TV-Thriller nach dem gleichnamigen Roman von Elisabeth Herrmann.

Kinostart: nicht bekannt

Jan Josef Liefers

Jan Josef Liefers
als Joachim Vernau

Stefanie Stappenbeck

Stefanie Stappenbeck
als Marie-Luise Hoffmann

Natalia Wörner

Natalia Wörner
als Sigrun Zernikow

Matthias Habich
als Utz von Zernikow

Inge Keller
als Irene Freifrau von Zernikow

Chulpan Khamatowa
als Milla Tscherednitschenkowa

Johannes Allmayer
als Aaron von Lehnsfeld

Michael Schönborn
als Walter

Carmen-Maja Antoni
als Frau Huth

Ilse Strambowski
als Olga Warschenkowa

Hans Klima
als Abraham von Lehnsfeld

Ines Burdow
als Verena von Lehnsfeld

Heinz Lieven
als Otto K

Lissy Tempelhof
als Natalja Tscherednitschenkowa

Lore Richter
als Natalja, jung

Wanda Colombina
als Connie

Victor Thaler
als Utz von Zernikow, jung

Kritik zu Das Kindermädchen

Dank eines großartigen Ensembles, ausgefeilter Charaktere und einer komplexen Handlung ist Carlo Rola ein bemerkenswert vielschichtiger Film gelungen.

Eine uralte Schuld, ein ebenso altes Verbrechen, über sechzig Jahre des Schweigens, all das gewürzt mit Kriminalistik, Dramatik und Romantik: Die Handlung kombiniert gleich diverse Genres. Sie erzählt von detektivischer Arbeit und vom gesellschaftlichen Aufstieg, sie handelt von Standesdünkel und strammer nationaler Gesinnung, ist also gleichzeitig Sittengemälde, Krimi und Romanze. Außerdem konnte Carlo Rola, ohnehin ein Regisseur, der seine Darsteller regelmäßig zu Bestleistungen motiviert, mit einem großartigen Ensemble arbeiten.

Auslöserin der Handlung ist eine alte Ukrainerin, die 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine Freundin mit einem Brief nach Berlin schickt. Sie pocht auf ihre Entschädigung als Zwangsarbeiterin, da sie gegen Kriegsende als Kindermädchen für die angesehene Adelsfamilie von Zernikow tätig war. Kaum hat die Freundin das Schreiben zugestellt, wird sie tot aus einem Kanal gefischt. Einem Anwalt lässt die Sache keine Ruhe. Seine Nachforschungen decken schließlich ein jahrzehntelang verschwiegenes Familiendrama auf, das in engem Zusammenhang mit einem Kunstraub steht.

Allein diese Erzählebene hätte genug Stoff für einen eigenen Film geboten. Die Komplexität der Charaktere, die Familiengeschichte, die politische Seite: All das kann oft nur angedeutet werden. Zentrale Figur der Geschichte ist der aus einfachen Verhältnissen stammende Anwalt: Joachim Vernau (Jan Josef Liefers), designierter Partner in der Kanzlei von Utz von Zernikow (Matthias Habich), ist dabei, per Heirat mit der Tochter seines Chefs (Natalia Wörner) Mitglied der Familie zu werden. Da Jan Josef Liefers den Mann mit gesunder ironischer Distanz verkörpert, fällt es ihm später vergleichsweise leicht, auf Abstand zu gehen. Als Vernau die Zernikows auffordert, sich zum einstigen Kindermädchen zu bekennen, stößt er auf unterschiedlichste Formen der Ablehnung. Einzige Verbündete ist Anwaltskollegin Marie Luise (Stefanie Stappenbeck), die sich den Interessen der Entrechteten verschrieben hat.

Mit großem Gespür für die dramaturgische Entfaltung der verschiedenen Ebenen weben Autorin Elisabeth Herrmann und Rola den Erzählteppich dieser Geschichte, in der sich dank eines Seitenstrangs mit Vernaus Mutter sogar noch Raum für komödiantisch Elemente findet. Dass das ZDF diesen auch in den kleineren Nebenrollen ausgezeichnet gespielten Film als Thriller annonciert, ist fast schon Etikettenschwindel. Fesselnd ist er trotzdem. tpg.

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Info

Plakat des Films: Das Kindermädchen

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2011

Genre: Thriller

Originaltitel: Das Kindermädchen

Regie: Carlo Rola

Drehbuch: Elisabeth Herrmann

Musik: Wolfram de Marco

Produktion: Jutta Lieck-Klenke, Dietrich Kluge

Kostüme: Wiebke Kratz

Kamera: Frank Küpper

Schnitt: Friederike Normann

Ausstattung: Ralf Küfner