Auf zwei Zeitebenen angesiedeltes, emotionales Drama um eine deutsch-baltische Familie.

Kinostart: 02.06.2010

Juliane Köhler

Juliane Köhler
als Sofia Schleier

Szenenbild aus Das Blaue vom Himmel mit Hannelore ElsnerHannelore Elsner

Hannelore Elsner
als Marga Baumanis

Karoline Herfurth

Karoline Herfurth
als Marga Baumanis, jung

Niklas Kohrt
als Juris Baumanis

David Kross
als Osvalds Kalnins, jung

Rüdiger Vogler
als Osvalds Kalnins

Matthias Brandt
als Lorenz Schleier

Juta Vanaga
als Ieva Lepere, jung

Dace Eversa
als Ieva Lepere

Hans-Jochen Wagner
als Taxifahrer

Fritzi Haberlandt
als Ruta Bertulis

Maria Popistasu
als Dace Kalnins

Jockel Tschiersch
als Juris Vater

Hans-Uwe Bauer
als Margas Vater

Victoria Trauttmansdorff
als Frau Dr. Brandt

Georg Holzach
als Paul Kehlmann

Jürg Löw
als Redaktionsleiter Hans

Handlung

Die Beziehung zwischen Sofia und ihrer Mutter Marga war und ist nicht besonders gut. Als die unter Amnesie leidende Marga hochgradig verwirrt und aggressiv in die Psychiatrie eingeliefert wird, versucht Sofia ihrer Mutter zu helfen, indem sie sie auf eine Reise nach Riga begleitet. Dort hatte Marga ihre Jugend verbracht und Juris geheiratet, der ihr untreu war. Es ist 1991, und eine russische Invasion droht dem kleinen baltischen Land.

Die Beziehung zwischen Sofia und ihrer Mutter Marga war und ist nicht besonders gut. Als die unter Amnesie leidende Marga hochgradig verwirrt und aggressiv in die Psychiatrie eingeliefert wird, versucht Sofia ihrer Mutter zu helfen, indem sie sie auf eine Reise nach Riga begleitet. Dort hatte Marga ihre Jugend verbracht und Juris geheiratet, der ihr untreu war. Es ist 1991, und eine russische Invasion droht dem kleinen baltischen Land.

Kritik

Mit der deutschen weiblichen Schauspiel-Elite hat Hans Steinbichler sein 60 Jahre umspannendes deutsch-baltisches Familiendrama ausgeschmückt.

Nach den Kritikererfolgen "Hierankl" und "Winterreise" verlässt Steinbichler den regionalen Alpenraum, bleibt aber seinen Themen Heimat, Familiengeheimnisse und den Lügen der Vergangenheit treu. Er konzentriert sich mehr denn je auf starke Frauenrollen, in der die prominenten Schauspielerinnen gefordert sind. Es ist ein deutsch-lettisches Frauenschicksal, das Parallelen zu Christian Schwochows "Novemberkind" aufweist und zu Filmen vom Experten für verlorene Heimat, Volker Koepp. Dessen Sprecherin Fritzi Haberlandt absolviert hier auch einen Kurzauftritt.

Auf zwei Zeitebenen spielt die emotionale Familiengeschichte, erzählt einmal von der TV-Redakteurin Sofia (Juliane Köhler mit nur einem Gesichtsausdruck), deren lieblose Mutter Marga ("Die Unberührbare" Hannelore Elsner) hochgradig verwirrt und aggressiv in die Psychiatrie eingeliefert wird. Die Suche nach den Ursachen ihrer Amnesie führt Mutter und Tochter nach Riga, dem Vorkriegsfamiliensitz, den sie im politisch unruhigen Nachwendejahr 1991 aufsuchen, als abermals eine russische Invasion droht.

Zum anderen illustriert Steinbichler die 1930er vorwiegend im lettischen Strand-Herrenhaus, wo die junge Marga (fabelhaft: Karoline Herfurth) den untreuen Juris ehelicht, der ein Eifersuchtsdrama heraufbeschwört. Das führt zu einem kalten Racheplan, als die deutschstämmige Bevölkerung heim ins Reich gerufen wird. Das Erinnern, das Marga Zeit ihres Lebens unterdrückte, bestimmt die zwischen den Zeiten pendelnde Dramaturgie.

Hannelore Elsner darf sich als "Verrückte" schauspielerisch austoben, was sich durchaus dem anspruchsvollen, sperrigen Stil ihrer Zeitebene anpasst. Anders ist der Stil in der älteren Zeitebene. In der 30er-Jahre-Idylle gibt es elegische Kamerafahrten durch Buchenhaine und bildet Karoline Herfurth ein großartiges emotionales Zentrum. Sie trägt das Historien-Melodram mit großer Intensität, die nicht auf den gesamten Film übergreift. Mitunter stören TV-Ästhetik und aufdringliche Musik die leisen Zwischentöne und das verträumte Klavierthema. Bedächtig, aber nachdrücklich dringt Steinbichler wieder einmal in ein Gefühls-Chaos von tragischen Dimensionen vor, was den Figuren eine Aussöhnung mit der Vergangenheit und einen Neuanfang ermöglicht.

tk.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 02.06.2010

Deutschland 2011

Länge: 1 h 44 min

Genre: Drama

Originaltitel: Das Blaue vom Himmel

Regie: Hans Steinbichler

Drehbuch: Robert Thayenthal, Josephin Thayenthal

Musik: Niki Reiser

Produktion: Uli Aselmann, Sophia Aldenhoven

Kostüme: Katharina Ost

Kamera: Bella Halben

Ausstattung: Eva Stiebler

Website: http://www.dasblauevomhimmel-derfilm.de