Großartige zweite Regiearbeit von George Clooney über einen populären Fernsehjournalisten, der sich als einer von wenigen in den 50er Jahren mit Kommunistenjäger McCarthy anlegt.

Kinostart: 06.04.2006

David Strathairn

David Strathairn
als Edward R. Murrow

George Clooney

George Clooney
als Fred Friendly

Robert Downey Jr.

Robert Downey Jr.
als Joe Wershba

Patricia Clarkson
als Shirley Wershba

Ray Wise
als Don Hollenbeck

Frank Langella
als William Paley

Jeff Daniels
als Sigfried Mickelson

Tate Donovan
als Jesse Zousmer

Thomas McCarthy
als Palmer Williams

Matt Ross
als Eddie Scott

Reed Diamond
als John Aaron

Robert John Burke
als Charlie Mack

Grant Heslov
als Don Hewitt

Handlung

In den 50er Jahren steckt das US-Fernsehen noch in den Kinderschuhen, und nur wenige Nachrichtenmänner haben den Mut ihres CBS-Kollegen Edward R. Murrow (David Strathairn), der sich angesichts eines Falles offensichtlicher Ungerechtigkeit mit dem im ganzen Land als antikommunistischer Hexenjäger gefürchteten Senator Joseph McCarthy aus Wisconsin anlegt. Als der Senator den Druck auf Sender und Sponsoren erhöht, kommt es auch innerhalb der Sender-Belegschaft zu Verwerfungen.

George Clooney

In ihrer Live-Sendung "See It Now" packen der populäre CBS-Reporter Edward R. Murrow und dessen Produzent Fred Friendly regelmäßig heiße Eisen an. So berichten sie von der Entlassung des Marine-Piloten Radulovich, der seinen Job verlor, weil er sich weigerte, Schwester und Vater zu denunzieren. Das Team um Murrow geht der Story auf den Grund - und stößt dabei auf den paranoiden Senator Joseph McCarthy aus Wisconsin, der als Vorsitzender des "House Un-American Activities Committee" überall kommunistische Verschwörungen vermutet.

Die USA in den frühen 50ern: Das Fernsehen steckt noch in den Kinderschuhen und ist (wie heute) abhängig von seinen Sponsoren. Was den populären CBS-Reporter Edward R. Murrow und dessen Produzenten Fred Friendly nicht davon abhält, der Story von der Entlassung eines Marine-Piloten nachzugehen. Das Team gerät dabei an den paranoiden Senator Joseph McCarthy aus Wisconsin, der als Vorsitzender des "House Un-American Activities Committee" überall kommunistische Verschwörungen wittert.

Kritik

Nachdem er mit "Confessions of a Dangerous Mind" auf der Berlinale 2002 als Regisseur debütierte, eröffnete George Clooney nun mit seiner zweiten Inszenierungsarbeit "Good Night, and Good Luck" den Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig. Zurück in die 50er Jahre führt sein exzellent besetztes und mit viel Stilwillen umgesetztes Werk, in dessen Mittelpunkt der couragierte Kampf des TV-Manns Edward R. Murrow mit dem "Hexenjäger" Senator Joseph McCarthy steht.

Als Schauspieler ist er Publikums- und Kritikerliebling gleichermaßen: George Clooney, einer der ganz wenigen zeitgenössischen Hollywood-Stars, der das Zeug dazu hat, in die Fußstapfen Cary Grants zu treten. Doch das genügt Clooney nicht. Er will mehr, sieht Film durchaus auch als Möglichkeit, etwas zu bewegen, als Regisseur Missstände anzuprangern. Als politischer Mensch übte er laute Kritik an George W. Bushs Angriff auf den Irak und musste dafür heftig Schelte einstecken. Was ihn, den Sohn eines Fernsehjournalisten, nicht daran hindert, gleich wieder in ein Wespennest zu stechen. Diesmal geht es ihm um das gesetzlich verbriefte Recht auf freie Meinungsäußerung, um die Sicherstellung der Unabhängigkeit der Presse - mit Blick auf den von US-Regierungskreisen so gepriesenen "embedded journalism" durchaus gerechtfertigt und nachvollziehbar.

Das US-Fernsehen steckt in den frühen 50er Jahren noch in den Kinderschuhen, ist abhängig von seinen Sponsoren, was den populären CBS-Reporter Edward R. Murrow (brillant: David Strathairn) und dessen Produzenten Fred Friendly (zurückhaltend: George Clooney) nicht davon abhält, in ihrer live ausgestrahlten News-Sendung "See It Now" heiße Eisen anzupacken und unbequeme Themen aufzugreifen. So berichten sie etwa von der Entlassung des Marine-Piloten Milo Radulovich. Der hat sich geweigert, Schwester und Vater zu denunzieren - woraufhin er als "Sicherheitsrisiko" seinem Arbeitsplatz "verliert". Das Team um Murrow geht der Story auf den Grund - und stößt dabei auf den paranoiden Senator Joseph McCarthy aus Wisconsin, der als Vorsitzender des "House Un-American Activities Committee" überall kommunistische Verschwörungen vermutet...

Eine Herzensangelegenheit, ein Lehrbeispiel in Sachen Zivilcourage und korrektem Journalismus, gefilmt in strengem Schwarzweiß (Kamera: Robert Elswit), örtlich reduziert auf ein Nachrichtenstudio und eine Bar, wo sich die Kollegen zu Meinungsaustausch und Schlummertrunk treffen. Clooney beschränkt sich aufs absolut Wesentliche, bleibt nahe an seinen ewig rauchenden Protagonisten, rückt ihnen im wahrsten Sinn des Wortes auf den Leib. Er zwängt sie gleichsam in die enge Kadrierung des Fernsehens, reduziert sie auf "talking heads", zeichnet nach, wie Nachrichten "entstehen" und fängt die ewig gespannte Atmosphäre im "News Room" mit viel Gespür ein. Unterstützt von einem exzellent harmonierenden Ensemble - darunter Frank Langella als legendärer CBS-Boss William Paley sowie Robert Downey Jr., Jeff Daniels und Patricia Clarkson -, untermalt von einem prickelnden, jazzigen Score, gelingt Clooney ein unglaublich kämpferischer Film, dessen Radikalität durch die formale Strenge noch betont wird. Eine wahre Geschichte, eine brisante, höchst aktuelle Geschichte. Erschreckend unterhaltsam ist das - und handwerklich makellos. geh.

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Info

Plakat des Films: Good Night, and Good Luck

Kinostart: 06.04.2006

USA 2005

Länge: 1 h 33 min

Genre: Drama

Originaltitel: Good Night, and Good Luck

Regie: George Clooney

Drehbuch: George Clooney, Grant Heslov

Produktion: George Clooney, Steven Soderbergh, Steven Soderbergh, Grant Heslov

Kamera: Robert Elswit

Schnitt: Stephen Mirrione

Ausstattung: James Bissell

Website: http://www.goodnightandgoodluck.kinowelt.de

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