüchtet sich dagegen in Sarkasmus und stetig steigenden Drogenkonsum. Und dann gibt es da noch ein bitteres Geheimnis, das nun ans Licht zu kommen und die Familie endgültig zu zerstören droht.

Kritik zu Imaginary Heroes

Debütregisseur Dan Harris erzählt in diesem typischen US-Indie-Familiendrama im Stil, aber nicht ganz mit der Klasse von "Moonlight Mile", mit Hilfe eines hervorragenden Schauspielerensembles von der wahrhaftigen Bedeutung der Familie.

Harris hat zuvor mit Fantasy-Figuren und Comic-Helden Erfahrungen gemacht und die Drehbücher für "X-Men 2", "Superman", "Logan's Run" und "Fantastic Four" geschrieben. Jetzt inszenierte der 24-Jährige sein erstes Drama mit ganz normalen, sterblichen Menschen - überhaupt schreibt er "sterblich" in seiner Geschichte groß: Nach dem Selbstmord des ältesten Sohnes stirbt in der typischen dysfunktionalen Mittelklasse-Ami-Familie Travis jedes übrig gebliebene Mitglied mehr oder weniger seinen eigenen Tod. Das Sterben reicht von der völligen Selbstaufgabe und Distanzierung von allem Lebenden beim Vater (Jeff Daniels), über die Rückkehr in die eigene, nie wirklich ausgelebte Hippievergangenheit bei der Mutter (Sigourney Weaver), bis zum Verabschieden von der eigenen Kindheit beim jüngeren Sohn (Emile Hirsch). Dabei schleppt die Familie Travis ganz nebenbei noch ein bitteres Geheimnis mit sich herum, das bis dato nur die verfeindete Nachbarin teilt, und das Mutter Sigourney Weaver letztlich beinahe wirklich mit ins eigene Grab nimmt.

Aber - Harris ist versöhnlich und belässt es bei einem einzigen Todesfall in seinem melancholischen Drama, wenngleich er den sympathischen kleinen Film gen Ende mit reichlich Pathos und Sentimentalität überlastet und dafür auf schwarzen Humor verzichtet, der anfangs sitzt, aber nie so treffend und schockierend platziert ist wie bei seinem offensichtlichen Vorbild "Moonlight Mile". An den Schauspielern liegen die Schwächen von "Imaginary Heroes" jedenfalls nicht: Vor allem Sigourney Weaver glänzt in ihrer sarkastischen Mutterrolle wie seit "Der Eissturm" nicht mehr, Jeff Daniels zerbrochene Vaterfigur erlebt eine schier atemberaubende Wandlung, und Emile Hirsch sieht man immer gerne zu, wenngleich er als Rebell in "Dogtown Boys" weitaus stärker war als in seiner lethargischen Position hier. Merken sollte man sich Ryan Donowho, der Hirschs besten Freund spielt und ironischerweise der wohl selbstzerstörerischste, wenngleich lebendigste Charakter des Films ist. "Imaginary Heroes" ist letztlich genau die Sorte ordentlicher, intelligenter Filme, die man beim Filmfestival in Sundance erwartet - nicht mehr, aber auch nicht weniger. deg.

Wertung Questions?

FilmRanking: 5625 +4

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

Plakat des Films: Imaginary Heroes
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 10.11.2005

USA 2004

Länge: 1 h 51 min

Genre: Drama

Originaltitel: Imaginary Heroes

Regie: Dan Harris

Drehbuch: Dan Harris

Musik: John Ottman, Deborah Lurie

Produktion: Illana Diamant, Art Linson, Frank Hübner, Gina Resnick, Denise Shaw

Kostüme: Michael Wilkinson

Kamera: Tim Orr

Schnitt: James Lyons

Ausstattung: Rick Butler, Heesoo Kim

Website: http://www.imaginary-heroes.de