Liebenswürdige und melancholische kleine Komödie, über eine Gruppe Surfer an der englischen Küste.

Kinostart: 06.06.1996

Die Handlung von Blue Juice

Vier Freunde kommen in einem Städtchen an der Küste von Cornwall zusammen, um die alten Zeiten der gemeinsamen Surf-Tage hochleben zu lassen. Weil der Wind aber auf sich warten lassen, erlebt jeder von ihnen, bedingt durch unbewältigte Lebensfragen, sein eigenes kleines Abenteuer. Schließlich, als der Sturm kommt und die Wellen bringt, stehen alle vier vor einer wichtigen Entscheidung.

J.C. ist ein Tagträumer, der mit seiner schönen Freundin Cloe am Atlantikstrand der walisischen Küste wohnt und ein bescheidenes, aber unterhaltsames Dasein als Surflehrer führt. Doch während er von 10-Meter-Wellen und einer Weltumseglung träumt, sehnt sich Cloe nach wirtschaftlicher und familiärer Sicherheit. Als dann auch noch J.C.s alte Kumpels aus der Musikszene mit großen Plänen und einem Rucksack voller Drogen auftauchen, kommt es zu allerhand turbulenten Verwicklungen.

Vier Freunde kommen zusammen, um die alten Zeiten gemeinsamer Surf-Tage hochleben zu lassen. Stattdessen muß jeder erst einmal eigene Probleme bewältigen. Melancholische Jungmänner-Komödie im Stil von "Diner" und "American Graffiti".

Kritik zu Blue Juice

Gerade, als man glaubte, das "Surfmovie" schwimme nach Milius' Wellen-Ode "Tag der Entscheidung" und Kathryn Bigelows Actionfilm "Gefährliche Brandung" endgültig kieloben, stürzen sich ausgerechnet zwei Engländer in die kalten Fluten des Atlantik und lassen ihren Regie-Erstling behende durch die Gischt gleiten. Carl Prechezer (Regie, Buch) und Peter Salmi (Produktion, Buch) haben sich, ganz unzeitgemäß, nicht das hippe Genre des Gangsterfilms für ihr Leinwanddebüt ausgesucht, sondern eine liebenswürdige, zugleich witzige und melancholische Komödie in den Surfrevieren an der Küste von Cornwall gedreht.

Der süße Schmerz des Älterwerdens ist es, der vier Freunde aus London noch einmal in dem Küstenstädtchen zusammenkommen läßt, wo einer von ihnen, JC (Sean Pertwee), als "Local hero" mit seiner Freundin lebt. So recht will JC noch nicht die Verantwortung einer festen Beziehung auf sich nehmen, und auch wenn der Hüftgürtel zwickt - der Reiz einer sorgenfreien Zeit am Strand ist zu stark, um ihm nicht nachzugeben. Weil Wind und Wellen aber schon seit Tagen auf sich warten lassen, erlebt jeder der vier sein eigenes kleines Abenteuer: JC muß sich allerhand einfallen lassen, um seine Freundin zurückzugewinnen; Josh, der trotz seines Erfolges unzufriedene Musikproduzent, entdeckt bei einer lokalen Tanzveranstaltung seinen verloren geglaubten Soul wieder; Terry, dick und bequem geworden, hilft eine Ecstasy-Tablette über die bevorstehende Hochzeit hinweg; und Dean, der Gelegenheitsdealer und Taugenichts, verkauft seine Seele an ein Schmierenblatt, dem er die Sensation andient, JC werde noch einmal über ein berüchtigtes Riff, den "Boneyard", surfen. Schließlich kommt der Wind, kommen die großen Wellen, und plötzlich geht es für alle um Sein oder Nichtsein.

Meisterlich - und im Stile ein wenig an Barry Levinsons "Diner" erinnernd - schmieden Prechezer und Salmi die vielen Charaktere mit ihren kleinen und großen Szenen zu einer Geschichte zusammen, immer wieder kreuzen sich die Handlungsstränge, ver- und entwirren sich in komischen und dramatischen Schlaufen. Die Zuschauer bei den Hofer Filmtagen ließen sich von "Blue Juice" gerne auf den Brettern, die die Welt bedeuten, durch die Brandung schicken und dankten den Filmemachern mit begeistertem Applaus. Mit etwas geschicktem Marketing sollte dieser unprätentiöse und charmante Film auch bei seinem Kinostart im März sein Publikum finden. evo.

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Info

Plakat des Films: Blue Juice
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 06.06.1996

Großbritannien 1995

Länge: 2 h 5 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Blue Juice

Regie: Carl Prechezer

Drehbuch: Peter Salmi

Musik: Simon Davison

Produktion: Simon Relph

Kamera: Richard Greatrex