Musikalische Biographie des jung verstorbenen Teen-Idols und Entertainers Bobby Darin. Von und mit Kevin Spacey.

Kinostart: nicht bekannt

Kevin Spacey

Kevin Spacey
als Bobby Darin

Kate Bosworth

Kate Bosworth
als Sandra Dee

John Goodman

John Goodman
als Steve Blauner

Bob Hoskins
als Charlie Cassotto Maffia

Greta Scacchi
als Mary Duvan

Caroline Aaron
als Nina Cassotto Maffia

Brenda Blethyn
als Polly Cassotto

Peter Cincotti
als Dick Behrke

Michael Byrne
als Dr. Andretti

William Ullrich
als Kleiner Bobby

Tayfun Bademsoy
als Ahmet Ertegun

Andy Gätjen
als Journalist

René Ifrah
als Zweiter Regieassistent

Matt Rippy
als David Gershenson

Torben Liebrecht
als Lips

Gary Whelan
als Jules Podell

David Westhead
als Dr. Fields

Jake Broder
als Erster Regieassistent

Tim Williams
als Bodyguard

Mehmet Yilmaz
als Bobby Darins Bodyguard 2

Nina Franoszek
als Patty Duke

Wil Röttgen
als Bobby Darins Bodyguard

Handlung

Fest entschlossen, einer ärztlichen Prognose von höchstens 15 Jahren Lebenserwartung zu trotzen, entdeckt Walden "Bobby" Cassotto (Kevin Spacey) aus der Bronx als Teenager unter der weisen Ägide seiner Mutter, einer vormaligen Revuetänzerin, sein musisches Talent. In der keimenden Rock 'n' Roll-Ära wird er unter dem Namen Bobby Darin zu einem besonders bei jungem Publikum populären Interpreten. Damit auf Dauer unzufrieden, wendet sich Darin dem Jazz zu. Er interpretiert Kurt Weill ("Mack the Knife") und strebt danach, als Künstler ernst genommen zu werden. Darunter leidet nicht zuletzt seine ohnedies unheilumwölkte Ehe mit der jugendlichen Teen-Queen Sandra Dee (Kate Bosworth).

Und noch ein hochkarätig geschreinertes Hollywood-Biopic, diesmal vorgetragen und inszeniert von Oscar-Preisträger Kevin Spacey im Gedenken an einen allzu früh verblichenen Crooner der alten Schule.

Weil Ärzte ihm einen frühen Tod prognostizieren, lebt Bobby Darin auf der Überholspur. Erobert als Sänger Teenagerherzen, als Entertainer die Nightclubszene und schließlich auch Leinwand- und Teenidol Sandra Dee. Doch seine Rastlosigkeit belastet die Ehe und eine familiäre Enthüllung sein Selbstverständnis. So sucht der Star nach einer neuen musikalischen Zukunft, während sein Stern zu sinken beginnt.

Dem stets kränkelnden Bobby wird schon früh prophezeit, dass er wegen eines Herzleidens nicht sehr alt werden wird. Und so beginnt er alsbald ein Leben auf der Überholspur. Erst erobert Bobby als Sänger Teenagerherzen, dann als Entertainer die Nachtclubszene und schließlich auch noch Leinwand-Idol Sandra Dee. Doch sein rastloses Leben belastet die Ehe und ein düsteres Familiengeheimnis wirft ihn vollends aus der Bahn. Während Bobby noch verzweifelt nach einer musikalischen Zukunft sucht, ist sein Stern bereits längst verglüht.

Kritik

Keyser Soze singt! Dieses Versprechen klingt ähnlich verwegen wie vor über 50 Jahren "Garbo lacht" ("Ninotschka"), wird aber von Kevin Spacey eingelöst. In seiner zweiten Regiearbeit nach "Albino Alligator" outet sich der Oscarpreisträger als großer Fan von Ex-Teen- und Sixties-Ikone Bobby Darin. Sowohl musikalische Liebeserklärung als auch biographische Lebensverklärung präsentiert sich "Beyond the Sea" als inhaltlich recht konventionelles, aber inszenatorisch souveränes Biopic, das Darin wieder in Erinnerung ruft, vor allem aber eines deutlich macht: Spacey swingt!

Schon in den Neunzigerjahren arbeiteten Regisseur Barry Levinson und Autor James Toback an einem Drehbuch über den "Splish-Splash"-Sänger, bevor die komplizierte Rechtefrage das Projekt platzen ließ. Das Interesse an dem heute nahezu vergessenen Entertainer ist verständlich. Darin war ein musikalisches Chamäleon, begann als Teen-Idol auf den Spuren von Ricky Nelson, reifte mit "Beyond the Sea" und "Mack the Knife", beides Coverversionen europäischer Evergreens, zum temperamentvollen Swinger und versuchte sich am Karriereende im Folk als neuer Pete Seeger. Auch seine Biographie steckt voller atemberaubender Twists. Sieben Jahre war er, als Ärzte die Prognose stellten, dass er wegen eines schweren Herzleidens nicht älter als 15 werden würde. Mit 24 Jahren heiratete er Amerikas Schneewittchen Sandra Dee, die mit unschuldigen Teenfeen wie "Tammy" oder "April" riesige Popularität erreichte, aber ein dunkles Geheimnis mit in die Ehe nahm. Und schließlich erfuhr Darin, wie viele Jahre später auch Jack Nicholson, dass die Frauen, die er für seine Mutter und Schwester gehalten hatte, tatsächlich seine Großmutter und Mutter waren.

Diese Eckpunkte thematisiert auch der Film, verschweigt aber, dass Darin sich 1967 scheiden ließ und kurz vor seinem Tod noch einmal heiratete, deutet nur an, dass seine und vor allem Dees Dämonen (Alkoholismus, Magersucht, traumatische Kindheit) die Beziehung extrem belasteten. Spacey spricht dieses selektive Erinnern im Film direkt an, gibt im Abspann einen klärenden Hinweis und kommentiert auch im erzählerischen Rahmen des Films, wie Fantasie in die Biographie eindringt. Die Struktur des Films ähnelt der von "De Lovely", platziert Darin in die Verfilmung seines eigenen Lebens, in der ihm auch sein Jugendbild am Set begegnet. Spacey ist ein cleveres Schlitzohr, macht das Kardinalproblem des Films vor der Kamera selbst zum Diskussionsgegenstand, ohne an der Wirkung etwas ändern zu können. Der 44-Jährige ist zu alt für die Rolle eines Mitzwanzigers, vor allem in den Turtelszenen mit der 20-jährigen Kate Bosworth als Backfisch Sandra Dee. Trotzdem vermittelt er bei den zahlreichen Auftritten die unglaubliche Dynamik des Performers, zeigt auch stimmlich, dass er sein großes Idol glänzend studiert hat.

Als Regisseur trifft Spacey meist den richtigen Ton, bis auf eine etwas kitschige öffentliche Familienversöhnung und eine Szene, in der ein Schwert Dees Angst vor der Hochzeitsnacht humorvoll symbolisiert und damit ihr heute bekanntes Trauma, jahrelang vom Stiefvater missbraucht worden zu sein, verniedlicht. Formal holt Spacey das Maximum aus seinem für ein Period Picture limitierten Budget heraus - nicht zuletzt dank eines exzellenten, in Babelsberg und England zaubernden Ausstatterteams und mit Hilfe von Kameramann Eduardo Serra, der von Beginn an dem plastisch fotografierten Film Klasse verleiht. Für diese Qualität stehen auch Charakterdarsteller wie Brenda Blethyn, Bob Hoskins oder John Goodman, doch die Hauptattraktion bleibt Spacey selbst, der Robbie mit Bobby erfolgreich Konkurrenz macht. kob.

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Info

Plakat des Films: Beyond the Sea - Musik war sein Leben

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland/Großbritannien/Kanada/USA 2004

Länge: 1 h 59 min

Genre: Drama

Originaltitel: Beyond the Sea

Regie: Kevin Spacey

Drehbuch: Kevin Spacey, Lewis Colick

Musik: Christopher Slaski

Produktion: Jan Fantl, Kevin Spacey, Andy Patterson, Arthur Friedman

Kostüme: Ruth Myers

Kamera: Eduardo Serra

Schnitt: Trevor Waite

Ausstattung: Andrew Laws

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