Tragikomödie nach Tatsachen um den Oberstleutnant Harald Jäger, dem "Mann, der die Mauer öffnete" am 9.11.1989 am Grenzübergang Bornholmer Straße.

Kinostart: nicht bekannt

Charly Hübner

Charly Hübner
als Oberstleutnant Harald Sch

Milan Peschel

Milan Peschel
als Oberleutnant Ulrich Rotermund

Ulrich Matthes

Ulrich Matthes
als Oberst Hartmut Kummer

Rainer Bock
als Major Peter Arndt

Max Hopp
als Hauptmann Burkhard Sch

Frederick Lau
als Feldwebel Jens Rambold

Ludwig Trepte
als Oberfeldwebel Axel Hoffmann

Robert Gallinowski
als Zollrat Michael Kr

Jasna Fritzi Bauer
als Melitta

Ursula Werner
als Monika

Katharina Lorenz
als Ines

Thorsten Merten
als Manfred

Margit Bendokat
als Ilona Kr

Hermann Beyer
als Lageoffizier Heinz Wachholz

Peter Schneider
als Oberleutnant J

Jörg Simmat
als Oberleutnant Wolfgang Offenbach

Hilmar Eichhorn
als General Werner Geiger

Peer-Uwe Teska
als Hauptmann Wilfried Ernst

Martin Reik
als Oberleutnant Achim Zartmann

Nick Monu
als Armando Machen, Botschafter Mozambique

Timo Jacobs
als Uwe

Handlung

Am 9. November 1989 kurz vor Mitternacht öffnete sich am Grenzübergang Bornholmer Straße der erste Schlagbaum; damit war die DDR praktisch Geschichte. Oberstleutnant Harald Schäfer ist an jenem Abend als Chef vom Dienst verantwortlich. Angesichts einer immer größeren Menschenmenge wartet er auf Anweisungen seines Vorgesetzten. Schäfers Männer sind nervös, manch' einer würde schon allein aus jahrelanger Gewohnheit am liebsten zur Waffe greifen. Schließlich lässt Schäfer hinter sich, wovon er fast dreißig Jahre lang überzeugt war und folgt seinem Instinkt.

Berlin, 9. November 1989: Günther Schabowski, Sekretär des ZK der SED, verkündet während einer Pressekonferenz die neue großzügige Reiseregelung für DDR-Bürger ins westliche Ausland, die ab sofort in Kraft trete. Fast unmittelbar nach der Live-Übertragung versammeln sich an den Ostberliner Grenzübergängen Trauben von Ausreisewilligen. Oberstleutnant Harald Schäfer, der am Berliner Grenzübergang Bornholmer Straße Dienst tut, wartet auf Anweisungen seiner Vorgesetzten, doch die bleiben aus. Der bis dato überzeugte DDR-Bürger trifft nach eigenem Ermessen eine folgenschwere Entscheidung: um die brisante Situation zu deeskalieren und Gewalt zu vermeiden, öffnet er den Grenzübergang und wird damit zum unfreiwilligen Helden.

Kritik

Die Komödie erzählt den Mauerfall als absurdes Theater. Der Film ist eine Verbeugung vor dem Mann, der am 9. November 1989 den Schlagbaum öffnete.

"Bornholmer Straße": ein Titel wie eine Adresse. Der Straßenname wird vielen Deutschen nichts sagen, aber die Bilder kennt so gut wieder jeder: Am 9. November 1989 kurz vor Mitternacht öffnete sich an diesem Grenzübergang der erste Schlagbaum; damit war die DDR praktisch Geschichte. Eine Vielzahl von Filmen hat sich bereits mit den Ereignissen befasst, die schließlich zur "Wende" geführt haben, aber noch keiner auf eine Weise, die dem Ansatz von "Bornholmer Straße" auch nur annähernd ähnlich wäre: Zum ersten Mal werden die Ereignisse aus der Perspektive der Grenzsoldaten erzählt; und das keineswegs als Drama oder Tragödie, sondern als absurdes Theater. Der Titelzusatz lässt dabei keinen Zweifel, wer der Held der Handlung ist: "Bornholmer Straße" erzählt die "unglaubliche aber wahre Geschichte des Oberstleutnant Harald Schäfer". Den Mann gab es tatsächlich (in Wirklichkeit hieß er Jäger). Er war an jenem Abend Chef vom Dienst und wartete angesichts einer immer größeren Menschenmenge auf Anweisungen seines Vorgesetzten. Schließlich ließ er hinter sich, wovon er fast dreißig Jahre lang überzeugt gewesen war, folgte seinem Instinkt und wurde so zum Helden.

Bei den richtig großen Komödienstoffen schimmert stets auch die Tragödie durch. Das ist bei "Bornholmer Straße" nicht anders: Schäfers Männer sind nervös, manch' einer würde schon allein aus jahrelanger Gewohnheit am liebsten zur Waffe greifen. Mitunter vergisst man das, weil Christian Schwochow den Film oft haarscharf am Rand zur Klamotte inszeniert und einige der Soldaten pure Karikaturen sind. Diese satirische Überhöhung lässt den Film auch zur Parodie auf den allgemeinen Bürokratismus werden. Schon der Prolog gibt diese Stimmung vor: Ein kleiner Hund hat sich zwischen die Schlagbäume verirrt und sorgt fortan immer wieder für Unruhe, weil die Vorschriften einen solchen Sonderfall nicht vorsehen. Kein Wunder, dass die Soldaten später angesichts Tausender Bürger heillos überfordert sind. Fels in der Brandung ist der von Charly Hübner exzellent verkörperte Oberstleutnant Schäfer. Immer wieder droht die Geschichte in Richtung Tragödie eines lächerlichen Mannes zu kippen, doch Hübner sorgt mit seinem sparsamen Spiel dafür, dass der Soldat nie seine Würde verliert. Den Schauspielern an seiner Seite gelingt diese Gratwanderung nicht immer; trotzdem ist der Film eine der lustigsten Berliner Ost/West-Komödien seit Billy Wilders "Eins, Zwei, Drei". tpg.

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Info

Plakat des Films: Bornholmer Straße

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2014

Genre: Drama

Originaltitel: Bornholmer Straße

Regie: Christian Schwochow

Drehbuch: Heide Schwochow, Rainer Schwochow

Musik: Daniel Sus

Produktion: Nico Hofmann, Benjamin Benedict, Matthias Adler

Kostüme: Kristin Schuster

Kamera: Frank Lamm

Schnitt: Jens Klüber

Ausstattung: Lars Lange