TV-Biopic nach der Autobiografie "Ein Mädchen auf dem Meeresgrund" mit Yvonne Catterfeld als Tauchpionierin Lotte Hass: ein Film wie ein Märchen mit Meerjungfrau.

Kinostart: nicht bekannt

Yvonne Catterfeld

Yvonne Catterfeld
als Lotte Baierl

Benjamin Sadler

Benjamin Sadler
als Hans Hass

Harald Krassnitzer

Harald Krassnitzer
als Xenophon

Manuel Witting
als Luki

Andreas Schmidt
als Toni

Raimund Wallisch
als Bertl

Manfred Schmid
als Filmproduzent Jacobi

Rafik Boubker
als Kapit

Julia Cencig
als Hannah

Werner Prinz
als Lottes Vater

Florentin Groll
als Charles Whitmore

Fritz Friedl
als Richter

Kitty Speiser
als Lottes Mutter

Hans Hass
als Hans Hass

Lotte Hass
als Lotte Hass

Ernst A. Grandits
als Moderator

Handlung

Obwohl sie nicht tippen kann, bewirbt sich die junge Lotte als Sekretärin beim prominenten Tauchpionier Hans Hass. Auf die Expedition ins Rote Meer, wo Hass als erster Taucher überhaupt Filmaufnahmen vom weißen Hai machen will, soll Lotte als Frau natürlich trotzdem nicht mit. Bis ein Filmproduzent genau dies zur Bedingung macht: weil er weiß, dass die Schöne und das Biest die Menschen scharenweise in die Kinos locken werden. Lotte erobert erst das Meer und dann das Herz des im Umgang etwas schwierigen Meeresforschers.

Wien 1950: Die hübsche Studentin Lotte Baierl will Fotoreporterin werden. Ihr Idol ist Tauch-Pionier und Unterwasserfilmer Hans Hass. Durch einen glücklichen Zufall bekommt Lotte die Möglichkeit, für ihn als Sekretärin zu arbeiten. Doch Hass weigert sich kategorisch, eine Frau mit an Bord zu nehmen. Das Blatt wendet sich, als Hass einen Kinofilm über den weißen Hai plant. Die Anwesenheit einer schönen Frau würde sich nach Meinung des Produzenten und Geldgebers sicher verkaufsfördernd auswirken. Lotte darf schließlich mit ans Rote Meer. Die Expedition ist von Konflikten und Rückschlägen geprägt und steht kurz vor dem Scheitern. Doch der Film wird fertig und feiert mit faszinierenden Unterwasser-Aufnahmen weltweit große Erfolge.

Kritik

Man muss sich immer wieder in Erinnerung rufen, zu welcher Zeit dieser Film spielt, um die ganze Tragweite der Ereignisse zu begreifen. Wenige Jahre zuvor hatten die Frauen die Trümmer der Welt ihrer Männer beseitigt, aber 1950 gehörten sie selbstredend wieder an den Herd.

Um so leuchtender war gerade für heranwachsende Mädchen das Vorbild einer jungen Österreicherin, die dank ihrer Beharrlichkeit eine männliche Domäne eroberte: Lotte Hass hat in den Fünfzigerjahren als Pionierin des Tauchsports eine Emanzipiertheit vorgelebt, die vielen Frauen Mut machte. Auf der Basis ihrer 1970 erschienen Biografie erzählt Autor Christoph Silber die Geschichte der Wienerin, die mit 22 Jahren erst das Rote Meer und dann das Herz des Meeresforschers Hans Hass eroberte.

Regisseur Ben Verbong ("Das Sams") hat sich im deutschen Kino als Spezialist für märchenhafte Stoffe erwiesen, und so inszeniert er auch den Aufstieg einer jungen Frau aus einfachen Verhältnissen zum umjubelten Star als Aschenputtel-Geschichte. Abgesehen von wenigen Eifersuchtsszenen ist "Das Mädchen auf dem Meersgrund" ein Film zum Wohlfühlen, zumal man sich gar nicht satt sehen kann an all den schönen Bildern, die mit ihren knalligen Farben (Kamera: Christian Datum und Kai Fink) jedem Urlaubsprospekt zur Ehre gereichten: das sattblaue Meer, der tiefblaue Himmel, der leuchtend rote Badeanzug von Lotte Hass, die safrangelben Farben der Häuser im Sudan; und natürlich das schöne Gesicht Yvonne Catterfelds.

Die Geschichte ist sowieso ein Selbstläufer: 1950 bewirbt sich Lotte als Sekretärin beim schon damals prominenten Hans Hass. Sie kann zwar nicht tippen, bekommt den Job aber trotzdem, weil sie vor allem das Herz von Xenophon, der rechten Hand des Forschers, im Sturm erobert. Auf die Expedition ins Rote Meer, wo Hans Hass als erster Taucher überhaupt Filmaufnahmen vom weißen Hai machen will, soll Lotte als Frau natürlich trotzdem nicht mit. Bis ein Filmproduzent genau dies zur Bedingung macht, weil er natürlich weiß, dass die Schöne und das Biest die Menschen scharenweise in die Kinos locken werden.

Harald Krassnitzer hat schon oft genug bewiesen, dass er auch anders kann, aber als gute Seele des Betriebs lässt er seinen ganzen Teddybär-Charme spielen. Lottes Verlobter verwechselt Xenophons Zuneigung zu der jungen Frau mit Liebe und sorgt daher später während der Expedition ins Rote Meer für einen kleinen Eklat. Dabei hat sich seine Freundin längst in den Tauchpionier verliebt, den Benjamin Sadler mit einer reizvollen Mischung versieht: Einerseits ist Hans als Wissenschaftler wie besessen davon, endlich einen weißen Hai zu filmen; andererseits weist er im Umgang mit seinen Mitmenschen bedenkliche Defizite auf. Die Schönheit seiner neuen Mitarbeiterin nimmt er kaum wahr; er hält sie in erster Linie für respektlos, altklug und renitent. Um so sympathischer wirkt er später, wenn er versucht, seine aufkeimenden Gefühle zu verbergen.

Bei aller Kurzweiligkeit der Szenen, in denen sich die Mannschaft (ergänzt um Andreas Schmidt mit lustigem Wiener Akzent) zusammenraufen muss: Im Vergleich zu den Aufnahmen unter Wasser sind sie bloß ein Vorgeplänkel. Grandios ist schon allein das Ballett, das die Fische zu den Klängen von "An der schönen blauen Donau" vorführen; und die Szenen mit dem Hai sorgen naturgemäß für große Spannung. tpg.

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Info

Plakat des Films: Das Mädchen auf dem Meeresgrund

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland/Österreich 2011

Genre: Action

Originaltitel: Das Mädchen auf dem Meeresgrund - Die Geschichte der Tauchpioniere Hans und Lotte Hass

Regie: Ben Verbong

Drehbuch: Christoph Silber

Musik: Jessica de Rooij

Produktion: Dieter Pochlatko, Sigi Kamml, Christian Popp

Kostüme: Birgit Hutter

Kamera: Mathias Neumann

Ausstattung: Frank Godt