Sympathische Fabel über die magische, moralisch-religiöse Fesseln lösende Kraft von Schokolade.

Kinostart: 15.03.2001

Juliette Binoche

Juliette Binoche
als Vianne Rocher

Johnny Depp

Johnny Depp
als Roux

Lena Olin

Lena Olin
als Josephine Muscat

Judi Dench
als Armande Voizin

Alfred Molina
als Comte de Reynaud

Peter Stormare
als Serge Muscat

Carrie-Anne Moss
als Caroline Clairmont

Leslie Caron
als Madame Audel

John Wood
als Guillaume Blerot

Hugh O'Conor
als Pere Henri

Victoire Thivisol
als Anouk Rocher

Aurélien Parent Koenig
als Luc Clairmont

Antonio Gil-Martinez
als Jean-Marc Drou

Helene Cardona
als Francoise Drou

Harrison Pratt
als Dedou Drou

Gaelan Connell
als Didi Drou

Elisabeth Commelin
als Yvette Marceau

Ron Cook
als Alphonse Marceau

Guillaume Tardieu
als Baptiste Marceau

Michèle Gleizer
als Madame Rivet

Dominique MacAvoy
als Madame Pouget

Arnaud Adam
als George Rocher

Christianne Gadd
als Chitza

Marion Hauducoeur
als Gati

Esteban Antonio
als D

J.J. Holiday
als Musiker

Malcolm Ross
als Musiker

Ged Barry
als Musiker

Iain Stoddard
als Musiker

Handlung

Mitten in der Fastenzeit eröffnet Vianne, Neuzugang in einem verschlafenen französischen Städtchen, ihre Chocolaterie und verwöhnt die Menschen mit Herzlichkeit, Hilfsbereitschaft und Vergnügen bereitenden süßen Genüssen. Schnell bricht Viannes Freigeist verkrustete Strukturen auf und zwingt den einflussreichen Sittenwächter des Ortes zum aggressiven Handeln.

Ende der 50er Jahre weht der Nordwind die zauberhafte Vianne und deren kleine Tochter Anouk in das französische Dörfchen Lansquenet-sous-Tannes, das seit dem Mittelalter allen Modernisierungsbestrebungen erfolgreich widersteht. Dort wünscht man sich nichts sehnlicher als seine Ruhe. Doch genau die bekommt man mit der resoluten Frau gerade nicht, die mitten in der Fastenzeit in Kirchennähe eine Chocolaterie eröffnet. Die bigotte Dorfgemeinde geht auf die Barrikaden - aber Vianne versteht sich mit geradezu magischem Geschick zu wehren...

Vianne eröffnet in einem kleinen, altmodischen Dörfchen eine Chocolaterie, um die Menschen mit ihren Schokoladenspezialitäten von Verbitterung und moralischer Rigidität zu befreien.

Kritik

Als wäre die Zeit erstarrt, wie im Schauplatz seines neuen Films, versucht Regisseur Lasse Hallström die Wiederholung eines kleinen Wunders. Fast exakt ein Jahr nach dem Erfolg seiner John-Irving-Verfilmung "Gottes Werk und Teufels Beitrag" kommt eine weitere Adaption eines literarischen Stoffes ins Kino, die mit guten Darstellern und in gewohnt ruhigem Ton von den Facetten des Lebens und der Magie der Liebe erzählt. "Chocolat" ist ein zärtlicher, sympathischer Film, der aber hinter den berührenden Momenten, der Vielschichtigkeit der Charaktere und der Dramatik des Vorgängers zurückbleibt. Trotz Starbesetzung ist so dessen Ergebnis von über eine Million Zuschauern eine Herausforderung.

Das Bittersüße von "Gottes Werk und Teufels Beitrag", aber auch menschlich packende Figuren wie Michael Caines Arzt oder Delroy Lindos Pflücker fehlen dieser Verfilmung von Joanne Harris' Roman, die jedoch wie schon der Vorgänger handwerklich wenig Wünsche offen lässt. Produktionsdesign, Lichtsetzung oder auch Musik stehen für den Qualitätsanspruch Hallströms, der hier eine mitunter etwas langatmige Fabel vorlegt, die mit relativ schlichter Symbolik von der Entfesselung der Menschen erzählt, die in Traditionen, Moral und seelischen Wunden gefangen sind. Hauptfigur des Ende der Fünfzigerjahre angesiedelten Märchens ist die philanthropische Nomadin Vianne (Juliette Binoche), die mit ihrer Tochter von Ort zu Ort zieht, um die Menschen mit liebevoll zubereiteten Schokoladespezialitäten emotional zu befreien und Vergnügen zu säen, wo Verbitterung und moralische Rigidität herrschten. Durch ihren Auftrag selbst eine Gefangene, muss auch Vianne die Süße des Lebens entdecken, wobei in ihrem Fall nicht Schokolade, sondern Johnny Depp die Barrieren bricht, der kurz nach "In stürmischen Zeiten" erneut den romantischen Kitsch-Zigeuner gibt. Schauplatz der Handlung ist das verschlafene französische Städtchen Lansquenet, das Joanne Harris in ihrem neuen Roman ein weiteres Mal besuchen wird. Dort eröffnet Vianne ausgerechnet zur Fastenzeit ihre Chocolaterie, was den selbstgerechten, streng religiösen Comte de Reynaud (Alfred Molina), den einflussreichsten Mann des Ortes, von Beginn an zu ihrem größten Widersacher macht. Machtlos muss der Sittenwächter zusehen, wie sich die Menschen allmählich aus dem repressiven Klima befreien. Allen voran Judi Denchs griesgrämige, aber gutherzige Armande, die endlich Kontakt zu ihrem Enkel bekommt, und Lena Olins leidgeprüfte Josephine, die Binoches beste Freundin wird, als sie sich von ihrem cholerischen Mann lösen kann. Diese gewalttätige Figur erfährt als einzige keine Vergebung im Film und muss für ein wenig Dramatik sorgen, wenn der zornige Poltergeist die zum Frauenhaus umfunktionierte Chocolaterie stürmt oder Johnny Depps Zigeunerschiff in Brand setzt. Echten Schaden erleidet hier allerdings niemand, denn "Chocolat" will die Menschen mit dem Leben versöhnen. Eine Absicht, die in der Regel vom Publikum gerne angenommen wird, auch wenn man diesem Märchen etwas mehr Leidenschaft (wie etwa in "Bittersüße Schokolade") und Überraschungsmomente gewünscht hätte. kob.

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Info

Plakat des Films: Chocolat
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 15.03.2001

USA 2000

Länge: 2 h 1 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Chocolat

Regie: Lasse Hallström

Drehbuch: Robert Nelson Jacobs

Musik: Rachel Portman

Produktion: David Brown, Leslie Holleran, Kit Golden

Kostüme: Renée Ehrlich Kalfus

Kamera: Roger Pratt

Schnitt: Andrew Mondshein

Ausstattung: David Gropman, John Frankish