Cornelia Funke-Verfilmung von Detlev Buck.

Kinostart: 22.03.2007

Zoe Mannhardt
als Emma

Katharina Thalbach

Katharina Thalbach
als Dolly

Christoph Maria Herbst

Christoph Maria Herbst
als Albert Gansmann, der Alligator

Hans Löw
als Tierarzt Dr. Knapps

Milan Peschel
als Hinnerk

Karl Alexander Seidel
als Leo

Konstantin Kaucher
als Max

Angelika Böttiger
als Elsbeth Dockenfu

Heidi Mahler
als Henriette

Margit Bendokat
als Alma

Heidi Kabel
als Martha

Ingo Naujoks
als Pferdeschlachter Pit

Detlev Buck
als Dorfpolizist Otto

Fritzi Haberlandt
als Alicia

Handlung

In den Sommerferien fährt die 10-jährige Emma (Zoë Mannhardt) zu ihrer Großmutter Dolly (Katharina Thalbach) aufs Land. Dort ist gerade ihr wohlhabender Nachbar Klipperbusch gestorben. Sein einziger Verwandter, Neffe Albert Gansmann (Christoph Maria Herbst), will das Erbe verkaufen. Und er gedenkt, die eigenwillige Stute Mississippi schlachten zu lassen. In letzter Minute kann ihm Dolly auf Emmas Flehen hin das Pferd abkaufen. Dann möchte Albert das Tier wieder. Emma und ihr Freund Leo (Alexander Seidel) finden bald den Grund heraus.

Nach dem gleichnamigen Roman von Kinderbuchkönigin Cornelia Funke ("Tintenherz") schuf Detlev Buck ("Knallhart") seinen ersten Kinderfilm. Ein märchenhafter Sommer dient als idyllische Kulisse für einen spannenden Krimi um Erbschaften und Tierliebe.

Die 10-jährige Emma kann es kaum erwarten, in den Sommerferien wieder bei Großmutter Dolly auf dem Land zu sein. Dort angekommen stellt sie fest, dass Gansmann, der fiese Neffe des verstorbenen Alten Klipperbusch, mit seinem Erbe ganz eigene Pläne hat. Für die Stute Mississippi bestellt er den Schlachter, aber Emma und Dolly kaufen das Pferd, um es zu retten. Doch schon kurze Zeit später will Gansmann Mississippi überraschenderweise zurück.

Endlich ist es wieder soweit: Sommerferien! Die zehnjährige Emma kann es kaum erwarten ihrer vielbeschäftigten Mutter auf Wiedersehen zu sagen und zu ihrer Oma aufs Land zu fahren. Doch schon bald wird die ländliche Idylle durch den skrupellosen Albert Gansmann gestört, der nach dem Tod seines Onkels dessen Hof erbt. Um das Erbe antreten zu können, muss er jedoch im Besitz des sturköpfigen Pferdes Mississippi sein. Dieses hat ihm Emma allerdings in weiser Voraussicht bereits abgekauft.

Kritik

Mit seinem ersten Kinderfilm legt Detlev Buck, der zuletzt mit dem Jugenddrama "Knallhart" überzeugte, die mit Abstand beste Adaption eines Cornelia-Funke-Romans vor.

Der Verjüngungsprozess, den Detlev Buck mit seinen vergangenen Filmthemen an den Tag gelegt hat, ist schon erstaunlich. Denn nach seiner sehr erwachsenen schwarzen Komödie "LiebesLuder" und dem niederschmetternd authentischen Jugenddrama "Knallhart" begeistert der norddeutsche Filmemacher nun mit einem Genre, das man nicht unbedingt von ihm erwarten durfte: dem Kinderfilm. "Hände weg von Mississippi" basiert auf dem gleichnamigen Roman der Bestseller-Jugendbuchautorin Cornelia Funke, deren bekanntestes Werk "Tintenherz" gerade in Hollywood verfilmt wird und deren "Wilde Hühner" nun schon zum zweiten Mal die Leinwand erobern. Auf den zweiten Blick ist Buck natürlich der ideale Mann für diese Adaption. Er stammt vom Land, ist Vater von zwei Kindern, hat schon bei "Karniggels" seine Affinität zu Tieren bewiesen und er besitzt diesen einzigartigen staubtrockenen Humor, der auch vor Generationsschranken keinen Halt macht. Und schon sind wir mittendrin in der Geschichte eines wunderbaren Sommers: Wie jedes Jahr darf die zehnjährige Emma die großen Ferien bei ihrer Großmutter auf dem Lande verbringen. Das bedeutet: Jede Menge große und kleine Tiere, viel Natur, nette und weniger nette Menschen sowie spannende Abenteuer mit Freund Leo. Zum Beispiel jenes mit dem gerissenen Erbschleicher Albert Gansmann (schon wieder Christoph Maria Herbst, der hier die Klippen zum Manierismus haarscharf umschifft), den sie alle nur den Alligator nennen. Der will den Hof seines gerade verstorbenen Onkels versilbern. Doch um an dessen Testament zu kommen, muss er sich um die alte Stute Mississippi kümmern. Dummerweise hat der geldgierige Gansmann den Gaul soeben an Emma verkauft. Deshalb setzt er jetzt alles daran, um das Pferd wieder zurückzubekommen. Aber mithilfe von Oma, die gleichzeitig auch noch der beste Kumpel ist, den man sich vorstellen kann, kann Emma sämtliche Attacken Gansmanns abwehren und ihm obendrein noch eine Lehre erteilen, die dieser niemals vergessen wird.

Bei "Hände weg von Mississippi" stimmt einfach alles: Die traumhaft idyllische Kulisse - das Biosphärenreservat Schaalsee in Mecklenburg-Vorpommern, und die Charaktere, die sich darin tummeln: Plattdeutsch-schnackende Bäuerinnen (die Ohnsorg-Theater-Ikonen Heidi Kabel und Heidi Mahler lassen grüßen) ebenso wie ein selten dämlicher, alles nachplappernder Dorftrottel (zum Knuddeln doof: Milan Peschel), ein überkorrekter Dorfpolizist mit Bierbauch (Buck selbst, herrlich böse wie einst in "Sonnenallee") genauso wie ein schusseliger Tierarzt, der aber immer dann zur Stelle ist, wenn man ihn braucht. Dazu gesellt sich ein mit Country-Musik angereicherter Soundtrack, der einen Hauch von Wild-West-Atmosphäre und Tom-Sawyer-Abenteuer verströmt wie übrigens auch die lustige Schweine-Rodeo-Einlage. Für die Lacher sorgt unter anderem eine großartig aufgelegte Katharina Thalbach, die sich als jung gebliebene Oma bei jeder Gelegenheit irgendwo die Birne anhaut und ansonsten für jeden Schabernack zu haben ist - während Zoë Charlotte Mannhardt (war eines der Biestigen Biester in "Die Wilden Kerle 3") als Emma, eine Art von Pippi Langstrumpfs kleine Schwester (nicht ganz so stark, aber mindestens so clever), stets mit einem schelmischen Grinsen auf den Lippen über allem thront. Hat man dann noch ein wenig über Globalisierung gelernt (auf Gansmanns Hof soll ein Discounter entstehen) und die abschließende Tortenschlacht bauchmuskeltechnisch überlebt, dann bekommt man auch noch im originell animierten Abspann kurz, plastisch und sehr treffend die wichtigsten Filmberufe vorgestellt. Wenn es bisher noch kein Lehrbeispiel dafür gegeben hat, wie gute Kinderfilme aussehen sollen, Buck hat es jetzt geliefert. lasso.

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Info

Kinostart: 22.03.2007

Deutschland 2007

Länge: 1 h 40 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Hände weg von Mississippi

Regie: Detlev Buck

Drehbuch: Maggie Peren, Stefan Schaller

Musik: Natalia Dittrich

Produktion: Claus Boje

Kostüme: Guido Maria Kretschmer

Kamera: Jana Marsik

Schnitt: Dirk Grau