Spannendes Remake des Clouzot-Klassikers mit Superstarbesetzung.

Kinostart: nicht bekannt

Handlung

Der fiese Internatsleiter Guy Baron betrügt seine kränkliche und schüchterne Frau Mia mit der selbstsicheren Mathematiklehrerin Nicole. Beide Frauen - von Guys Gehabe angewiedert - beschließen das Ekel umzubringen. Alles läuft nach Plan, doch plötzlich ist die Leiche verschwunden und Hinweise häufen sich, daß Guy noch am Leben ist. Dann erscheint die resulute Detektivin Shirley Vogel auf der Bildfläche und nimmt sich des Falls an.

Guy Baran ist ein Ekel. Seine schüchterne Ehefrau Mia quält er mit groben Macho-Allüren und seine Geliebte Nicole kommandiert Baran nach Lust und Laune herum. Obwohl die beiden Frauen Rivalinnen sind, beschließen sie, sich gegen den Tyrannen zu verbünden. Sie schmieden ein tödliches Komplott, dem Baran wie geplant zum Opfer fällt. Schon bald nach dem Anschlag setzt sich die Detektivin Shirley Vogel auf die Spur der beiden. Noch überraschender sind allerdings Indizien, wonach Baran noch leben könnte...

Fieser Internatsleiter wird von Frau und Geliebter aufs Korn genommen. Doch der Totgeglaubte erwacht zu neuem Leben. Da mischt sich auch noch eine Polizistin ein ... Remake des Henri-Georges-Clouzot-Klassikers "Die Teuflischen" mit weiblicher Starbesetzung.

Kritik

In dem US-Remake des düsteren französischen Thriller-Klassikers "Die Teuflischen" von Henri-Georges Clouzot (1954) verstrahlt die Oscar-nominierte Sharon Stone ("Casino") als durchtrieben-unterkühlte Femme fatale giftige Grandesse. Gemeinsam mit Frankreichs Superstar Isabelle Adjani ("Ein mörderischer Sommer") und der stets zuverlässigen Oscar-Preisträgerin Kathy Bates ("Misery") bildet sie ein kraftvolles weibliches Protagonistentrio, deren Wege sich in dem von Jeremiah Checkik ("Benny & Joon") feministisch angehaucht inszenierten Rache-Thriller kreuzen.

Drehbuchautor Dan Roos ("Weiblich, ledig, jung") hält sich bei seiner Behandlung der Story um eine unterdrückte Ehefrau und eine rachsüchtige Geliebte, die sich verbünden, um den sadistischen Ehemann aus dem Weg zu schaffen, zunächst nah an das Original. Doch wo Cluzets Meisterwerk auf grimmige Vorahnung und beängstigende Beklemmung setzte, werden beim Remake unverzagte Direktheit und eine realistischer wirkende Herangehensweise großgeschrieben. Zudem werden unverhohlene homoerotische Untertöne eingebracht - eine Berührung hier, ein tiefer Blick dort -, wobei eine sexuelle Beziehung zwischen Ehefrau und Mätresse jedoch zu keiner Zeit vollzogen wird. Besonders positiv fällt die vorzügliche Kameraarbeit Peter James' ins Auge sowie das atmosphärische Produktionsdesign (der burgenhafte Internatskomplex gibt dem Set ein europäisches Flair) und die raffinierten Kostüme. Die superchicen, hautengen Fünfziger-Retro-Outfits von Stone als Lehrerin Nicole, die Geliebte des tyrannischen Internatsdirektors Guy Baran (Chazz Palminteri muß seine Rolle als Ekel aus "Jade" nur minimal variieren), etablieren sie sogleich als männermordendes Raubtier (auch wenn eine Mathematikstunde im schwarzen Cocktailkleid die Grenze zur Absurdität überschreitet), wohingegen Adjanis zerbrechlicher Charakter als herzschwache, gedemütigte Ehefrau Mia mit nonnentrachtgleichen Faltenkleidern ausgestattet wird und ihre engelsgleiche Transparenz geschickt zu unterstreichen weiß.

In der Eröffnungsszene erliegt Mia während eines tosenden Gewittersturms einem Herzanfall, nur um in letzter Sekunde von Nicole die notwendige Medizin verabreicht zu bekommen - Ehemann Guy steht unbeteiligt daneben. Einige unerfreuliche Episoden später beschließen die beiden als Sexobjekte mißhandelten Frauen, ihren Peiniger ein für alle mal zu beseitigen. Sie ertränken ihn in Nicoles Badewanne und entledigen sich der Leiche im verdreckten Internats-Schwimmbecken. Als dort das Wasser abgelassen wird, findet sich keine Leiche. Die Indizien beginnen sich zu häufen, daß Guy noch am Leben sein könnte. Zu allem Überfluß erscheint auch noch die pensionierte Polizeiinspektorin Shirley Vogel (Bates gibt eine trocken-schrullige Performance als weiblicher Columbo) auf der Bildfläche...

Die Spannung wird bis zum horrorfilmartigen Finale mit der Frage nach einem mysteriösen Unbekannten und den unterschiedlichen Verhaltensmustern der beiden Täterinnen bei der nervenzerreißenden Belastungsprobe aufrechterhalten. Während Stone sich mit ähnlich eisgekühlter Nonchanlance wie in "Basic Instinct" scheinbar durch nichts aus der Fassung bringen läßt, wird Adjani zunehmend hysterischer und flüchtet sich in die Religiosität. Gerade die schauspielerischen Leistungen der beiden sind es, die die modernisierte Neuverfilmung, die es zwar nicht mit dem meisterlichen Original aufnehmen kann, zu einem teuflischen Vergnügen machen. ara.

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Info

Plakat des Films: Diabolisch
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: nicht bekannt

USA 1996

Länge: 1 h 47 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Diabolique

Regie: Jeremiah S. Chechik

Drehbuch: Don Roos

Musik: Randy Edelman

Produktion: James G. Robinson, Marvin Worth

Kamera: Peter James

Schnitt: Carol Littleton

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