Drei miteinander verbundene Märchen nach einer Sammlung von Erzählungen von Giambattista Basile um die Verrücktheit der Potentaten dreier Königreiche.

Kinostart: 27.08.2015

Salma Hayek

Salma Hayek
als Königin von Longtrellis

Vincent Cassel

Vincent Cassel
als König von Strongcliff

John C. Reilly

John C. Reilly
als König von Longtrellis

Toby Jones
als König von Highhills

Shirley Henderson
als Imma

Hayley Carmichael
als Dora

Bebe Cave
als Violet

Christian Lees
als Elias

Jonah Lees
als Jonah

Stacy Martin
als Dora, jung

Alba Rohrwacher
als Zirkusbesitzerin

Massimo Ceccherini
als Zirkusbesitzer

Jessie Cave
als Fenizia

Handlung

In einem verwunschenen Gebirgswald befinden sich drei Königreiche. Im ersten sehnt sich die Königin nach nichts mehr als nach einem Sohn - worauf der König nach Anraten eines Sehers ein Seeungeheuer tötet, dessen Herz verspeist werden muss. Im zweiten Königreich vergisst der König alle seine Aufgaben, als er sich um einen überdimensionierten Floh zu kümmern beginnt. Und im dritten stellt der unersättliche König zwei alten Vetteln nach, deren zarte Stimmen ihn schier um den Verstand bringen.

Kritik

Drei miteinander verbundene Märchen nach einer Sammlung von Erzählungen von Giambattista Basile um die Verrücktheit der Potentaten dreier Königreiche.

Die Mutter aller Märchen hat der Italiener Giambattista Basile geschaffen mit seiner Anfang des 27. Jahrhunderts entstandenen Sammlung "Das Märchen der Märchen", die insgesamt 50 Volksgeschichten vereint. Drei davon hat sich Matteo Garrone für seinen neuen Film ausgewählt und lässt sie parallel in einem verwunschenen Gebirgswald mit drei Königreichen ablaufen. Offenkundig hat der Italiener für seinen Cannes-Wettbewerbsbeitrag Geschichten ausgewählt, deren Themen bis in die Gegenwart nachklingen, aber auch seinem Ansatz entsprechen, das Fantastische im Realen und die Realität im Fantastischen zu finden.

Weiter entfernt von den Märchen, wie sie Hollywood gegenwärtig erzählt, entweder als putzige Erbauungsgeschichten oder zu im Fahrwasser von "Herr der Ringe" mit Computereffekten aufgepumpten Fantasyspektakeln entstellt, könnte der Regisseur von "Gomorrah" nicht sein: Sein Film spielt in einer wieder erkennbaren Welt und wurde in prächtigen alten Schlössern gedreht. Wenn er Effekte einsetzt, dann greift er auf alte Techniken zurück, die kurioserweise weniger artifiziell wirken als jedes noch so aufwändige CGI-Gepixel. Und so lässt man sich entführen in diese eigenartigen Geschichten, in denen Königinnen ihre Gatten opfern und die Herzen von Seeungeheuern verspeisen, um Söhne gebären zu können, ein törichter Potentat so vernarrt in einen überdimensionierten Floh ist, dass er sogar seine einzige Tochter an einen Oger abtritt, und ein geiler Herrscher, der alle Frauen in seinem Königreich schon hatte, nun zwei alten Vetteln nachstellt, weil er ihren Gesang lieblich fand.

Mit einem internationalen Starensemble besetzt, zu dem Salma Hayek, Vincent Cassel, John C. Reilly, Toby Jones und Alba Rohrwacher gehören (auch wenn manche von ihnen Auftritte haben, die kaum länger als zwei Minuten sind), sind die wundersamen Geschichten nicht nur standesgemäß angefüllt mit Ungeheuern, Ogern, Hexen und verwunschenen Wäldern, sondern werden auch mit bizarrer Gewalt und hemmungslosem Sex gewürzt. Ein bisschen fühlt man sich an Valerian Borowczyks "Unmoralische Geschichten" erinnert oder auch an Pasolinis "Erotische Geschichten aus 1001 Nacht". Und auch wenn sich die reizvollen Einzelteile nicht unbedingt zu einem ebenso reizvollen Ganzen zusammenfügen, bleiben die starken Momente dieses einzigartigen Films in Erinnerung: So wild und unberechenbar können Märchen auch anno 2015 noch sein! ts.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 27.08.2015

Italien/Frankreich/Großbritannien 2015

Länge: 2 h 14 min

Genre: Fantasy

Originaltitel: Il racconto dei racconti

Regie: Matteo Garrone

Drehbuch: Edoardo Albinati, Ugo Chiti, Massimo Gaudioso, Matteo Garrone

Musik: Alexandre Desplat

Produktion: Jeremy Thomas, Jean Labadie, Anna Labadie, Matteo Garrone

Kostüme: Massimo Cantini Parrini

Kamera: Peter Suschitzky

Schnitt: Marco Spoletini

Ausstattung: Dimitri Capuani

Website: http://www.maerchendermaerchen-film.de