Drama um eine Entwicklungshelferin zwischen Jetset und Flüchtlingsarmut.

Kinostart: 28.01.2016

Maria Furtwängler

Maria Furtwängler
als Dorothea

Mehmet Sözer
als Alec

Anne von Keller
als Aurelie

Dorka Gryllus
als Salma

Christoph Rath
als Samir

Louis Friedemann Thiele
als Ralph

Michael A. Grimm
als Journalist

Barbara Bouchet
als Barbara

Jim Broadbent
als britischer Botschafter

Maelle Giovanetti
als Junge Ärztin

Die Handlung von Das Wetter in geschlossenen Räumen

Dorothea arbeitet für die UNHCR in einem von bürgerkriegsähnlichen Kämpfen erschütterten nahöstlichen Krisengebiet. Sie wohnt vergleichsweise geschützt in einer eleganten Suite eines innerstädtischen Hotelkomplexes und leistet sich einen Lover, dessen Mutter sie sein könnte, mit dem sie reichlich dem Alkohol zuspricht und wilde Gelage feiert. Als ihre Vorgesetzten ihr nicht zuletzt deswegen den Geldhahn zudrehen und der Liebhaber plötzlich mit einer Gleichaltrigen rummacht, droht ihr das Dasein zu entgleiten.

Dorothea arbeitet für die UNO im Krisengebiet, lässt sich davon im Privatleben aber wenig anmerken. Überzeugend und vergleichsweise wenig effekthascherisch angerichtetes Drama aus deutschen Landen.

Kritik zu Das Wetter in geschlossenen Räumen

In ihrem von Maria Furtwänglers Spiel dominierten Mix aus Frauenporträt und psychologischem Drama geht Isabelle Stever mit den Machenschaften internationaler Entwicklungshilfepolitik hart ins Gericht.

Seit ihrem Abschlussfilm an der dffb, "Erste Ehe" (2002), interessiert sich die Autorin und Regisseurin Isabelle Stever vor allem für das Innenleben ihrer Protagonisten. Das findet nun nach den beiden Beziehungsdramen "Gisela" und "Glückliche Fügung" auch in ihrem aktuellen Werk seine Fortsetzung. Bei "Das Wetter in geschlossenen Räumen", Eröffnungsfilm des 37. Filmfestival Max-Ophüls-Preis, konzentriert sich Stever auf ihre Hauptfigur, die deutsche Entwicklungshelferin Dorothea, die in einem nicht näher genannten arabischen Land Hilfsprojekte, unter anderem auch für Flüchtlinge, organisiert. Die ebenso attraktive wie hoch intelligente Frau setzt dabei ihren geballten Charme und ihre Cleverness ein, um auf Charity-Empfängen den oberen Zehntausend Gelder für den guten Zweck aus dem Kreuz zu leiern. Doch der aufreibende Job hat seine Spuren hinterlassen, Dorothea ist über die Jahre zynisch geworden, frönt mehr und mehr Alkohol und sexuellen Exzessen, um ihr Spiel weiter spielen zu können, wenn sie - in elegante Designer-Outfits gewandet - mit den Botschaftern und Honoratioren dieser Welt in den weitläufigen Lobbys der Luxus-Hotels fließend auf Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch parliert.

Verkörpert wird Dorothea von "Tatort"-Kommissarin Maria Furtwängler, die hier an ihre schauspielerischen Grenzen gehen muss, ist die Kamera doch beinahe ununterbrochen ganz nahe an ihr dran und fängt jede ihrer Regungen, jede noch so kleinste Emotion gnadenlos ein. Weil das gesellschaftspolitisch ambitionierte Drama zu 80 Prozent im Hotel spielt, wo es meist zwischen Lobby und Dorotheas Suite hin- und herpendelt, bleibt kaum Raum für Kinobilder. Und so ist der Betrachter durchaus gefordert, wenn er der kammerspielartigen Inszenierung, deren diffiziles Thema insbesondere durch lange Dialogsequenzen transportiert wird, folgen will. Wer sich allerdings auf dieses kopflastige Arthaus-Kino einlässt, wird indes belohnt. Neben Furtwänglers One-Woman-Show, die lediglich durch einen brillanten Kurzauftritt von Oscar-Preisträger Jim Broadbent als britischem Botschafter unterbrochen wird, riskiert Stever einen durchaus entlarvenden Blick auf die internationale Entwicklungshelferszene, die ihre hehren Ziele längst über Bord geworfen und sich dem schnöden Mammon unterworfen zu haben scheint. In diesem Sinne ist "Das Wetter in geschlossenen Räumen" ein nicht zu unterschätzender Beitrag zu einem globalen Problem, das inzwischen jedoch von den aktuellen Ereignissen förmlich überrollt wurde. lasso.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 28.01.2016

Deutschland/Österreich 2016

Länge: 1 h 37 min

Genre: Drama

Originaltitel: Das Wetter in geschlossenen Räumen

Regie: Isabelle Stever

Drehbuch: Isabelle Stever

Musik: Yoyo Röhm

Produktion: Ingmar Trost, Ingmar Trost

Kostüme: Ute Paffendorf

Kamera: Phillip Kaminiak

Schnitt: Oliver Neumann, Isabelle Stever

Ausstattung: Alexander Scherer