Spannender Großstadtthriller um einen Berliner Drogencop, der von Berufs wegen gezwungen wird, gegen zwei ehemalige Freunde zu ermitteln. Gekonnte Mischung aus Psychodrama und Krimi.

Kinostart: nicht bekannt

Benno Fürmann

Benno Fürmann
als Nils

Christiane Paul

Christiane Paul
als Caro

Erdal Yildiz

Erdal Yildiz
als Tayfun

Michael Gwisdek
als Schenk

Irene Kugler
als Rebekka

Erhan Emre
als Tuncay

Susanne Bormann
als Miriam

Matthias Schweighöfer
als Speedy

Aykut Kayacik
als Erol

Cem Taygur
als Joy

Murat Yilmaz
als Birol

Gode Benedix
als Mechaniker

Orhan Kilic
als Orhan

Bernd Stempel
als Johann

Henrika Spillner
als Frauke

Arzu Bazman
als Serpil

Dennis Habedank
als Nils (10)

Patricia Kubick
als Caro (10)

Harum Somun
als Tayfun (12)

Handlung

Bei einer Razzia treffen die beiden einstigen Freunde Nils und Tayfun unerwartet aufeinander: Nils als Cop, Tayfun als Verdächtiger. Nils lässt Drogen verschwinden, um Tayfun zu entlasten, doch seine Aktion bleibt nicht unentdeckt. Unter Druck gesetzt, muss Nils seine alten Kumpels auszuspionieren. Nils trifft seine große Liebe Caro wieder, die jetzt mit Tayfun zusammen ist. Alte Emotionen kochen wieder hoch und setzen einen Teufelskreis in Bewegung.

Nach Jahren ohne Kontakt läuft dem desillusionierten Berliner Polizisten Nils sein ehemals bester Kumpel Tayfun wieder über den Weg - und das ausgerechnet bei einer Razzia in einer Kneipe. Eigentlich müsste Nils Tayfun verhaften, doch stattdessen lässt er das belastende Päckchen Heroin kurzerhand verschwinden - mit fatalen Folgen. Denn der "Freundschaftsdienst" fliegt wenig später auf, der Gesetzeshüter verliert seinen Job und muss obendrein noch erfahren, dass seine große Liebe Caro mittlerweile mit Tayfun zusammenlebt.

Früher waren sie die besten Freunde. Jahre später treffen sie sich wieder: Nils ist inzwischen Polizist, Tayfun kriminell. Und wieder kommt die gemeinsame Liebe zu Caro, der dritten im Bunde, ins Spiel.

Kritik

Freundschaft, Liebe und Verrat in einer Dreiecksgeschichte in Berlin-Kreuzberg, mit bemerkenswert atmosphärischem Kino-Atem inszeniert und der genau richtigen Prise Realismus versetzt. Regisseur und Drehbuchautor Martin Eigler schafft Thriller-Spannung und Krimi-Ambiente im deutsch-türkischen Polizei- und Drogenmilieu. Ein bisschen Großstadtwestern und ein Touch Gangsterfilm nicht nur für ein jugendliches Publikum, sondern für Kinofans überhaupt.

Der 36-jährige Martin Eigler ist Absolvent der Berliner Filmhochschule dffb, und "Freunde" ist sein erstaunlicher Abschlussfilm. Er ist bemerkenswert souverän inszeniert und trotzdem nie routiniert, nie glatt, sondern hier und da auch mal erfrischend gar nicht perfekt, wenn das Hin und Her von Undercover-Auftrag und Freundschaft, Vertrauen und Zweifel, Bespitzeln und Aufrichtigkeit in Montage, Rhythmus und Timing ein wenig überfrachtet daherkommt. Eigler, der TV-Dokumentationen und mehrere Regieassistenzen bei Matthias Glasner und Dominik Graf gemacht hat, ist also keineswegs unerfahren an seinen ersten abendfüllenden Spielfilm herangegangen. Und er hat eine große Lust, Geschichten von Menschen hier und heute zu erzählen, spannend in eine Genre-Geschichte fürs Kino verpackt. Zwei Männer und eine Frau, die klassische Konflikt-Konstellation, hat er zusammen mit Sönke Lars Neuwöhner zu einem griffigen Drehbuch geschrieben, das mit der stimmigen Besetzung einfach nicht schief gehen konnte. Benno Fürmann ist der Polizist, der bei einer Razzia in der Bar seines türkischen Jugendfreundes ein belastendes Heroin-Paket verschwinden lässt. Nils und Tayfun (den Erdal Yildiz mit wunderbar differenziert emotionalen Zwischentönen spielt) hatten sich jahrelang nicht gesehen, seit das Mädchen Caro (Christiane Paul) sich nicht zwischen den beiden Freunden entscheiden konnte. Jetzt ist die Freundschaft einer neuen schicksalhaften Zerreißprobe ausgesetzt. Die Polizei findet heraus, dass Nils Tayfun geholfen hat, und zwingt ihn, als V-Mann gegen den Türken zu ermitteln, während sie ihn offiziell vom Dienst suspendiert. Nichts wird mehr so sein wie früher, und die Situation spitzt sich mehr und mehr zu, bis sie sich in einer furchtbaren Explosion entlädt. Und am Ende holt der Film zu einer großen melancholisch romantisch heroischen Kino-Geste aus, die sich durchaus mit Melville oder Mervyn LeRoy messen kann. Benno Fürmann zeigt Noir-Qualitäten dank Martin Eiglers schwarzem Regie-Talent, das hier auch andere Berlin-Bilder als die sattsam bekannten provoziert. "Freunde" ist ganz einfach spannendes Kino. Aus Deutschland. fh.

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Info

Plakat des Films: Freunde

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2000

Länge: 1 h 40 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Freunde

Regie: Martin Eigler

Drehbuch: Sönke Lars Neuwöhner, Martin Eigler

Musik: Johannes Kobilke, Moe Jaksch, Tom Reiss

Produktion: Sigrid Hoerner, Anne Leppin, Martin Walz

Kostüme: Chalune Seiberth

Kamera: Michael Mieke

Schnitt: Dirk Grau

Ausstattung: Thilo Mengler

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