Drama um einen Schriftsteller, der seine Familie besucht, um ihr zu sagen, dass er bald stirbt.

Kinostart: 29.12.2016

Nathalie Baye

Nathalie Baye
als Mutter

Gaspard Ulliel

Gaspard Ulliel
als Louis

Vincent Cassel

Vincent Cassel
als Antoine

Marion Cotillard
als Catherine

Léa Seydoux
als Suzanne

Antoine Desrochers
als Pierre

Die Handlung von Einfach das Ende der Welt

Ein Schriftsteller kehrt in seine Geburtsstadt zurück, um seiner Familie mitzuteilen, dass er bald sterben wird. Über ein Jahrzehnt ist er abwesend gewesen, man ist sich inzwischen vollkommen fremd und hat sich emotional voneinander entfernt. So erweist sich die Kommunikation als überaus schwierig, man hört sich nicht zu und redet aneinander vorbei. Alle Beteiligten tun sich extrem schwer, ihre wahren Gefühle zu offenbaren.

Kritik zu Einfach das Ende der Welt

Das kanadische Wunderkind, wie Xavier Dolan genannt wird, kehrt nach dem Jury-Preis 2014 für "Mommy" zum fünften Mal nach Cannes zurück. In seinem sechsten Film holt er erstmals große Stars vor die Kamera und weitet sein Spektrum aus, erzählt nicht von Müttern und Söhnen, sondern von Familie.

Es ist selbstverständlich, dass Dolan auch mit der Verfilmung des eher sperrigen Theaterstücks von Jean-Luc Lagarce eine ungewöhnliche Perspektiven einnimmt. Er mixt eine Überdosis Pop (Original-Score Gabriel Yared) mit Kreisch-Orgien, die gehörig an den Nerven zerren. Trotzdem verliert er keine Sekunde seine Erzählung aus den Augen, findet immer wieder den direkten, unverstellten Blick auf seinen Protagonisten - und der geht unter die Haut: Ein schwuler Autor kehrt nach zwölf Jahren Abwesenheit nach Hause zurück, um seiner Familie zu beichten, dass er sterben wird. Die Animositäten einer dysfunktionalen Familie liefern den Hintergrund: Die jüngere Schwester ist dauer-high und dauerbeleidigt, weil der Bruder sie im Stich ließ, als sie noch ein Kind war. Sie ist im symbiotischen Konkurrenzkampf mit der Mutter, die schon immer äußeren Schein mit echter Befindlichkeit verwechselte und Gefühle hinter einer Fassade aus Klischees verbirgt, und sich im Dauer- Clinch mit dem älteren Bruder und seinem unerträglichen Macho-Gehabe befindet. Nur dessen unsichere, aber herzliche Frau versteht, warum das Familientreffen anberaumt wurde.

Die Bühne des Hauses wird nur kurz verlassen - Anreise, wenige Flashbacks, eine ungeschnittene, halsbrecherische Autofahrt der beiden Brüder, ein Telefonat, das erklärt, dass es draußen jemanden gibt, der auf ihn wartet. Nie leugnet der Film seine Theaterherkunft, bezieht eben daraus Dichte und Wucht, ähnlich Polanskis "Der Gott des Gemetzels", allerdings ohne dessen scharfsinnigen Blick und ohne jede Art von Humor. Dolan konzentriert sich auf die Tragödie der Unfähigkeit zum Zuhören, zur Empathie, zum Sehen des Abgrunds, der sich mit jedem Wort auftut.

Hinter der oft anstrengenden Oberfläche aus Lärm und Gebrüll ist die Verletzlichkeit der Figuren spürbar, der Blick in Gaspar Ulliels fragende, zweifelnde, wissende Augen berührend. Dass er am Ende mit seiner Mission scheitert, seiner Familie einmal die Wahrheit zu sagen, ist angesichts dessen, was ihn erwartet, letztlich irrelevant. Die Darsteller liefern exzellente Leistungen, offenbaren die Spannung zwischen Geschwistern, Einsamkeit und Bitterkeit. Die Jury, deren Mitglied Dolan im letzten Jahr war, verlieh dem starken Kammerspiel den Großen Preis. boe.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 29.12.2016

Kanada/Frankreich 2016

Länge: 1 h 39 min

Genre: Drama

Originaltitel: Juste la fin du monde

Regie: Xavier Dolan

Drehbuch: Xavier Dolan

Musik: Gabriel Yared

Produktion: Michel Merkt, Nancy Grant, Sylvain Corbeil, Nathanaël Karmitz, Elisha Karmitz, Xavier Dolan

Kostüme: Sophie Beasse

Kamera: André Turpin

Schnitt: Xavier Dolan

Ausstattung: Colombe Raby

Website: http://www.weltkino.de/film/kino/einfach_das_ende_der_welt