Launiges, dem Boulevardtheater verpflichteter, verquer-wortreicher Liebesreigen, mit dem Schauspieler Eckhard Preuß sein Regiedebüt gibt.

Kinostart: 20.11.2014

Handlung

Udo unterhält eine Affäre mit Maya. Die wünscht sich ein Kind von Silvan, der wiederum mit Valerie ein Verhältnis hat. Das kommt Udos Frau Doris, Mayas bester Freundin, zu Ohren - und als wären die Dinge nicht schon kompliziert genug, erfährt sie von Udos Seitensprung. Wütend verlässt sie daraufhin die gemeinsame Wohnung und trifft auf Rudolf, zu dem sie sich hingezogen fühlt. Der hat sich jedoch in Valerie verguckt, obwohl sein Herz eigentlich immer noch für Eva schlägt, die vor Jahren spurlos verschwunden ist.

Kritik

Schauspielveteran Eckhard Preuß gibt mit seinem, dem Boulevardtheater verpflichteten, verquer-wortreichen Liebesreigen sein launiges Regiedebüt.

"Nicht so viel quatschen, okay?!" So lautet der Standardsatz von Udo, wenn er sexuell aktiv wird - durchaus dreimal am Tag, darunter auch mit der eigenen Ehefrau, die forsch die Nebenbuhlerin aufklärt: "Udo schläft gern mit mir... Dafür gibt's sogar Zeugen!" Der ewig verstrubbelte Udo sieht zwar nicht aus wie George Clooney, kommt aber bei der Damenwelt gut an - das meint zumindest Eckhard Preuß, der sich mit Koautor Butz Buse die Rolle des etwas anderen Schürzenjägers auf den Anti-Astralleib geschrieben und gleich auch noch die Regie übernommen hat.

"Bocksprünge" heißt sein Erstling, der dem Boulevardtheater verpflichtet ist und einmal mehr von den Irrungen und Wirrungen der Liebe erzählt. Neben Udo und Doris (Jule Ronstedt) zählen noch Maya (Julia Koschitz), Silvan (Benjamin Sadler), Valerie (Teresa Rizos), Rudolf (Friedrich Mücke) und Jochen Nickel als aus der Hand lesender Macho-Barmann zum Seitenspringer-Septett, das sich nach Sex, Liebe und/oder Kinder sehnt. Dabei liegt schon mal die Gattin unterm Bett, wenn es darauf zur Sache geht, hinter dem Vorhang wird gelauscht und zwischendurch Nabelschau betrieben.

Ohne Fernsehbeteiligung und Förderung ist dieses kurzweilige Kinodebüt entstanden, das von schrägen Wortgefechten lebt und Beziehungswahrheiten lustvoll überzeichnet. Die Figuren sind ebenso bekannt wie die Konstellationen, der Spaß besteht in der Variation und im Wiedererkennungseffekt. Ironie ist angesagt, schon die repetitiv eingesetzte, gepfiffene Version des Mary-Hopkin-Ohrwurms "Those Were the Days" verweist darauf, dass man hier nichts so wirklich ernst nehmen darf - schon gar nicht Udo, der eigentlich ja alles falsch macht und genau dafür geliebt wird.

Der Bauch kämpft mal wieder mit dem Kopf, der Geist ist willig, aber das Fleisch schwach - sicherlich keine neue Erkenntnis. Aber wie Preuß das vermittelt, macht durchaus Laune - und die Darsteller unterstützen ihn dabei mit großer Spielfreude. Entsprechend wird's auch nie wirklich dramatisch, notfalls spaziert oder radelt man zur Beruhigung durch die pittoresk-beschauliche Isarmetropole - Roecklplatz, Isarauen, Arena-Kino -, schleckt ein Eis und spricht sich dann aus. Und zum Schluss findet natürlich jeder Topf seinen Deckel und Yvonne Catterfeld gibt sich als Traumgirl kurz die Ehre. "Münchner G'schichten" halt - Version extra light. geh.

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Info

Plakat des Films: Bocksprünge

Kinostart: 20.11.2014

Deutschland 2013

Länge: 1 h 26 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Bocksprünge

Regie: Eckhard Preuß

Drehbuch: Butz Buse, Eckhard Preuß

Musik: Thom Hanreich

Produktion: Oliver Mielke

Kostüme: Mika Braun

Kamera: Thomas Wittmann

Schnitt: Benny Negges

Ausstattung: Thorwald Kiefel

Website: https://de-de.facebook.com/Bockspruenge.de