Marvel-Leinwand-Abenteuer um einen ehemaligen Chirurgen mit magischen Fähigkeiten.

Kinostart: 27.10.2016

Rachel McAdams

Szenenbild aus Doctor Strange 3D mit Benedict CumberbatchBenedict Cumberbatch

Benedict Cumberbatch
als Dr. Stephen Strange

Chiwetel Ejiofor

Chiwetel Ejiofor
als Baron Mordo

Tilda Swinton

Benedict Wong
als Wong

Mads Mikkelsen
als Kaecilius

Michael Stuhlbarg
als Dr. Nicodemus West

Die Handlung von Doctor Strange 3D

Dr. Stephen Strange ist ein ebenso genialischer wie arroganter Chirurg, der nach einem Autounfall die Macht über seine Hände verliert. Auf der Suche nach körperlicher Heilung macht er sich auf den Weg ans Ende der Welt, genauer gesagt: Tibet, wo er sich bei der Eremitin The Ancient One Heilung verspricht. The Ancient One ist eine mythische Hüterin der Welt, die dunklen Mächten den Zutritt verwehrt. Sie bildet Strange zum Obersten Zauberer aus. Keine Sekunde zu früh, denn ein ehemaliger Schützling führt Böses im Schilde.

Nach dem Verlust der Kontrolle seiner Hände macht sich ein Chirurg auf den Weg nach Tibet, wo er sich Heilung verspricht - und viel mehr bekommt. Visuell berauschende Verfilmung eines Marvel-Comics mit Benedict Cumberbatch.

Kritik zu Doctor Strange 3D

Visuell überwältigende Entstehungsgeschichte des Marvel-Helden, der vom begnadeten Chirurgen zum Herrscher über virtuelle Welten wird.

Man könnte es sich einfach machen. Man könnte einfach schreiben: So sähe "Inception" aus, wenn der Film nach einer Überdosis des ersten Albums von Pink Floyd versuchen würde, "2001 - Odyssee im Weltraum" als Superheldensaga neu zu erfinden. Denn obwohl in dieser Beschreibung im Grunde schon alles steckt, was den neuesten Marvel-Film so ureigen macht und als den wohl ungewöhnlichsten und eigenwilligsten des Studios auszeichnet, seitdem die überzeugende Erfolgssaga der Filmabteilung des Comic-Hauses mit "Iron Man" vor acht Jahren begann, würde man dieser Geschichte von der Geburt eines weiteren Superhelden doch nicht damit gerecht werden. Tatsächlich ist es die große Leistung des ausgewiesenen Horrorexperten Scott Derrickson, der seinen größten Erfolg bislang mit "Sinister 2" gefeiert hatte, aus einem vermeintlich unmöglichen Comicstoff einen Film zu machen, der sich jederzeit ganz unverkennbar der sorgfältigen und liebevollen Erzähltradition der jüngsten Marvel-Filme bedient, andererseits aber auch nach Mächten die Grenzen der Genrekonventionen auslotet und sie mit verrückten Einfällen immer wieder überschreitet, ein bisschen wie es den "Hellboy"-Filmen in ihren luzidesten Momenten gelang.

Da ist es sekundär, dass sich im Zentrum eine gähnende Leere auftut, dass der Film doch irre viel Gewese um letztlich nicht sehr viel macht. Womöglich steckt eine perfide Absicht dahinter, eine clevere Subversion, wo sich doch eine Handlung entfaltet, in der sich alles um Bewusstseinserweiterung dreht, um religiöse Erleuchtung und psychedelische Grenzerfahrung. Fest steht, dass Derrickson seine Geschichte eines ebenso genialischen wie arroganten Chirurgen, der nach einem Autounfall die Macht über seine Hände verliert und auf der Suche nach körperlicher Heilung am Ende der Welt einem spirituellen Makeover unterzogen wird, nutzt, um den Interstellar Overdrive einzuschalten und ein visuelles Feuerwerk abzubrennen, dass einem wiederholt der Mund offen stehen bleibt. Ganze Wolkenkratzerschluchten rollen sich da zusammen und falten sich auseinander, Trips durch Lichtkanäle und surreale Traumwelten entspinnen sich, und das schneller, als man "Stanley Kubrick" und "Christopher Nolan" sagen kann.

Als Titelfigur ist Benedict Cumberbatch gewiss die Idealbesetzung, auch wenn man sich nicht immer des Eindrucks erwehren kann, dem Briten sei mittlerweile so oft gesagt wurde, er sei absolut brillant, dass er den eigenen Hype zu glauben beginnt. Gewiss, eine gewisse Blasiertheit passt gut zu dem Typen, den er hier spielt, einen charakterlich auffällig nahen Verwandten von Robert Downey Jrs Tony Stark/Iron Man. Dass Cumberbatch bisweilen hart am Rande zum Knattern mimt, merkt man weniger, weil ihm die Kollegen in den Nebenrollen - Tilda Swinton als undurchschaubarer Action-Dalai-Lama, Chiwetel Ejiofor als aufrechter Kämpfer und Mads Mikkelsen als gewohnt großartiger Bösewicht, der auch noch die besten Pointen bekommen hat - überlegen sind, sondern weil ihm sogar von seinem purpurroten Cape immer wieder die Schau stiehlt. Überhaupt das Cape: Was potenziell ein Utensil hätte sein können, das die Figur des Doktor Strange der absoluten Lächerlichkeit Preis gibt, wird in den Händen der Marvel-Autoren und Effektspezialisten zum heimlichen Star des Films. Nun tut man gut daran, immer aufmerksam dabei zu bleiben, wenn man durchschauen will, in welcher Spiegelrealität sich die Handlung gerade aufhält, oder aber man ergibt sich einfach der wilden Bilderflut - alles so schön bunt hier! - und lässt sich treiben. Festzuhalten ist, dass es in diesem Kinoherbst keinen anderen Film gibt, in dem 110 Minuten schneller vorüber sind als hier. Das beste Kompliment, das man Popcorn-Unterhaltung machen kann. Oder? ts.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 27.10.2016

USA 2016

Länge: 1 h 55 min

Genre: Fantasy

Originaltitel: Doctor Strange

Regie: Scott Derrickson

Drehbuch: Steve Ditko, Joshua Oppenheimer, Stan Lee, Thomas Dean Donnelly

Buchvorlage: Steve Ditko, Stan Lee

Musik: Michael Giacchino

Produktion: Kevin Feige

Kamera: Ben Davis

Schnitt: Wyatt Smith, Sabrina Plisco

Ausstattung: Charles Wood

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