Verfilmung des Erfolgsromans von Torsten Schulz über eine ungewöhnliche Ostberliner Familie, die im Jahr 1968 mit einem mysteriösen Mordfall konfrontiert wird.

Kinostart: 04.03.2010

Gudrun Ritter
als Otti

Michael Gwisdek

Michael Gwisdek
als Karl Wegner

Samuel Schneider

Samuel Schneider
als Holger

Jürgen Vogel
als Klaus-Dieter

Meret Becker
als Renate

Milan Peschel
als Bodo

Horst Krause
als Fisch-Winkler

Matthias Matschke
als Oberleutnant Weber

Ingeborg Westphal
als Rita

Hans-Uwe Bauer
als Jochen Grundorff

Claudia Geisler-Bading
als Frau Stolle

Hermann Beyer
als Rudi

Klaus Manchen
als Harry Kupferschmidt

Dieter Montag
als Paule Lehmann

Volkmar Kleinert
als Dr. Klemm

Winnie Böwe
als Frau Heinrich

Sebastian Hülk
als Oberleutnant Kringe

Thomas Bading
als Grabredner

Die Handlung von Boxhagener Platz

1968, Ostberlin, Boxhagener Platz, Familie Jürgens. Junior Holger versucht, die Kindheit hinter sich zu lassen und erste Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht zu machen. Die hat ihm Oma Otti voraus, die bereits fünf Ehemänner beerdigt hat - und Nummer sechs ist auch schon mit einem Bein im Jenseits. Weil sich seine Eltern häufiger streiten, flüchtet Holger immer öfter zur Großmutter. Dann wird ein ehemaliger Nazi erschlagen aufgefunden. Mit der Suche nach dem Täter wird so manches intime Geheimnis hochgespült.

1968. Ost-Berlin, Boxhagener Platz. Familie Jürgens. Junior Holger versucht, die Kindheit hinter sich zu lassen und erste Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht zu machen. Die hat ihm Oma Otti voraus, die bereits fünf Ehemänner beerdigt hat - und Nummer sechs ist auch schon mit einem Bein im Jenseits. Weil sich seine Eltern häufiger streiten, flüchtet Holger immer öfter zur Großmutter. Dann wird ein ehemaliger Nazi erschlagen aufgefunden. Mit der Suche nach dem Täter wird so manches intime Geheimnis hochgespült.

Kritik zu Boxhagener Platz

Mit Humor, Melancholie und einer Prise Wehmut blickt Matti Geschonneck in dieser Liebeserklärung an das Leben zurück auf die 60er Jahre im Ostberliner Kiez.

"Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an" schmetterte Udo Jürgens optimistisch. Für manche fängt es später an, für Oma Otti mit fast achtzig. Sie ist die beste Großmutter und der zwölfjährige Enkel ist lieber bei ihr als bei den ständig zankenden Eltern, einem Abschnittsbevollmächtigten sprich staats-konformen Polizisten und seiner vom Westen träumenden Ehefrau. Die rüstige alte Dame kocht gerne und redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Auf dem Friedhof flirtet sie mit Karl Wegner, seines Zeichens Ex-Spartakuskämpfer und systemkritischer Zeitgenosse. Da erschüttert der Mord an einem Fischhändler und Ex-Nazi den Bezirk. Und genau in der Mordnacht machte sich Ottis Gatte Nummer Sechs noch mal auf in die Kneipe, wohl wissend, dass auch der "Fischkopf" seiner Frau mehr als nur fetten Karpfen verkaufen möchte. Bevor ihm die fidele Lady ihre Liebe zu Karl beichten kann, entschläft er sanft an ihrer Seite. Wie Teenies lebt das angejahrte Paar nun seine Gefühle aus, zum Ärger der Stasi, die den Oldie mit eigener politischer Meinung als möglichen Mordbuben am Heiligabend verhaftet.

Matti Geschonneck, selbst am Boxhagener Platz aufgewachsen, wie auch Buch- und Drehbuchautor Torsten Schulz, überrascht mit einer anrührenden Dramödie voller lakonischem Witz und hintergründiger Ironie, er taucht kraftvoll ein in den Mikrokosmos des Jahres 1968, als in Westberlin die Studenten auf die Barrikaden gingen und im Osten noch trügerische Ruhe herrschte. Viele authentische Details fließen in die fiktive Handlung ein, die Ausstattung demonstriert enge Spießbürgerlichkeit, die Dialoge geben tiefgründige Lebensweisheiten preis. Im Proletarier-Bezirk Friedrichshain tummeln sich die skurrilsten Figuren, mal systemtreu, meistens aber in passivem Widerstand. Da zählen die kleinen Aufmüpfigkeiten, nicht der große Widerstand, die kleine Politik, nicht die große. Und wenn Karl beim deftigen Mahl mal ein Flugblatt "Russen raus aus Prag" oder den westlichen "Stern" auspackt, stößt das bei Oma und Enkel auf Neugier.

Geschonneck entwirft ein Tableau des Alltags mit Herz aber ohne Herzigkeit und ohne Ostalgie, einen Generationen-Gegensatz zu Leander Haußmanns ausgelassener "Sonnenallee". Am Ende weiß der Zuschauer viel über die politische Situation, aber noch mehr über die Baustellen des Lebens und die Lust auf Liebe, vor der auch Alter und Falten nicht schützen. Der couragierten Gudrun Ritter und dem fein-eleganten Michael Gwisdek möchte man stundenlang zugucken und zuhören in diesem Heimatfilm, der auch ohne konventionelles Happy End rundum glücklich macht. mk.

Wertung Questions?

FilmRanking: 2697 -29

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 04.03.2010

Deutschland 2010

Länge: 1 h 42 min

Genre: Drama

Originaltitel: Boxhagener Platz

Regie: Matti Geschonneck

Drehbuch: Torsten Schulz

Buchvorlage: Torsten Schulz

Musik: Florian Tessloff

Produktion: Jakob Claussen, Torsten Schulz, Uli Putz, Nicole Swidler

Kostüme: Lisy Christl

Kamera: Martin Langer

Schnitt: Dirk Grau

Ausstattung: Lothar Holler

Website: www.boxhagener-platz-film.de