Alfonso Cuarons Verfilmung des Romans von P.D. James, in dem die letzte schwangere Frau die Menschheit vor dem Aussterben bewahren soll.

Kinostart: 09.11.2006

Clive Owen

Clive Owen
als Theo

Julianne Moore

Julianne Moore
als Julian

Chiwetel Ejiofor

Chiwetel Ejiofor
als Luke

Charlie Hunnam
als Patric

Danny Huston
als Nigel

Claire-Hope Ashitey
als Kee

Peter Mullan
als Syd

Pam Ferris
als Miriam

Michael Caine
als Jasper

Handlung

Im Jahre 2027 hat die Menschheit die Zeugungskraft verloren und eiert in einem letzten anarchistischen Aufbäumen dem eigenen Aussterben entgegen. Mittendrin: Theo (Clive Owen), einst idealistischer Kämpfer für eine bessere Welt, jetzt resignierter, angepasster Regierungsagent in einem mitleidslosen Wettlauf um die Macht auf den kriminellen Straßen. Sein neuer Auftrag ist anders als die anderen: Er soll die junge Kee (Claire-Hope Ashitey) beschützen. Auf Kee hat es die ganze Welt abgesehen. Denn Kee ist schwanger.

Alfonso Cuarón

Im Jahr 2027 sieht sich die Menschheit aufgrund eines Fruchtbarkeitsdefekts vom Aussterben bedroht: Gerade ist der jüngste Mensch auf dem Planeten im Alter von 18 Jahren gestorben, in London herrscht nackte Anarchie. Die Entdeckung einer einzelnen schwangeren Frau sorgt für Aufregung: Ein desillusionierter Regierungsagent erhält den Auftrag, die Frau sicher auf eine geschützte Insel im Meer zu bringen, damit Wissenschaftler die Menschheit retten können.

Im Jahr 2027 versinkt England im Chaos. Terroranschläge gehören längst zum Alltag, und während sich die schrumpfende Oberschicht in ihre Glitzer-Reservate zurückzieht, werden Immigranten in Käfigen am Straßenrand zusammengepfercht. In dieser Welt taumelt der desillusionierte Theo in ein Komplott einer Widerstandsgruppe, der seine Ex-Geliebte Julian angehört. Die Guerillas beschützen die junge Kee, die ein besonderes Geheimnis hat. Seit mehr als einem Jahrzehnt wurde kein Kind mehr geboren, und Kee ist schwanger.

Kritik

In Alfonso Cuaróns erschreckend realistischem SciFi-Drama versucht sich Clive Owen als Retter der Menschheit. Bei der 63. Biennale wurde es mit dem Preis für die beste Kamera ausgezeichnet.

Man kennt ihn als leidenschaftlichen Romantiker ("Große Erwartungen"), als hoffnungslosen Nostalgiker ("Y tu mamá también - Lust for Life!") und als fantasievollen Geschichtenerzähler ("Harry Potter und der Gefangene von Askaban"). Jetzt fügt Alfonso Cuarón seiner ohnehin schon breit angelegten Genre-Palette einen weiteren Farbtupfer hinzu. Einen düsteren, nachtschwarzen allerdings. Mit "Children of Men" adaptierte der seit 1995 ("A Little Princess") international arbeitende Mexikaner nämlich einen Roman von P.D. James, einen Science-Fiction-Stoff, der sich mit dem Aussterben der Menschheit in nicht allzu ferner Zukunft auseinandersetzt: Man schreibt das Jahr 2027. Die Welt befindet sich im Chaos, der Mensch hat seine Gabe verloren sich fortzupflanzen. Nun kämpft jeder auf seine Weise um sein bisschen Leben, mit Waffengewalt, in terroristischen Vereinigungen, in der Isolation oder in organisierten Banden. Es herrscht die pure Anarchie. Nur in Großbritannien scheint man der Lage noch Herr zu werden, indem man unerwünschte Individuen - ob Ausländer oder Verbrecher, Asylbewerber oder politisch Unbequeme - erst in Käfige sperrt und dann deportiert. Einer, der sich mit dem Status Quo des Schreckens abgefunden hat, ist Theo (Clive Owen). Früher selbst mal Aktivist und Kämpfer für eine bessere Welt hat er sich nun hinter einem Schreibtischjob verschanzt und will von alledem nichts mehr hören und sehen. Doch dann holt ihn seine Vergangenheit auf brutale Weise wieder ein. Julian (Julianne Moore), Theos einstige Mitstreiterin und Geliebte, und im Gegensatz zu ihm immer noch aktiv, lässt ihn entführen. Julians Forderung: Er soll seine Beziehungen zur Regierung spielen lassen für eine besonders heikle Mission. Die junge Kee (Clare-Hope Ashitey) muss dringend außer Landes gebracht werden. Der Grund: Unter ihrem Herzen trägt sie ein Baby, das erste, das seit 19 Jahren wieder das Licht der Welt erblicken und damit einem ganzen Planeten Hoffnung geben könnte. Für Theo und seine kostbare "Fracht" beginnt eine Flucht, die ihre Leidensfähigkeit auf eine unermesslich harte Probe stellen wird...

Das Erschreckende an Cuaróns "Was wäre wenn"-Szenario ist die Tatsache, dass es der Realität extrem nahe kommt. Der kompromisslose Umgang mit Immigranten ebenso wie hinterhältige Terroranschläge, das nur auf seinen Vorteil bedachte Verhalten der westlichen Zivilisation ebenso wie der gravierende Rückgang der Geburtenraten. Für diese apokalyptische Grundstimmung, die sowohl an Ridley Scotts "Blade Runner", aber auch an John Carpenters "Klapperschlange" erinnert, sorgt insbesondere Cuaróns Landsmann und künstlerischer Wegbegleiter Emmanuel Lubezki, der für seine exzellente Arbeit mit dem Kamerapreis der Biennale 2006 ausgezeichnet wurde. Ebenfalls Bestnoten verdienen sich "King Arthur" Clive Owen als tragischer Held und Newcomerin Clare-Hope Ashitey ("Shooting Dogs") als von der Meute gehetztes Reh, während Julianne Moore, die nur im ersten Viertel des Films dabei ist, und Michael Caine als kiffender Post-Post-Hippie in Nebenrollen Akzente setzen. Fazit: Eine wirklichkeitsnahe Utopie, die zweifellos polarisieren und somit für jede Menge Diskussionsstoff sorgen wird. lasso.

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Info

Plakat des Films: Children of Men
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 09.11.2006

USA 2006

Länge: 1 h 50 min

Genre: Drama

Originaltitel: The Children of Men

Regie: Alfonso Cuarón

Drehbuch: Hawk Ostby, Alfonso Cuarón, Timothy J. Sexton, David Arata

Musik: John Tavener

Produktion: Iain Smith, Marc Abraham, Eric Newman, Hilary Shor

Kostüme: Jany Temime

Kamera: Emmanuel Lubezki

Schnitt: Alex Rodriguez, Alfonso Cuarón

Ausstattung: Geoffrey Kirkland, Jim Clay

Website: http://shop.universal-pictures.de/index.php?pid=detail&fid=1526, http://www.childrenofmen.de