Altmeister Alain Resnais lässt in einem emotionalen Erinnerungsreigen die französische Schauspiel-Elite auftrumpfen.

Kinostart: 07.06.2013

Sabine Azéma

Sabine Azéma
als Sabine Az

Anne Consigny

Anne Consigny
als Anne Consigny / Eurydice 2

Pierre Arditi
als Pierre Arditi / Orpheus 1

Lambert Wilson
als Lambert Wilson / Orpheus 2

Michel Vuillermoz
als Michel Vuillermoz / Vincent

Michel Piccoli
als Michel Piccoli / der Vater

Anny Duperey
als Anny Duperey / die Mutter

Mathieu Amalric
als Mathieu Amalric / Monsieur Henri

Hippolyte Girardot
als Hippolyte Girardot / Dulac

Jean-Chretien Sibertin-Blanc
als Jean-Chr

Jean-Noël Brouté
als Jean-No

Gérard Lartigau
als G

Michel Robin
als Michel Robin / Kellner im Caf

Denis Podalydès
als Antoine

Andrzej Seweryn
als Marcellin

Handlung

Nach dem Tod eines Bühnenautors erhalten bekannte Schauspieler einen Telefonanruf und die Aufforderung sich in das Haus des Verstorbenen zu begeben. Dort erwartet sie das Video von Proben einer jungen Theatertruppe. Während der Vorführung mischen sich Realität und Fiktion, erinnern sich die Anwesenden an die Zeit, als sie in den Anouilh-Stücken "Euridyce" und "Cher Antoine" auftraten, drehen die Uhr zurück, durchleben noch einmal Liebe, Verrat und Eifersucht.

Kritik

Altmeister Alain Resnais lässt in einem emotionalen Erinnerungsreigen die französische Schauspiel-Elite vor der Kamera auftrumpfen.

Auch wenn er noch nie eine Goldene Palme gewann, sondern "nur" für "Mein Onkel aus Amerika" 1980 den "Großen Preis der Jury" und 2009 den Spezialpreis für sein Lebenswerk, kehrte Alain Resnais in diesem Jahr unverdrossen mit seinem neuen Werk in den Wettbewerb von Cannes zurück und verzauberte mit filigraner Schauspielkunst. Die crème de la crème tritt unter eigenem Namen auf, u.a. Sabine Azema und Pierre Arditi, Anne Consigny und Lambert Wilson, Michel Piccoli und Mathieu Almaric. Sie alle erhalten einen Anruf, ein Freund und bekannter Bühnenautor sei gestorben, zur Testamentseröffnung werden sie in sein Haus gebeten. Dort erwartet sie ein Video mit dem Verstorbenen, der sie bittet, die Proben einer jungen Theatertruppe zu beurteilen. Auf deren Programm steht eine Mischung aus Jean Anouilhs "Eurydice" und "Cher Antoine". Während der Projektion auf dem Großbildschirm mischen sich Realität und Fiktion, erinnern sich Darsteller und Darstellerinnen im Vorführsaal an die Zeit, als sie in diesen Stücken auftraten, drehen die Uhr zurück und durchleben noch einmal erste Begegnungen, Liebe und die Illusion von Liebe, Lügen und Affären, Eifersucht und Treueschwüre.

Das Drama zwischen Orpheus und Eurydike inszeniert der fast Neunzigjährige als delikate Spielerei um Emotionen und Form, als Reflektion über die Kunst, bei der die Anwesenden in ihren früheren Rollen und Amouren aufgehen, Theater, Film und Privates sich zu einem genialen Ganzen fügen. Resnais zerlegt in diesem intellektuellen Feuerwerk über Leben und Tod so spritzig wie Champagner und leicht wie ein Soufflé lustvoll die narrativen, zeitlichen und räumlichen Zusammenhänge, lässt nur den originalen Theatertext übrig. Stimmungsvoll ist die Lichtsetzung von Kameramann Eric Gautier und beeindruckend das wechselnde und farblich austarierte Produktionsdesign von Jacques Saulnier. Wenn sich immer wieder Türen und neue Perspektiven öffnen, werden die Bretter, die die Welt bedeuten, zur Schaubühne des Lebens, allerdings wirken die Figuren manchmal arg künstlich. Fehlen dürfen selbstverständlich nicht die Selbstzitate und ein poetischer Realismus des Kinos der 1930er und 1940er Jahre. Wenn der Blick auf ein Plakat von "Hiroshima Mon Amour" fällt, darf man auf dieser geistigen Zeitreise zwischen französischem Theater und griechischer Mythologie der Nostalgie frönen. mk.

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Info

Kinostart: 07.06.2013

Deutschland/Frankreich 2012

Länge: 1 h 55 min

Genre: Drama

Originaltitel: Vous n'avez encore rien vu

Regie: Alain Resnais

Drehbuch: Laurent Herbiet, Alex Revali

Musik: Mark Snow

Produktion: Jean-Louis Livi

Kostüme: Jackie Budin

Kamera: Eric Gautier

Schnitt: Hervé de Luze, Sylvie Lager

Ausstattung: Jacques Saulnier

Website: http://www.alamodefilm.de/kino/detail/ihr-werdet-euch-noch-wundern.html