Die Lebenswege zweier Schwestern zwischen Bürgerlichkeit und Terrorismus enden in einer apokalyptischen Zukunftsvision. Endzeitdrama mit starken Darstellern und Sogwirkung.

Kinostart: 04.11.2010

Bernadette Heerwagen

Bernadette Heerwagen
als Laura Kuper

Daniel Brühl

Daniel Brühl
als Hans Kr

Johanna Wokalek

Johanna Wokalek
als Cecilia Kuper

August Diehl
als Konstantin Richter

Susanne Lothar
als Martha Kuper

Ernst Stötzner
als Walter Kuper

Vincent Redetzki
als Philip Kuper

Mehdi Nebbou
als Vincent

Jürgen Vogel
als Melzer

Die Handlung von Die kommenden Tage

Die Schwestern Laura und Cecilia sind sehr unterschiedlich. Laura versucht sich an einer kaum mehr existierenden Bürgerlichkeit festzuhalten, will unbedingt ein Kind haben. Cecilia driftet in den Terrorismus ab. Um sie herum toben gewalttätige Kämpfe zwischen Demonstranten und Polizisten und zwischen Arm und Reich. Die Zivilisation bröckelt. Und dass sich Laura mit dem Freund ihrer Schwester einlässt und schwanger wird, sorgt zusätzlich für ein privates Waterloo.

Die Schwestern Laura und Cecilia sind sehr unterschiedlich. Laura versucht sich an einer kaum mehr existierenden Bürgerlichkeit festzuhalten, will unbedingt ein Kind haben. Cecilia driftet in den Terrorismus ab. Um sie herum toben gewalttätige Kämpfe zwischen Demonstranten und Polizisten und zwischen Arm und Reich. Die Zivilisation bröckelt. Und dass sich Laura mit dem Freund ihrer Schwester einlässt und schwanger wird, sorgt zusätzlich für ein privates Waterloo.

Kritik zu Die kommenden Tage

Die Lebenswege zweier Schwestern zwischen Bürgerlichkeit und Terrorismus enden in einer apokalyptischen Zukunftsvision.

Apocalypse Now ist bei Lars Kraume im Jahr 2020. Die Festung Europa hat dicht gemacht, nur wenige Übergänge führen durch die Grenzmauern nach draußen, wo Migranten in den Wäldern vegetieren - mit dem Ziel, in die Enklave der einst Wohlhabenden einzudringen. Die verlässt eine junge Frau mit ihrem Kind auf dem Arm, um Unterschlupf bei ihrem Ex-Freund in den Bergen zu suchen. In einer langen Rückblende erzählt Lars Kraume die Ereignisse im Leben zweier gegensätzlicher Schwestern acht Jahre zuvor. Die bürgerliche Laura muss sich zwischen Kinderwunsch und großer Liebe zu einem Mann mit inkompatiblen Genen entscheiden, Cecilia driftet in den Terrorismus ab. Beide bemühen sich auf ihre Weise um einen Platz in einer destabilisierten Welt.

Was bei John Hillcoats Vater-Sohn-Odyssee "The Road" in einen erschütternden Abgesang auf jegliche Humanität mündet und trotz Genre-Elementen Zeit zum Mitleiden lässt, entwickelt sich hier zum lauten Endzeitdrama mit allem, was für Action sorgt - Studentenrevolution, "Happenings", bei denen die Beteiligten brutal auf "Jagd" gehen, gewalttätige Polizisten und Demonstranten, Verteilungskämpfe zwischen Arm und Reich, das ganze Programm eben. Dass sich Laura mit dem Freund ihrer Schwester einlässt und schwanger wird, sorgt zusätzlich für ein privates Waterloo, zumal sie nur als bürgerliche Tarnung für den radikalen Umstürzler fungiert. Fast beiläufig stellt sich die Frage nach dem "guten Terroristen" und der "guten Gewalt".

Mit fast messianischem Impetus packt Kraume alles Unheil der Welt in die Story, von der Auflösung der Institution Familie über Ausbeutung der Ressourcen und der Dritten Welt, Umweltzerstörung und bewaffnete Konflikte bis hin zur finalen und epochalen Menschheitskatastrophe. Hehrer politischer und pädagogischer Ehrgeiz droht den Film zu überfrachten, der dennoch eine außerordentliche Sogwirkung entfaltet. Mit "Die kommenden Tage", die zweite Produktion von Badlands Film, kehrt Kraume nach dem improvisierten "Keine Lieder über Liebe" zum klassischen Erzählkino zurück und beeindruckt durch im deutschen Kino rare Bilderwucht und einen spektakulären Showdown. Dass die krude Story funktioniert, liegt an den stark aufspielenden Schauspielern, allen voran Bernadette Herwagen als sanfte und sehnsuchtsvolle Frau, Johanna Wokalek als abgründige Kämpferin für eine bessere Gesellschaft, Daniel Brühl als fast blinder Zivilisationskritiker und August Diehl als teuflischer "agent provocateur". Ein Mix, der stimmt. mk.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 04.11.2010

Deutschland 2010

Länge: 2 h 9 min

Genre: Drama

Originaltitel: Die kommenden Tage

Regie: Lars Kraume

Drehbuch: Lars Kraume, Christina Kallas

Musik: Christoph M. Kaiser, Julian Maas

Produktion: Jürgen Vogel, Matthias Glasner, Lars Kraume, Katrin Schlösser, Frank Döhmann

Kostüme: Esther Walz

Kamera: Sonja Rom

Schnitt: Barbara Gies

Ausstattung: Irina Kromayer

Website: http://movies.universal-pictures-international-germany.de/diekommendentage/