In dem prähistorischen Abenteuerfilm zieht Jürgen Vogel als Urmensch Ötzi auf einen Rachefeldzug durch die Ötztaler Alpen.

Kinostart: 30.11.2017

Handlung

Ein Survival-Thriller, 5300 Jahre vor unserer Zeit! Jürgen Vogel brilliert in einem spektakulären Abenteuer-Epos.

Die Ötztaler Alpen, mehr als drei Jahrtausende vor Christi Geburt: Eine Großfamilie lebt friedlich an einem Bach im Gebirge. Während Kelab (Jürgen Vogel) auf der Jagd ist, wird seine Siedlung überfallen und die Sippe ermordet, darunter auch Kelabs Frau Kisis (Susanne Wuest) und sein Sohn. Lediglich ein Neugeborenes hat überlebt.

Mit diesem auf dem Arm irrt Kelab durch die eisige Einöde. Getrieben von Schmerz und Wut hat er nur noch ein Ziel – Vergeltung! Dafür folgt er der Spur der Täter. Auf seiner Odyssee durch das Gebirge ist er dabei nicht nur den Gefahren der Natur ausgesetzt, auch jede Begegnung mit anderen Menschen kann potenziell tödlich verlaufen.

Ein tragischer Irrtum macht ihn selbst zum Gejagten. Schließlich steht Kelab nach unendlichen Mühen den Mördern seiner Familie gegenüber. Der Showdown scheint unausweichlich. Oder gibt es einen Ausweg aus der Spirale der Gewalt?

Kritik

Packender Survival-Actionfilm, der Urmensch Ötzi vor 5300 Jahren auf konsequente Rachetour durch die Südtiroler Berge schickt.

Hand aufs Herz, die Aussicht auf einen Film über das Leben der einfachheitshalber "Ötzi" getauften Gletschermumie, die 1991 in den Südtiroler Ötztaler Alpen gefunden wurde, beschleunigt den Puls nicht sofort. Das Ergebnis, nach langjähriger Vorbereitung und abenteuerlicher Umsetzung jetzt endlich in Locarno auf der Piazza Grande als Weltpremiere vorgestellt, tut es dann allerdings doch. Weil der dritte Film von Felix Randau, der für die Produktion von Port-au-Prince sieben Jahre nach "Die Anruferin" doch wieder den Regiestuhl erklommen hat, ist wie die Umgebung, in der er spielt und in der Ötzi vor 5250 Jahren gelebt hat: ungeschlacht, ursprünglich, wüst, überwältigend und prächtig. Und längst nicht der muffige Museumsbesuch, den man vielleicht befürchten würde, sondern ein effektives, sehr körperlich geratenes Survival-Abenteuer, das einem "Am Anfang war das Feuer" mindestens ebenso viel schuldet wie "The Revenant - Der Rückkehrer".

Randau und seine Mannen nehmen die historischen Fakten als Basis und als Schmuck, ihre Geschichte wiederum ist nur eine Hypothese, wie er gelebt haben könnte, dieser Urmensch, und vor allem wie gestorben: im Rücken der Mumie steckte ein Pfeil. Authentizität spielt also eine ebenso große Rolle wie die Lust an einem rastlosen Actionfilm, wobei die radikalste Entscheidung der Produktion sicherlich war, die wenigen Dialoge in einer Ursprache nicht zu untertiteln: "Der Mann aus dem Eis" teilt sich allein mit seinen Bildern mit, und die sind so klar und eindeutig, wie sie sein müssen, um die Handlung mitzuteilen. In deren Mittelpunkt steht Kelab, der von Jürgen Vogel aufopferungsvoll gespielte Anführer eines kleinen Klans, der sich an einem Bach in den Bergen niedergelassen hat. Als Kelab von der Jagd zurückkehrt, findet er seine Ansiedlung verwüstet, seine Familie und alle anderen getötet, mit Ausnahme eines Babys, das er mitnimmt auf seinen Rachefeldzug gegen die, die ihm alles genommen haben. Wie Vogel mit dem Baby auf dem Arm Wälder durchwandert und Pässe überquert, immer auf der Suche nach den Mördern, das lässt einen an die japanische Reihe "Lone Wolf and Cub" denken, in der ein Ronin mit Babywagen im Schlepptau durch die Lande streift und tödliche Begegnungen sucht.

Die gibt es auch hier: Jedes Treffen mit Menschen birgt Gefahr. Kelab überfällt zwei Jäger, befreit ihren Gefangenen, trifft einen Alten, gespielt von Franco Nero, und dessen schöne Tochter, kann aber nicht ruhen, weil er erst erledigen muss, was er zu tun hat. Wenn man erst einmal in diese atavistische Welt eingetaucht ist, was einem der Film leicht macht, ist man als Zuschauer Teil der atemlosen Hatz. Keine Nebenhandlung lenkt vom Eigentlichen ab, und Randau hält genug Wendungen und Kniffe bereit, dass kein Leerlauf entsteht, bis zum harten Showdown, in dem buchstäblich keine Gefangenen gemacht werden. Zusätzlichen Spaß kann man haben, wenn man rätselt, wer sich alles hinter den dreckverschmierten Gesichtern verbirgt. Leicht sind u. a. Axel Stein, André Hennicke oder Sabin Tambrea nämlich beileibe nicht zu identifizeren. ts.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 30.11.2017

Deutschland/Italien/Österreich 2017

Länge: 1 h 36 min

Genre: Action

Originaltitel: Der Mann aus dem Eis

Regie: Felix Randau

Drehbuch: Felix Randau

Produktion: Jan Krüger

Kostüme: Cinzia Cioffi

Kamera: Jakub Bejnarowicz

Schnitt: Vessela Martschewski

Website: http://www.24-bilder.de/filmdetail.php?id=718