In der Quinzaine ausgezeichnetes hartes Drama über verbale und physische Gewalt in der Ehe.

Kinostart: 11.10.2007

Victoria Trauttmansdorff

Victoria Trauttmansdorff
als Anne Hoffmann

Matthias Brandt

Matthias Brandt
als Georg Hoffmann

Wotan Wilke Möhring

Wotan Wilke Möhring
als Michael Gleiwitz

Susanne Bormann
als Denise

Anna Brass
als Marie Hoffmann

Claus-Dieter Clausnitzer
als Andreas Hinreich

Pablo Ben-Yakov
als Lukas Hoffmann

Anne Ratte-Polle
als Sabrina

Jochen Striebeck
als Hans Josef

Özgür Özata
als Ahmed Celik

Maria Körber
als Mechthild

Till Butterbach
als Polizei Kollege

Guntram Brattia
als Arzt

Ole Ohlson
als Robert

Die Handlung von Gegenüber

Georg (Matthias Brandt) und Anne (Victoria von Trautmannsdorff) sind ein scheinbar normales, nettes Paar. Doch die Vorweihnachtszeit steht unter keinem guten Stern. Grundschullehrerin Anne rastet immer öfter aus, beschimpft ihren Mann. Der Polizist erduldet die Ausbrüche und versucht zu beschwichtigen. Ihre beiden Kinder haben aus diesem Grund die Eltern längst verlassen. Selbst als Anne zuschlägt und ihn obendrein vor seinen Augen betrügt, lässt sich Georg nicht aus der Reserve locken. Weder ihr Sohn Lukas noch Annes Eltern können helfen.

Hartes Drama, mit dem Jan Bonny sehr düstere Szenen einer Ehe ausmalt. Die Folgen von körperlicher und seelischer Gewalt sind subtil inszeniert und grandios gespielt. Ein verhängnisvolles Schmerzlabyrinth tut sich auf, in dem Sprachlosigkeit und Abhängigkeit herrschen.

Ein normals Paar: Er ist Polizist, sie Grundschullehrerin, ihre Kinder sind erwachsen. Hinter der freundlich gutbürgerlichen Fassade brodelt es. Sie rastet aus, wirft ihm nicht nur Schimpfwörter an den Kopf, sondern schlägt auch nach ihm und betrügt ihn schließlich vor seinen Augen. Doch sie kann ihn nicht aus der Reserve locken.

Auf den ersten Blick sind sie ein nettes Paar, der Polizist und die Grundschullehrerin, sie sind stolz auf ihre Kinder, haben sich in der Unauffälligkeit eines Lebens eingerichtet, das für beide zur Hölle wird. Was niemand weiß - immer wieder rastet die Frau komplett aus, demütigt ihren Mann mit Worten, traktiert ihn brutal mit Händen und Füßen. Und er wehrt sich nicht, flüchtet sich in stoische Ruhe und versucht die Aufgeregte zu beruhigen. Vergebens. Als dann für den besonnenen Polizisten eine Beförderung ansteht, eskaliert die Situation.

Kritik zu Gegenüber

Das harte Drama über verbale und physische Gewalt in der Ehe, die hier von einer Frau ausgeht, erhielt in der Quinzaine eine Lobenden Erwähnung.

Zwei im Kino nicht sehr bekannte Schauspieler legen eine außergewöhnliche Performance hin, Victoria Trauttmansdorff und Matthias Brandt. Auf den ersten Blick sind sie ein nettes Paar, der ordentliche Polizist und die hübsche Grundschullehrerin, sie sind stolz auf ihre erwachsenen Kinder, haben sich in der Unauffälligkeit eines Lebens eingerichtet, das für beide zur Hölle wird. Was niemand weiß - immer wieder rastet die Frau komplett aus, demütigt ihren Mann mit Worten, traktiert ihn brutal mit Händen und Füßen. Und er wehrt sich nicht, flüchtet sich in stoische Ruhe und versucht die Aufgeregte zu beruhigen. Vergebens. Als dann für den besonnenen Cop eine Beförderung ansteht, eskaliert die Situation, bis der Gepeinigte irgendwann psychisch nicht mehr kann und zurückschlägt.

Der erst 28-jährige Jan Bonny zeichnet subtil das Halbdunkel zwiespältiger Gefühle, das Gefangensein zweier Menschen in einer abgründigen Verflechtung aus Liebe und Gewalt, die krampfhaft die Fassade der Normalität nach außen aufrecht erhalten, hinter der es heftig kracht. Er folgt akribisch der inneren Logik der Konfliktbeziehung, für ihn eine Fortschreibung normaler Verhältnisse unter unglücklichen Vorzeichen. Täter- und Opferverhalten bedingen sich, und gerade bei der weiblichen Protagonistin sind die Ausfälle als Hilfeschrei zu deuten, der ohne Resonanz verhallt. Sie will einen adäquaten Gegenpart, keinen, der sich ihr unterwirft. In ihrer Wut über das ständige Aus- und Zurückweichen des Partners, betrügt sie ihn mit einem Kollegen vor seinen Augen, macht ihn vor anderen fertig, immer in der Erwartung einer Reaktion.

"Szenen einer Ehe", in denen es keine Aussprache über verlorene Sehnsüchte gibt, sondern nur Sprachlosigkeit, Abhängigkeit, Erschöpfung. In diesem Labyrinth des Schmerzes bleibt kaum Hoffnung, auch wenn das letzte Bild eines in sich verschlungenen Paares Versöhnung signalisiert. Aber vielleicht auch nur eine Atempause vor der finalen Emotions-Schlacht. mk.

Wertung Questions?

FilmRanking: 13469 >99

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

Plakat des Films: Gegenüber
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 11.10.2007

Deutschland 2007

Länge: 1 h 45 min

Genre: Drama

Originaltitel: Gegenüber

Regie: Jan Bonny

Drehbuch: Jan Bonny, Christina Ebelt

Produktion: Bettina Brokemper

Kostüme: Frauke Firl

Kamera: Bernhard Keller

Schnitt: Stefan Stabenow

Ausstattung: Tim Pannen

Website: http://www.gegenueber-film.de