Drama um ein Familiengeheimnis nach dem gleichnamigen autobiografischen Roman von Philippe Grimbert.

Kinostart: 18.12.2008

Patrick Bruel
als Maxime Grinberg

Cécile de France

Cécile de France
als Tania

Ludivine Sagnier

Ludivine Sagnier
als Hannah

Mathieu Amalric
als Fran

Julie Dépardieu
als Louise

Nathalie Boutefeu
als Esther

Yves Verhoeven
als Guillaume

Sam Garbarski
als Joseph

Handlung

Zehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg: Einzelkind François (Valentin Vigourt) ist überfordert. Der 7-Jährige kann die hohen Erwartungen seiner sportlichen Eltern nicht erfüllen: Mutter Tania (Cécile de France) ist eine erstklassige Schwimmerin, Vater Maxime (Patrick Bruel) ein immer noch durchtrainierter Profiathlet. Trost verschafft ihm ein imaginärer Bruder - und die jüdische Nachbarin Louise (Julie Depardieu), die später sein dunkles Familiengeheimnis offenbart.

Nach dem Roman von Philippe Grimbert fächert Regiemeister Claude Miller ("Das Verhör") auf drei Zeitebenen ein bewegendes Familiendrama auf. Er verbindet jüdische Geschichte im Zweiten Weltkrieg über die 50er Jahre bis heute zu einer emotionalen Reise durch die deutsche Besetzung Frankreichs.

Frankreich, zehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg: Der siebenjährige Francois, dem die Fußstapfen seiner im Spitzensport erfolgreichen Eltern zu groß sind, flüchtet sich regelmäßig in den Dialog mit seinem imaginären großen Bruder sowie seiner jüdischen Nachbarin Louise. Diese vertraut ihm Jahre später ein streng gehütetes Geheimnis um seine Eltern an, das dunkle Schatten auf deren Vergangenheit wirft. Er erfährt von seiner eigenen jüdischen Herkunft und der Flucht seiner Eltern vor den Nazis. Doch das ist erst der Anfang von unsichtbaren Fäden, die seine eigene Lebenswirklichkeit mit der Geschichte seiner Eltern verbinden.

Frankreich, zehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg: Der siebenjährige François flüchtet sich regelmäßig in den Dialog mit seinem imaginären großen Bruder sowie seiner jüdischen Nachbarin Louise. Diese vertraut ihm Jahre später ein streng gehütetes Geheimnis um seine Eltern an, das dunkle Schatten auf deren Vergangenheit wirft. Er erfährt von seiner eigenen jüdischen Herkunft und der Flucht seiner Eltern vor den Nazis. Mehr und mehr nähert sich François' Lebenswirklichkeit an die Geschichte seiner Eltern an.

Kritik

Claude Miller verknüpft jüdische Familiengeschichte um ein dunkles Geheimnis auf drei Zeitebenen: Sie verbindet die Zeit des Zweiten Weltkrieges mit den 1950er Jahren und der Gegenwart.

Neuanfang rund zehn Jahre nach dem Krieg, die 50er Jahre bedeuten Freiheit und Hoffnung, die Schatten der Vergangenheit sollen ruhen. Die ersten Bilder vermitteln Lebensfreude. Ein Freibad, gut gelaunte Gäste, fröhliches Gekreisch. Nur der siebenjährige François wirkt wie ein Fremdkörper. Ein schmächtiges Bürschchen mit eingezogenen Schultern, der sich nur mal kurz ins Becken traut während seine schöne Mutter die Blicke auf sich zieht und mit tollem Sprung ins Wasser gleitet. Der Vater ein durchtrainierter Sportler verzweifelt fast an seinem Sohn, der auch im Übungsraum zu Hause wie ein nasser Sack an den Ringen hängt. Der Kleine fühlt sich nicht akzeptiert und flüchtet in eine Fantasiewelt mit einem großen Bruder und zur jüdischen Nachbarin Louise, die ihn immer wieder aufmuntert und am 15. Geburtstag ein streng gehütetes Familiengeheimnis erzählt. Die Adaption von Philippe Grimberts Roman, der reale Tatsachen und Personen fiktionalisiert, ist ein facettenreiches Spiel auf drei Zeitebenen: Ende der 1930er Jahre mit ihrem Körperkult, Krieg und Judendeportation, die Kindheit und Jugend des Jungen in den 1950er Jahren und François als erwachsener Mann und Vater in der Gegenwart. Der aus einer Familie nicht-praktizierender Juden stammende Claude Miller betrachtet die Geschichte aus soziologischen Aspekten, verarbeitet eigene Erinnerungen, denn auch er verbrachte Stunden mit Lesen statt mit Körperertüchtigung. Im Gegensatz zu anderen Filmen, die Vorkriegsszenen und Vergangenheit oft in Sepia zeigen, sind hier die Gegenwarts-Passagen in schwarz-weiß, was dem Stil des Buches entspricht, in dem die Gegenwart in der Vergangenheitsform und die Vergangenheit in der Gegenwartsform geschrieben ist. Die Frage von Identität und Herkunft steht im Mittelpunkt, Menschen, die über ihre Wurzeln schweigen und sich und anderen dadurch Leid zufügen und die Zukunft der nächsten Generation erschweren. Der Zeitmix macht das Drama nicht gerade leicht zugänglich, dafür entschädigen die starken Emotionen und Schauspieler wie Cécile de France als blonde Femme Fatale und Ludivine Sagnier als herzergreifende naive junge Frau, die ihr Eheglück zerspringen sieht. mk.

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Info

Plakat des Films: Ein Geheimnis
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 18.12.2008

Deutschland/Frankreich 2007

Länge: 1 h 46 min

Genre: Drama

Originaltitel: Un secret

Regie: Claude Miller

Drehbuch: Natalie Carter, Claude Miller

Musik: Zbigniew Preisner

Produktion: Yves Marmion

Kostüme: Jacqueline Bouchard

Kamera: Gérard de Battista

Schnitt: Véronique Lange

Ausstattung: Jean-Pierre Kohut-Svelko

Website: http://www.ein-geheimnis.de