Packender und virtuos bebilderter Psychothriller des neuen britischen Kinos.

Kinostart: 06.05.1999

Christopher Eccleston

Christopher Eccleston
als Gary Ellis

Saskia Reeves

Saskia Reeves
als Maria McCardle

Kate Hardie
als Tess Ellis

Rhys Ifans
als Alex Madden

Anna Chancellor
als Nicola Farmer

Matthew Rhys
als Sean McCardle

Bill Paterson
als Mr. Kreitman

Nicholas Moss
als Arzt

Simon Molloy
als Richter

John McGuirk
als S

David Crellin
als Jubil

Kate Rutter
als Schuldirektorin

Alan Eccleston
als Alan Ellis

Fine Time Fontayne
als 1. Wachmann

Stephen Walters
als 2. Wachmann

Jack Deam
als Polizist

Handlung

Nach dem Tod ihres Sohnes willigt Maria ein, sein Herz zur Transplantation freizugeben. Die Wahl der Ärzte fällt auf Gary Elvis. Von neuem Lebensmut erfüllt, will Gary wissen, wessen Herz in seinem Körper schlägt und lernt Maria kennen, zu der er bald eine beängstigend enge Beziehung pflegt. Maria drängt sich immer mehr in sein Leben, die Vorstellung für Gary verantwortlich zu sein, wird zur Obsession.

Schon länger kriselt es in der Ehe von Gary und Tess Ellis. Als aber der beruflich als Pilot tätige Gary eines Tages einen Herzinfarkt erleidet, schweißt das Unglück die Eheleute trotz ihrer Affäre mit dem Jungschriftsteller Alex wieder enger zusammen. Nach einer Herztransplantation, in deren Verlauf Gary das Herz eines tödlich verunglückten Teenagers erhält, bessert sich sein Zustand rapide und versetzt ihn sogar in der Lage, seinem Rivalen physisch die Stirn zu bieten. Da taucht die Mutter des Organspenders auf und sucht Kontakt zu den Ellis.

Marias Sohn ist tot, und sein Herz wird dem Patienten Gary eingepflanzt. Gary will wissen, wessen Herz in ihm schlägt und er lernt Maria kennen, zu der er bald eine beängstigend enge Beziehung unterhält. Packender und virtuos bebilderter Psychothriller aus Großbritannien.

Kritik

Wider ein fabelhafter, spannender und intelligenter Erstling aus der der für Überraschungen grenzenlos guten Szene des New British Cinema. Regisseur Charles McDougall und sein Autor Jimmy McGovern gehen mit Psychothrill rückhaltlos direkt und couragiert um und schaffen schwarze Poesie, die aus realen Katastrophen kommt. Horror nicht aus der digitalen, sondern der humanen Welt von Liebe, Eifersucht und Tod. Ein Film für ein neugieriges, offenes Publikum mit starken Nerven für exzellenten Suspense - von dem Team der erfolgreichen und wirklich guten TV-Serie "Für alle Fälle Fitz".

"Jimmy McGovern hatte am Anfang lediglich ein Bild im Kopf: Eine Frau trägt in einer Tüte ein menschliches Herz", sagt Regisseur Charles McDougall zu der ungewöhnlichen Story. "Daraus hat er alles weiter entwickelt. Die Idee ist so stark, daß sie selbst ein amerikanisches Studio hätte begeistern können. Aber wir wollten einen englischen Film machen und etwas Neues." Neu, oder besser anders, rollt "Heart" seine Krimi-Geschichte auf. Der stärkste Schock liegt gleich in den Anfangsbildern, wenn eine junge Frau mit einer bluttriefenden Tasche in einen Zug einsteigt und wenig später mit bloßen Händen auf dem Friedhof ein Grab aufwühlt. Sie wird verhaftet.

Der Verstörung dieses Beginns folgen Szenen einer Ehe in der Krise zwischen dem Frachtpiloten Gary (verletzlich possesiv: Christopher Eccleston) und der Fernsehproduzentin Tess (stark und attraktiv: Kate Hardie). Garys krankhafte Eifersucht treibt Tess geradezu in eine Affäre mit einem jungen TV-Autor. Bis Gary nach einer Herzattacke an den Rollstuhl gefesselt ist und nur eine Herztransplantation ihm den nötigen Lebensmut zurückgeben könnte. Organspender ist der bei einem Motorradunfall ums Leben gekommene Sohn jener verstörten jungen Frau mit der blutigen Tasche: Maria (beunruhigend intensiv: Saskia Reeves) klammert sich nach einer geglückten Operation an den wieder neu auflebenden Gary. Mehr und mehr wird der Film zur Paraphrase einer obsessiv bizarren Herzensbeziehung mit bedrohlich melodramatischen Zügen, die schon bald das Melos verlieren und ins pure unerbittliche Drama kulminieren. Mord und Totschlag als verzweifelter Akt scheinbarer Befreiung, in Wahrheit aber als tatsächlicher Ausdruck psychischer und emotionaler Katastrophen.

McDougall findet für die aparte Geschichte auch visuell einen ungewöhnlichen, erfrischenden Stil, lebhaft bewegte Bilder (Kamera: Julian Court) schnell, aber nie effekteheischend geschnitten (Edward Mansell). Erfreulicherweise wird nicht zuviel geredet und trotzdem bei allem Thrill und Horror nicht an subtilem Witz und intelligenter Ironie gespart. Ein Film, der über den Alltag von Leigh und Loach weit hinaus geht. fh.

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Info

Plakat des Films: Heart
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 06.05.1999

Großbritannien 1998

Länge: 1 h 24 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Heart

Regie: Charles McDougall

Drehbuch: Jimmy McGovern

Musik: Stephen Warbeck

Produktion: Nicola Shindler

Kostüme: James Keast

Kamera: Julian Court

Schnitt: Edward Mansell

Ausstattung: Chris Roope, Stuart Walker