Prominent besetzte Verfilmung des internationalen Erfolgsromans von Bernhard Schlink.

Kinostart: 03.11.2010

Kate Winslet

Kate Winslet
als Hanna Schmitz

David Kross

David Kross
als Michael Berg, jung

Ralph Fiennes

Ralph Fiennes
als Michael Berg

Lena Olin
als Rose Mather/ Ilana Mather

Bruno Ganz
als Professor Rohl

Jeanette Hain
als Brigitte

Susanne Lothar
als Carla Berg

Matthias Habich
als Peter Berg

Jürgen Tarrach
als Gerhard Bade

Hannah Herzsprung
als Julia

Karoline Herfurth
als Marthe

Burghart Klaußner
als Richter

Sylvester Groth
als Staatsanwalt

Alexandra Maria Lara
als Ilana Mather, jung

Vijessna Ferkic
als Sophie

Handlung

Als der 15-jährige Schüler Michael (David Kross) einen Blackout hat, hilft ihm die wesentlich ältere Schaffnerin Hanna (Kate Winslet). Nach seiner Genesung entwickelt David eine erotische Leidenschaft für sie und liest ihr regelmäßig vor - bis sie eines Tages spurlos verschwindet. Viele Jahre später trifft David (nun: Ralph Fiennes) Hanna wieder: vor Gericht, wo sie sich für eine dunkle Vergangenheit verantworten muss. Seine Zuneigung besteht weiter.

Bernhard Schlinks

Der 15-jährige Schüler Michael lernt auf seinem Nachhauseweg die 20 Jahre ältere Schaffnerin Hanna kennen, als sie sich um ihn, dem plötzlich übel wird, kümmert. Nach seiner Genesung besucht er sie und es entwickelt sich eine ritualisierte erotische Beziehung: Vor dem Akt muss Michael ihr immer vorlesen. Eines Tages verschwindet Hanna spurlos und Michael begegnet ihr viele Jahre später auf der Anklagebank wieder. Die Wahrheit über Hannas Vergangenheit tritt zu Tage: Sie muss sich als ehemalige KZ-Aufseherin verantworten und hat als Analphabetin die KZ-Insassen für ihre literarischen Interessen benutzt.

Der 15-jährige Schüler Michael lernt auf seinem Nachhauseweg die 20 Jahre ältere Schaffnerin Hanna kennen. Er besucht sie und es entwickelt sich eine ritualisierte erotische Beziehung: Vor dem Sex muss Michael ihr immer vorlesen. Michael, mittlerweile Student, begegnet ihr viele Jahre später wieder - sie sitzt auf der Anklagebank und muss sich als ehemalige KZ-Aufseherin verantworten. Damals schon hat die Analphabetin die Insassen für ihre literarischen Interessen benutzt. Nun stellt sich die Frage nach ihrer Schuld an einer Tragödie.

Kritik

Stephen Daldrys bewegende Literaturverfilmung ist für fünf Oscars nominiert, darunter für den Besten Film, und gibt nicht nur Kate Winslet eine großartige darstellerische Plattform, sondern auch dem jungen Shooting-Star David Kross.

Ein Weltbestseller, der seit Erscheinen 1995 in 40 Sprachen übersetzt wurde: Bernhard Schlinks Roman über die unmögliche und intensive Liebe zweier Menschen, die in Alter und Herkunft nicht unterschiedlicher sein können, ist das erste deutsche Buch auf dem Spitzenplatz der "New York Times"-Bestsellerliste. Die Geschichte erzählt von der so genannten "zweiten Generation", den "Spätgeborenen". Der 15jährigen Michael aus bildungsbürgerlichem Haus verliebt sich 1956 in die wesentlich ältere Straßenbahnschaffnerin Hanna, diese ersten sexuellen und emotionalen Erfahrungen prägen ihn für den Rest seines Lebens. Die sinnliche Mittdreißigerin nennt ihn "Junge" und lässt sich vor dem Sex vorlesen, egal ob Homers "Odyssee" oder D.H. Lawrences "Lady Chatterleys Liebhaber". Wie ein Schwamm saugt sie alles begierig auf, kommentiert naiv Handlung und Figuren. Nach einem kurzen Sommer voller Glück verschwindet sie von einem Tag auf den anderen. Daldry ("The Hours") inszeniert das Drama in Flashbacks des erwachsenen Michael (Ralph Fiennes als verschlossener Anwalt mit melancholischer Aura), der versucht, seine Beziehungen zu ordnen und über die Ereignisse seiner Jugend in der Nachkriegsprovinz reflektiert, den sündigen Genuss verbotener Freiheit und Abnabelung vom strengen Elternhaus. Jahre nach dem Verschwinden Hannas trifft er sie als Jurastudent im Gerichtssaal wieder, sie ist mit weiteren fünf ehemaligen Wärterinnen des KZs Auschwitz angeklagt, nicht eingegriffen zu haben als 300 jüdische Häftlinge in einer verschlossenen Kirche qualvoll verbrannten. Sie ist eine von denen, die nur ihre "Pflicht" taten. In einer Szene fragt Hanna den Richter, was er denn an ihrer Stelle getan hätte, eine Frage, die noch heute einer wahren Antwort harrt. Während der Verhandlung entdeckt Michael ihr Geheimnis, sie ist Analphabetin und schämt sich dafür so sehr, dass sie lieber als Hauptschuldige eine lebenslange Gefängnisstrafe auf sich nimmt, statt diese Schwäche zu offenbaren. Und Michael, der ihr helfen könnte, schweigt aus Scham über die Affäre und macht sich schuldig. Sie sind zwei Menschen, die an ihren seelischen Verwundungen leiden, sich der Verantwortung verweigern. Ihre Vergangenheit determiniert seine Zukunft.

"Der Vorleser" ist mehr als nur ein Drama über den Holocaust und den Horror des Banalen. Durch die Fokussierung auf die moralische Verfehlung des Mannes, die in keinster Weise Hannas Monströsität aufhebt oder entschuldigt, öffnet sich der Film zu einer generellen Betrachtung der menschlichen Natur, und damit der Feigheit des Einzelnen, Befehlen oder Normen bedingungslos zu gehorchen. Es gibt keine Vergebung und keine Versöhnung - für niemanden. Kate Winslet gibt in ihrer Ambivalenz der Hanna über Jahrzehnte hinweg ein Gesicht mit den Spuren von Lust und Leid, Scheu und Schmerz. Nach dem Golden Globe und der Prämierung durch die SAG, könnte auch noch ein Oscar für ihre großartige Leistung drin sein, wie auch für Daldry (Beste Regie), David Hare (Bestes adaptiertes Drehbuch) oder für die DOPs Chris Menges und Roger Deakins, die starke Bilder der Nähe in warmen Farben finden und in der Distanz des Erwachsenen auf kühlere Töne setzen, aber auch Kontraste in den verschiedenen Welten aufzeigen, da ist der Alltag von Jung-Michael und Hanna grau in grau, ihr Fahrradausflug als Paar aufs Land dagegen von pastellfarbener Luftig- und Leichtigkeit und somit schon die Vergänglichkeit andeutend. Gesprächsstoff sollte "Der Vorleser" allemal bieten. mk.

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Info

Plakat des Films: Der Vorleser
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 03.11.2010

Deutschland/USA 2008

Länge: 2 h 4 min

Genre: Drama

Originaltitel: The Reader

Regie: Stephen Daldry

Drehbuch: David Hare

Musik: Nico Muhly

Produktion: Sydney Pollack, Anthony Minghella, Donna Gigliotti, Redmond Morris

Kostüme: Ann Roth

Kamera: Roger Deakins, Chris Menges

Schnitt: Claire Simpson

Ausstattung: Brigitte Broch

Website: http://dervorleser-film.de

Auszeichnungen

1 Oscar: 1 Golden Globe: