Komödie um einen Bäcker und Flaubert-Fan, der in seine neuen Nachbarn namens Bovery Flauberts berühmte Romanfiguren hineinträumt.

Kinostart: 18.09.2014

Gemma Arterton

Gemma Arterton
als Gemma Bovery

Jason Flemyng

Jason Flemyng
als Charlie Bovery

Fabrice Luchini
als Martin Joubert

Isabelle Candelier
als Val

Kacey Mottet Klein
als Julien Joubert

Niels Schneider
als Herv

Edith Scob
als Madame de Bressigny

Mel Raido
als Patrick

Pip Torrens
als Rankin

Elsa Zylberstein
als Wizzy

Pascale Arbillot
als neue Nachbarin

Die Handlung von Gemma Bovery

Ein Literatur liebender Bäcker verfällt seiner neuen englischen Nachbarin Gemma Bovery, die sich mit ihrem Mann in der Normandie niederlässt. Der Franzose in den Fünfzigern glaubt in ihr die moderne Reinkarnation von Gustave Flauberts Romanheldin Emma Bovary zu erkennen und sucht nach Parallelen zwischen den beiden in ihrer Ehe gelangweilten Frauen. Als das Objekt heimlicher Begierde eine Affäre mit einem Adelsspross beginnt, will er Gemma vor ihrem scheinbar vorbestimmten Schicksal schützen und spinnt eine Intrige, die das Unglück erst in Gang setzt.

Ein Bäcker verfällt seiner neuen englischen Nachbarin Gemma Bovery, die sich mit ihrem Mann in der Normandie niederlässt. Der Franzose glaubt in ihr die moderne Reinkarnation von Gustave Flauberts Romanheldin Emma Bovary zu erkennen und sucht nach Parallelen zwischen den beiden in ihrer Ehe gelangweilten Frauen. Als das Objekt heimlicher Begierde eine Affäre mit einem Adelsspross beginnt, will er Gemma vor ihrem scheinbar vorbestimmten Schicksal schützen und spinnt eine Intrige, die das Unglück aber erst in Gang setzt.

Ein Bäcker und Flaubert-Fan träumt in seine neue Nachbarn namens Bovery Flauberts berühmte Romanfiguren hinein. Gemma Arterton als Gemma Bovery in einer Dramödie, die gekonnt mit Versatzstücken der Flaubert-Klassiker spielt.

Kritik zu Gemma Bovery

Amüsante Neuinterpretation von Gustave Flauberts "Madame Bovary" mit Fabrice Luchini als Literatur liebendem Bäcker und Gemma Arterton als personifizierte Sinnlichkeit.

Wenn es um klassische Literatur geht, blüht Fabrice Luchini auf, ob in "Molière auf dem Fahrrad", wo er mit Lambert Wilson um die richtige Interpretation von Molières "Der Menschenfeind" ringt oder hier, wo er als Martin Joubert glaubt, in der Engländerin Gemma Bovery der Reinkarnation von Gustave Flauberts tragischer Romanheldin zu begegnen. Der einstige Lektor in Paris hat sich angewidert vom eitlen Kulturbusiness in die Normandie zurückgezogen und die Bäckerei seines Vaters übernommen. Als ein englisches Ehepaar in das Haus gegenüber einzieht, ist der Mann in den Fünfzigern fasziniert von der Schönheit und Laszivität der neuen Nachbarin (Gemma Arterton), beide treffen sich oft bei Spaziergängen mit ihren Hunden. Während sie in ihm nur den Schöpfer wundervoller Brotkreationen sieht, erwacht in ihm nach zehn Jahren ehelicher Ruhe im Schritt erneut die Libido. Gemma ist für ihn eine moderne, nach Abenteuern suchende "Madame Bovary", die sich in ihrer Ehe langweilt und von Männern enttäuscht wird und die er vor ihrem Schicksal beschützen will. Mit fatalen Folgen.

Nach der Graphic Novel von Posy Simmonds ("Tamara Drewe", ebenfalls verfilmt mit Arterton in der Titelrolle) verbindet Anne Fontaine das komische Potenzial mit der inneren Verzweiflung des Protagonisten. Für Pascal Bonitzer, der das Drehbuch schrieb (Simmonds war für die englischen Dialoge zuständig), ist es Gelegenheit mit intellektueller Raffinesse aufzutrumpfen. Der mehrfache Koautor von Jacques Rivette spinnt ein fragiles Netz aus unerfülltem Begehren und literarischer Besessenheit, erzählt im Gegensatz zur Vorlage das Drama konsequent aus männlicher Perspektive. Luchini als Mischung aus Voyeur und Privatdetektiv, ein Verschmähter, der unter der platonischen Liebe leidet und noch mehr unter Gemmas heißer Affäre mit einem jungen Adelsspross, spielt mit großer Präsenz und gleichzeitiger Zurückhaltung. Teigkneten ist für ihn sein ganz persönliches Yoga, eine Kunst, die er in einer erotisch aufgeladenen Szene die Engländerin lehrt.

Trotz düsterer Momente ist "Gemma Bovery" ein leichter Sommerfilm in Cinemascope-Format, der zwischen Roman und Fiktion wechselt, alten Texten eine neue Bedeutung verleiht und sich dabei auch über moderne Banalität der Sprache mokiert. Nicht nur die Hauptfiguren stimmen bis ins Detail, auch die Nebenfiguren von Isabelle Candelier als Martins spitzzüngige Gattin bis hin zu Gemmas Lover Niels Schneider. Das gar nicht klassische Ende krönt das kongeniale Spiel von Gestern und Heute in einer letzten Volte. mk.

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Info

  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 18.09.2014

Frankreich/Großbritannien 2014

Länge: 1 h 39 min

Genre: Drama

Originaltitel: Gemma Bovery

Regie: Anne Fontaine

Drehbuch: Pascal Bonitzer, Anne Fontaine

Musik: Bruno Coulais

Produktion: Philippe Carcassonne, Matthieu Tarot

Kostüme: Pascaline Chavanne

Kamera: Christophe Beaucarne

Schnitt: Annette Dutertre

Ausstattung: Arnaud de Moléron

Website: http://www.gemma-bovery.de