Schwarzhumoriger Krimi, in dem der schrullige Detektiv Brenner seinen eigenen "Mord" aufklären will. Von und mit dem Gespann von "Silentium!" und "Der Knochenmann".

Kinostart: 19.03.2015

Josef Hader

Josef Hader
als Simon Brenner

Tobias Moretti

Tobias Moretti
als Aschenbrenner

Nora von Waldstätten

Nora von Waldstätten
als Dr. Irrsiegler

Roland Düringer
als Köck

Margarethe Tiesel
als Maritschi

Christopher Schärf
als Heinz, übereifriger Polizist

Sasa Barbul
als Pinto

Johannes Silberschneider
als Nachbar

Hary Prinz
als Pichler

Handlung

Simon Brenner kehrt nach Graz, die Stadt seiner Jugend, zurück. In der Konfrontation mit seinen Jugendfreunden, seiner Jugendliebe und einer großen Jugendsünde, kommt es zu Morden und einem verhängnisvollen Kopfschuss. Als der Ex-Polizist aus dem Koma erwacht, macht er sich auf die Suche nach seinem Mörder - obwohl alle behaupten, er sei es selbst gewesen. Dabei gibt es zahlreiche Verdächtige, darunter sein alter Kumpel Aschenbrenner, inzwischen Polizeichef der Stadt, oder auch seine Therapeutin Dr. Irrsiegler.

Kritik

In der vierten Verfilmung der Wolf-Haas-Krimireihe wird Kult-Kieberer Simon Brenner alias Kabarettist Josef Hader mit seiner Vergangenheit konfrontiert.

700.000 verkaufte Kinokarten sprechen für sich - beachtlich für ein kleines Land wie Österreich mit seinen achteinhalb Millionen Einwohnern. So viele Zuschauer lockten die drei Simon-Brenner-Krimis seit dem Start mit "Komm, süßer Tod" (2001) in der Alpenrepublik in die Lichtspielhäuser, nun steht mit "Das ewige Leben" die vierte Verfilmung einer der populären Wolf-Haas-Vorlagen an - mit veränderter Erzählweise, aber dargeboten mit gewohnt bewährtem schwarzhumorigen Ösi-Schmäh.

"Brenner privat" ist diesmal angesagt, Eric Burdons Ohrwurm "When I was young" ist leitmotivisch zu hören, in farbverfremdeten Flashbacks geht's immer wieder zurück in die Zeit. Wie das Gestern das Heute beeinflusst davon erzählt der aktuelle Fall, der den Kult-Kieberer in seine Heimatstadt Graz, genauer gesagt in den 17. Bezirk Puntigam - benannt nach der dort ansässigen Brauerei - zurückführt. "Lustig samma - Puntigamer" lautet deren bierseliger Werbespruch, auf Brenner trifft dies nicht zu.

Er ist aus- und abgebrannt. Kein Job, kein Geld, nicht einmal einen Personalausweis besitzt er - nur ein vollkommen herunter gewohntes Haus, das er von seinem Großvater geerbt hat und ein altes Moped Marke Puch. Den Strom "leiht" er sich per Verlängerungskabel vom neugierigen Nachbarn (Johannes Silberschneider), sein Dosenfrühstücksfleisch teilt er sich mit einer streunenden Katze. Ein desolates Leben - und so wundert sich im Krankenhaus niemand, dass er sich eine Kugel in den Kopf gejagt hat. Nur er war's nicht, darauf pocht er, und macht sich auf Tätersuche.

Regisseur Wolfgang Murnberger, Autor Haas und Hauptdarsteller Josef Hader haben gemeinsam das grandiose Drehbuch verfasst, die verquere Kunstsprache des Romans perfekt in lakonische Alltagsdialoge umformuliert. In Person zweier alter Kumpel, vielschichtig gespielt von Roland Düringer und Tobias Moretti, holt Brenner die Vergangenheit ein, Nora von Waldstätten als undurchschaubare Psychiaterin zählt zum Kreis der Verdächtigen, Margarethe Tiesel hat als unwirsche Wirtin etwas zu verbergen.

Berufs- und Privatleben sind hier untrennbar miteinander verknüpft, die Liebe ist wieder einmal an allem Schuld und auch der "fliegende Finne" Jarno Saarinen, 1972 Motorrad-Weltmeister in der 250er-Klasse, hat indirekt mit der Geschichte zu tun. Peter von Haller findet stets die richtigen Bilder für die Vorstadt-Tristesse, SK Sturm Graz-Fans schwenken grölend die Fahnen, Arnold Schwarzenegger grüßt "stark steirisch" von der Plakatwand und auf dem pittoresken Grazer Schlossberg kommt's zum Showdown. "Jetzt ist schon wieder was passiert..." gewohnt gut. Oder besser - "sakrisch guad". geh.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 19.03.2015

Österreich/Deutschland 2015

Länge: 2 h 3 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Das ewige Leben

Regie: Wolfgang Murnberger

Drehbuch: Wolfgang Murnberger, Wolf Haas, Josef Hader

Buchvorlage: Wolf Haas

Produktion: Danny Krausz, Kurt Stocker, Ulrike Ladenbauer

Kostüme: Martina List

Kamera: Peter von Haller

Schnitt: Evi Romen

Ausstattung: Renate Martin, Andreas Donhauser

Website: http://www.dasewigeleben.de