Coming-of-Age- und Familiendrama um den Sohn eines Schizophrenen zwischen Pflichtgefühl und Selbtsverwirklichung.

Kinostart: 09.10.2014

Tobias Moretti

Tobias Moretti
als Hans Dallinger

Stephanie Japp
als Elli Dallinger

Jonas Nay

Jonas Nay
als Simon Dallinger

Hanna Plaß
als Verena

Ella Frey
als Maja Dallinger

Stefan Hunstein
als Jochen Benrath

Johannes Silberschneider
als Dr. Steinhauer

Michael Kranz
als Guido

Joachim Nimtz
als Hauptwachtmeister

Susanne Schroeder
als Frau Hagedorn

Marcus Calvin
als Martin Hagedorn

Jörg Witte
als Rainer Grabowski

Marc Benjamin
als junger Mann im Club

Ilja Roßbander
als junger Polizist

Thomas Gräßle
als Monteur 1

Moritz Fischer
als Monteur 2

Die Handlung von Hirngespinster

Architekt Hans Dallinger verlor wegen Anfällen von Verfolgungswahn seine lukrative Firma. Nun bringt die anlässlich einer Bewerbung für ein Großprojekt wieder ausbrechende Psychose seine Familie in große Not. Kurzzeitige Einweisungen in die Psychiatrie machen seine Frau, die kleine Tochter und den 23-jährigen Sohn Simon zu Außenseitern in ihrer Kleinstadt. Simons Hoffnungen, eine Beziehung einzugehen und ein Studium zu beginnen, zerschlagen sich, weil er weder den gefährlichen Vater noch die bedrohte Schwester allein lassen will.

Kritik zu Hirngespinster

Tobias Moretti behindert als psychisch Kranker die Selbstverwirklichung seines pflichtbewussten Sohns.

Wie es sich mit einem schizophrenen Vater lebt, der partout keine Einsicht in seine Krankheit entwickeln will, aber dafür auf Nachbarn und die Polizei mit der Axt losgeht, vergegenwärtigt Christian Bachs selbstverfasster Erstling, der die Leidensgeschichte einer Familie erzählt. Besonders ein in körperlicher wie schauspielerischer Topform befindlicher Tobias Moretti ("Das finstere Tal"), dessen durchdringender Blick als Psychotiker durch Mark und Bein geht, sowie Nachwuchsschauspieler Jonas Nay ("Dear Courtney") als sein zwischen Loyalität und Erwachsenwerden zerrissener Filmsohn Simon bringen die paradoxen Emotionen in dem konzentrierten, aber auch untertourigen Film auf den Punkt. Der Bayerische Filmpreis für Beider darstellerische Leistung ist redlich verdient.

Während die Mutter aus Liebe und Hilflosigkeit dazu schweigt und er die kleine Schwester vor tristen Wahrheiten zu beschützen versucht, vergisst Simon selbst zu leben. Anstatt auszuziehen, fährt der gut aussehende Einzelgänger den Schulbus und verzichtet darauf, sich von den beklemmenden Verhältnissen zu lösen, die ihn am Weiterkommen hindern. Sein verzögertes Coming of Age ist die Perspektive des Dramas, das die vielfältigen Folgen ausbreitet, wenn die Familie in ihrer Kleinstadt sozial ins Abseits gerät. Als Simon Verena trifft, eine junge Studentin im Wartesemester, würgen die paranoiden Anfälle seines Vaters die aufkeimende Liebe ab. Ferner hat Simon allen Grund zur Sorge, genetisch von der gleichen Krankheit gefährdet zu sein, die seinen Vater, einst ein Stararchitekt, so ruiniert. Simons Hin- und Hergerissensein, seine Wut auf andere, die ungerechten Vorwürfe des Vaters, der jede Hilfe rigoros verweigert, all das löst mehr Frust und Überforderung aus, als ein 23-Jähriger bewältigen kann.

Realistisch und ohne je ins Spekulative zu wechseln zeichnet Bach diese Rolle als Geisel eines Rücksichtslosen nach, der mit Folien Spionagesatelliten abwehren will, aber ebenso einer ist, mit dem Verbundenheit besteht. Auch daraus speist sich die berechtigte Hoffnung, dass man nicht für immer an jemand gefesselt ist, der sich und seine Nächsten gefährdet. tk.

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Info

Plakat des Films: Hirngespinster
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 09.10.2014

Deutschland 2013

Länge: 1 h 36 min

Genre: Drama

Originaltitel: Hirngespinster

Regie: Christian Bach

Drehbuch: Christian Bach

Musik: Felix Racknitz

Produktion: Annie Brunner, Andreas Richter, Ursula Woerner

Kostüme: Anke Winckler

Kamera: Hans Fromm

Schnitt: Max Fey

Ausstattung: Markus Dicklhuber

Website: http://www.movienetfilm.de/hirngespinster/index.php