Nachdenklicher Science-fiction-Film klassischer pessimistischer Prägung. Atmosphärisch dicht mit ausgeprägtem Stilwillen.

Kinostart: 09.07.1998

Ethan Hawke

Ethan Hawke
als Vincent/Jerome

Uma Thurman

Uma Thurman
als Irene

Jude Law

Jude Law
als Jerome/Eugene

Gore Vidal
als Director Joseph

Alan Arkin
als Detective Hugo

Loren Dean
als Anton

Jayne Brook
als Marie

Elias Koteas
als Antonio

Chad Christ
als junger Vincent

William Lee Scott
als junger Anton

Tony Shalhoub
als German

Ernest Borgnine
als Caesar

Handlung

Nur wer über eine perfekte DNS-Struktur verfügt, hat in der nahen Zukunft eine Chance auf gesellschaftliche Anerkennung. Vincent hingegen muß niedere Arbeiten verrichten. Als er die Identität des verkrüppelten Olympioniken Jerome übernimmt, scheint sein Traum, Astronaut zu werden, doch noch in Erfüllung zu gehen. Doch dann geschieht ein Mord - und Vincent ist der Hauptverdächtige.

Vincent, in der nahen Zukunft lebend, ist ein Mensch zweiter Klasse. Auf natürlichem Wege geboren, anfällig für Krankheiten, eignet er sich nicht dazu, ins Raumfahrtprogramm der Organisation Gattaca aufgenommen zu werden. Doch genau dies ist sein Traum. Also nimmt er kurzentschlossen die Identität eines anderen an und schleicht sich in den Mega-Konzern ein. Das Ziel vor Augen, droht ihn ein Gewaltakt zu vernichten. Vincent könnte nicht nur als Betrüger entlarvt, sondern auch als Unschuldiger für einen Mord verurteilt werden...

Nur wer über eine perfekte DNS-Struktur verfügt, hat in der nahen Zukunft eine Chance auf gesellschaftliche Anerkennung. Nachdenklicher Science-fiction-Film klassischer pessimistischer Prägung. Atmosphärisch dicht mit ausgeprägtem Stilwillen.

Kritik

Ein Fingernagel, ein Haar, eine Wimper, selbst eine winzige Hautschuppe können eine Person mittels des genetischen Fingerabdrucks identifizieren. Der atmosphärisch faszinierende Low-Tech-SciFi-Film des Regienovizen Andrew Niccol (schrieb das Drehbuch für den nächsten Jim-Carrey-Film "The Truman Show") zeichnet in diesem Kontext ein steriles, deprimierendes Bild einer "schönen neuen Welt", das er in einem auch ohne Spezialeffektorgien stets interessanten und nachdenklichen Thriller mit raffinierten Handlungswendungen und guten Schauspielleistungen von Ethan Hawke, Uma Thurman und vor allem Jude Law eindringlich an den Mann bringt.

In Orwellscher Tradition wird nichts mehr dem Zufall überlassen - alle Aspekte des Lebens sind minuziös kontrolliert und überwacht. Die kommende Klassengesellschaft diskriminiert nicht mehr nach Alter, Geschlecht oder Rasse, sondern nach DNS-Struktur. Eine genetisch gezüchtete Gruppe von "Gültigen", der Uma Thurmans Figur angehört, bildet die Elite, während natürlich gezeugte Personen, wie Ethan Hawkes Vincent, als "Ungültige" bezeichnet werden und niedere Arbeiten verrichten müssen.

Doch Vincent wendet sich an einen "Identitäten-Makler" (Tony Shalhoub), der ihn mit dem verbitterten "Gültigen" Jerome (Jude Law) zusammenbringt. Der ehemalige olympische Schwimmer Jerome ist nach einem Unfall ein Krüppel, doch mit Hilfe seiner einwandfreien Blut-, Urin- und Haarproben nimmt Vincent dessen perfekte Identität an und verwirklicht seinen Traum, als Astronaut bei der Gattaca Corp. tätig zu sein. Er steht kurz davor, den Flug zum Titan, Plutos größtem Trabanten, anzutreten. Als jedoch einer seiner Vorgesetzten ermordet aufgefunden und eine von Vincents eigenen Augenwimpern bei der Spurensuche aufgesaugt wird, macht er sich berechtigte Sorgen, als Betrüger oder schlimmer noch, als Mörder entlarvt zu werden - obwohl er unschuldig ist.

Uma Thurman ("Batman & Robin") mimt mit eisgekühlter Eleganz Hawkes zunächst mißtrauische Kollegin und Love interest, die wie er an einem Herzfehler leidet, was ihr ironischerweise aufgrund ihrer genetischen Fertigung nachgesehen wird. In weiteren Rollen sind Gore Vidal und Ernest Borgnine als Gattaca-Manager, Alan Arkin als hartnäckiger Detective und Loren Dean als Cop mit einem überraschenden Geheimnis zu sehen. Niccol, der auch das Drehbuch schrieb, nimmt die heutigen Wertvorstellungen von Perfektion und übersteigert sie in relativ geringem Maße. Ohne aufwendige Special Effects, lediglich mit einem ausgeprägten Gefühl für atmosphärische visuelle Komposition, interessante Charakterzeichnung und dem Einsatz von Metaphern und Symbolismus, gelingt es ihm, einen nachdenklichen Science-Fiction-Film klassisch pessimistischer Prägung zu drehen. Seine dunkel-depressive Zelluloid-Zukunftsvision um die Zerstörung der Individualität zugunsten kontrollierter Konformität überzeugt mit paranoiden Untertönen und unverhohlener Sozialkritik. Besonderes Augenmerk wurde auf die Details gelegt, so daß selbst mit geringen Mitteln ein enormer Effekt erzielt wird. Unterstrichen wird die spartanische Eleganz der Produktion von dem eindringlich-sphärischen Score von Michael Nyman, der sich mit der Musik für "Das Piano" und diverse Peter-Greenaway-Filme einen Namen machte. Das US-Publikum zeigte sich an der futuristischen Fiktion nur begrenzt interessiert, im Zeitalter geklonter Schafe war ihm der Inhalt wohl ein wenig zu realitätsbezogen. ara.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 09.07.1998

USA 1997

Länge: 1 h 46 min

Genre: Sci-Fi

Originaltitel: Gattaca

Regie: Andrew Niccol

Drehbuch: Andrew Niccol

Musik: Michael Nyman

Produktion: Michael Shamberg, Stacey Sher, Danny DeVito

Kostüme: Colleen Atwood

Kamera: Slawomir Idziak

Effekte: Gary D'Amico

Schnitt: Lisa Zeno Churgin

Ausstattung: Jan Roelfs, Sarah Knowles