Verstörendes Psychogramm einer norddeutschen Gemeinde kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, in der sich vermeintliche Unfälle als rituelle Bestrafungen offenbaren.

Kinostart: 15.10.2009

Christian Friedel

Christian Friedel
als Der Lehrer

Ernst Jacobi
als die Stimme des alten Lehrers

Leonie Benesch

Leonie Benesch
als Eva

Ulrich Tukur
als Der Gutsherr

Ursina Lardi
als Frau des Gutsherrn

Fion Mutert
als Sigi, der

Michael Kranz
als Der Hauslehrer

Burghart Klaußner
als Pfarrer

Steffi Kühnert
als Frau des Pfarrers

Maria Dragus
als Klara, Tochter des Pfarrers

Leonard Proxauf
als Martin, Sohn des Pfarrers

Thibault Sérié
als Gustl, der kleine Bruder

Josef Bierbichler
als Verwalter

Enno Trebs
als Georg, Verwaltersohn

Theo Trebs
als Ferdinand, Verwaltersohn

Janina Fautz
als Erna, Verwaltertochter

Rainer Bock
als Arzt

Susanne Lothar
als Hebamme

Roxane Duran
als Anna, Tochter des Arztes

Miljan Chatelain
als Rudi, Sohn des Arztes

Eddy Grahl
als Karli, Sohn der Hebamme

Branko Samarovski
als Bauer

Birgit Minichmayr
als Frieda, Tochter des Bauern

Kai Malina
als Karl, Sohn des Bauern

Sebastian Hülk
als Max, der

Aaron Denkel
als Kurti, Sohn des Bauern

Kristina Kneppek
als Else

Stephanie Amarell
als Sophie

Bianca Mey
als Paula

Mika Ahrens
als Willi

Detlev Buck
als Evas Vater

Handlung

Der Erste Weltkrieg liegt bereits in der Luft. In einem scheinbar ganz normalen Dorf in Norddeutschland gehen die Dinge ihren normalen Gang. Der Dorflehrer leitet auch den Schul- und Kirchenchor, der sich aus den Kindern und Jugendlichen des Orts zusammensetzt. Sie bilden einen Querschnitt der dortigen Gesellschaft, sind die Kinder von Gutsherren, Hebammen, Ärzten und Bauern. Dann beginnen Unfälle, die sich zunächst niemand so recht erklären kann. Je mehr davon passieren, desto stärker kristallisiert sich heraus, dass eine Methode dahinter zu stecken scheint: Die vermeintlichen Unfälle scheinen Bestrafungen zu sein.

Der Erste Weltkrieg liegt in der Luft. In einem scheinbar ganz normalen Dorf in Norddeutschland gehen die Dinge ihren normalen Gang. Der Dorflehrer leitet auch den Schul- und Kirchenchor, der sich aus den Kindern und Jugendlichen des Ortes zusammensetzt. Sie bilden einen Querschnitt der dortigen Gesellschaft, sind die Kinder von Gutsherren, Hebammen, Ärzten und Bauern. Dann beginnen Unfälle. Je mehr davon passieren, desto stärker kristallisiert sich eine Methode heraus: Die vermeintlichen Unfälle scheinen Bestrafungen zu sein.

Kritik

Goldene Palme für Michael Haneke: In einem trügerisch ruhigen Horrorfilm deckt er die Grausamkeiten auf, die Menschen sich in einem kleinen Dorf antun.

Das Timing hätte nicht kurioser sein können. Während beim 62. Festival de Cannes noch über "Inglourious Basterds" debattiert wurde, konfrontierte Michael Haneke die Filmkritik mit einem deutschen Schrecken ganz anderer Art: Die bevorzugte Waffe des Österreichers ist nunmal nicht der Baseballschläger, sondern das Skalpell. So sublim und bedächtig wie in der deutsch-österreichisch-französisch-italienischen Koproduktion "Das weiße Band", federführend produziert von X Filme Creative Pool, hat er es allerdings noch nie geführt. "Eine deutsche Kindergeschichte" lautet der Untertitel des in wunderbarem Schwarzweiß gedrehten Films, der Haneke erstmals in die Vergangenheit führt, in ein kleines protestantisches Dorf im Norden des Landes, das in Kürze in den Ersten Weltkrieg eintreten wird. Und tatsächlich sind es die Kinder, die einem am meisten leid tun, während die Männer Brutalität ausüben und die Frauen fliehen, wenn sie können.

Meisterlich zeigt der Österreicher, der in Cannes zuvor für "Die Klavierspielerin" den Großen Preis der Kritik und für "Caché" den Regiepreis erhalten hatte, den Alltag in dem Ort, banal, langweilig, scheinbar unauffällig. Ohne sich für eine Hauptfigur zu entscheiden, bewegt sich die Geschichte von Hof zu Hof, etabliert die Strukturen in der Gemeinde, die mit scheinbar unzusammenhängenden Ereignissen konfrontiert wird - ein Reitunfall des Doktors, ein tödliches Unglück einer Arbeiterin, ein Junge wird vermöbelt, ein anderer gequält, Brandstiftung und Selbstmord kommt dazu. Aus der Sicht des unbedarften Dorflehrers erzählt, entfaltet "Das weiße Band" seinen Sog langsam, aber unaufhaltsam: Fast unmerklich deckt Haneke die Grausamkeiten und Brutalitäten auf, die das Zusammenleben in dem Dorf definieren. Wirkten die Unfälle anfänglich wie Fremdkörper, die der Gemeinde wie eine Gefahr von Außen aufoktroyiert werden, realisiert man mehr und mehr, dass sie Ausdruck dessen sind, was hier Alltag ist. Entsprechend werden die Geheimnisse nicht aufgelöst in diesem Horrorfilm des undefinierten Schreckens: "Das weiße Band" will keine Antworten geben, es ist ein Film über eine Stimmung, über das Wesen der Menschen zu einer ganz bestimmten Zeit, die gewisse geschichtliche Entwicklungen unter anderem erst ermöglicht. Es ist der präziseste Film, der jemals über etwas Vages gedreht wurde - und als solches durchaus hypnotisierend, ohne dass Haneke das Tempo jemals erhöhen oder den Rhythmus beschleunigen müsste. Ein Mysterium, weitaus weniger direkt und zwingend als Hanekes elektrisierender Cannes-Vorgänger "Caché", das erst durch seine Rätselhaftigkeit Antworten gibt. ts.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 15.10.2009

Deutschland/Frankreich/Italien/Österreich 2009

Länge: 2 h 24 min

Genre: Drama

Originaltitel: Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte

Regie: Michael Haneke

Drehbuch: Michael Haneke

Produktion: Stefan Arndt, Margaret Ménégoz, Veit Heiduschka, Andrea Occhipinti

Kostüme: Moidele Bickel

Kamera: Christian Berger

Schnitt: Mona Willi

Ausstattung: Christoph Kanter

Website: www.dasweisseband.x-verleih.de/