Ein menschliches Drama mit politischem Hintergrund aus jüngster Deutscher Geschichte: Bewegend und brisant.

Kinostart: 23.03.2006

Martina Gedeck

Martina Gedeck
als Christa-Maria Sieland

Ulrich Mühe

Ulrich Mühe
als Hauptmann Gerd Wiesler

Sebastian Koch

Sebastian Koch
als Georg Dreyman

Ulrich Tukur
als Oberstleutnant Anton Grubitz

Thomas Thieme
als Minister Bruno Hempf

Hans-Uwe Bauer
als Paul Hauser

Volkmar Kleinert
als Albert Jerska

Matthias Brenner
als Karl Wallner

Bastian Trost
als H

Charly Hübner
als Udo

Herbert Knaup
als Gregor Hessenstein

Marie Gruber
als Frau Meineke

Hinnerk Schönemann
als Unterleutnant Axel Stigler

Thomas Arnold
als Nowack

Die Handlung von Das Leben der Anderen

Ostberlin Mitte der 80er Jahre. Als Verhörspezialist wird Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler (Ulrich Mühe) selbst von den eigenen Leuten gefürchtet. Nun setzt ihn sein Vorgesetzter und Jugendfreund Grubitz (Ulrich Tukur) auf den der Linienuntreue verdächtigen Theaterregisseur Georg Dreyman (Sebastian Koch) an. Was wie ein Routinefall beginnt, entwickelt sich zum Wendepunkt in Wieslers Leben. Nicht ganz unschuldig daran: Dreymans lebenslustige Hauptdarstellerin, die auch vom Kultusminister begehrte Christa-Maria Sieland (Martina Gedeck).

Nicht von Ostalgie, sondern von der Verlorenheit des Individuums im totalitären System erzählt das sauber recherchierte Drama von Florian Henckel von Donnersmarck.

1984 steht vor allem die Künstlerszene unter Beobachtung der Stasi. Ein ganz scharfer Hund ist Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler. Als er auf den Theater-Regisseur Georg Dreyman angesetzt wird, dessen schöne Lebensgefährtin beim Kulturminister Hormonalarm auslöst, scheint das einer dieser üblichen Jobs zu sein - Wohnung verwanzen, Nachbarn einschüchtern, observieren. Doch das übliche Spiel entgleitet dem sonst so gefühlsmäßig imprägnierten Mann.

Der Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler bekommt den Auftrag, den Theaterregisseur Georg Dreyman zu überwachen. Wiesler gilt als harter Hund und macht seinem Ruf zunächst auch alle Ehre: Die Wohnung von Dreyman und dessen Lebensgefährtin, der Schauspielerin Christa-Maria Sieland, wird mit bürokratischer Akribie verwanzt und rund um die Uhr abgehört. Doch je näher Wiesler dabei der Welt der Literatur und Kunst und der Lebensfülle der "Staatsfeinde" kommt, desto zweifelhafter erscheint ihm sein Auftrag.

Kritik zu Das Leben der Anderen

Ein menschliches Drama mit politischem Hintergrund aus jüngster Deutscher Geschichte: Bewegend und brisant.

Nicht kuschelige DDR-Wärme, sondern harte DDR-Realität steht im Mittelpunkt dieses Dramas um Macht und Ohnmacht des Individuums im totalitären Staat. 1984, fünf Jahre vor seinem Ende, steht vor allem die Künstlerszene und ihr lebenslustiges Völkchen in Ost-Berlin unter Beobachtung der Stasi. Ein ganz scharfer Hund ist Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler, der bei Verhören kein Druckmittel auslässt und sogar an der Stasi-Hochschule als unmenschlich verschrien ist. Als er auf den Theater-Regisseur Georg Dreyman angesetzt wird, dessen schöne Lebensgefährtin und Schauspielerin beim Kulturminister Hormonalarm auslöst, scheint das einer dieser üblichen Jobs zu sein - Wohnung verwanzen, Nachbarn einschüchtern, observieren, einen dunklen Punkt finden. Doch das übliche Spiel entgleitet dem sonst so gefühlsmäßig imprägnierten unscheinbaren Mann. Die fremde Welt der Kunst und Literatur, freies Denken und Reden, Liebe und Leidenschaft fasziniert ihn, immer mehr dringt er in "Das Leben der Anderen" ein, schreibt nach Lustschreien akribisch ins Protokoll "vermutlich Geschlechtsverkehr". Irgendwann macht der sonst so trockene Technokrat nicht mehr mit, schützt die ahnungslosen Opfer, die er zu "Staatsfeinden" stempeln sollte - lässt sogar Beweisstücke wie eine Schreibmaschine, auf der Dreyman einen Artikel über die Selbstmordrate in der DDR für den SPIEGEL geschrieben hat, verschwinden. Florian Henckel von Donnersmarcks sauber recherchierter Blick in Grenzbereiche der Seele verzichtet auf sacharinsüße Ostalgie mit falschen Tönen, trifft immer den richtigen Ton. Er entlarvt die Mechanismen eines monströsen Überwachungssystems mit der Zerstörung jeglicher Individualität, demaskiert die Verantwortlichen, die im Dunstkreis von Ideologie ihre persönlichen Ziele verfolgen, zeichnet Brüche in den Biografien, seismografische Erschütterungen im Räderwerk der Macht. Der Film wirft Fragen auf, die weit über die sozialistische Ideologie hinausgehen, übertragbar sind auf jede Form des Fundamentalismus, sei es in Religion oder Politik. Ausstattung, Visualität, Stilisierung, Ensemble - besser geht's nicht. Mir Martina Gedeck als psychisch zerbrechliches Objekt der Begierde, Sebastian Koch als visionärer Theatermann, Ulrich Tukur als widerlicher Karrierist. Wenn "Observateur" Ulrich Mühe, eingezwängt im engen Wams, ohne große Gesten oder Worte seinem Selbstzweifel Ausdruck verleiht und sukzessive seine eiskalte Präzision verliert, ist das größte und subtile Schauspielkunst. mk.

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Info

Plakat des Films: Das Leben der Anderen
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 23.03.2006

Deutschland 2005

Länge: 2 h 17 min

Genre: Drama

Originaltitel: Das Leben der Anderen

Regie: Florian Henckel von Donnersmarck

Drehbuch: Florian Henckel von Donnersmarck

Musik: Gabriel Yared

Produktion: Quirin Berg, Max Wiedemann

Kostüme: Gabriele Binder

Kamera: Hagen Bogdanski

Schnitt: Patricia Rommel

Ausstattung: Silke Buhr