Neuverfilmung der klassischen Geschichte über die Rache des jüdischen Edelmannes Ben Hur an seinem römischen Jugendfreund, der ihm die Familie und Freiheit nahm.

Kinostart: 01.09.2016

Jack Huston

Jack Huston
als Ben Hur

Toby Kebbell
als Messala

Nazanin Boniadi
als Esther

Pilou Asbæk
als Pontius Pilatus

Rodrigo Santoro
als Jesus

Morgan Freeman
als Ilderim

Sofia Black-D'Elia
als Tirzah

Ayelet Zurer
als Naomi

Moises Arias
als Dismas

Die Handlung von Ben Hur 3D

Lange leben der jüdische Edelmann Ben Hur und sein römischer Adoptivbruder Messala im engen Familienverband. Nachdem Messala auf dem Schlachtfeld Karriere macht, und der Druck Roms auf Judäa unerträglich wird, intensivieren sich die Spannungen zwischen den Jugendfreunden. Als Ben Hur schuldlos in ein Attentat auf die römischen Besatzer verwickelt wird, verdammt Messala ihn zum Leben als Galeerensklave, wirft er die Familie Ben Hurs ins Verlies. Fünf Jahre später entkommt Ben Hur dem sicheren Tod und schwört, Rache an Messala zu nehmen.

Kritik zu Ben Hur 3D

Der Mann, der schon Abraham Lincoln als Vampirjäger zeigte, wagt sich an das Remake eines der populärsten Epen der Filmgeschichte.

Wer, aus dem Osttürkischen übersetzt, den Vornamen "Der Eiserne" trägt und vor wenigen Jahren bereits ein Remake von Melvilles "Moby Dick" umkreiste, fürchtet selbstredend auch William Wylers mit elf Oscars ausgezeichneten Klassiker nicht. Timur Bekmambetovs "Ben Hur" entfernt sich erzählerisch von der berühmten Buch- und Filmvorlage, setzt neue Schwerpunkte, präsentiert sich als oft intimes Epos, bietet aber das größte Spektakel dennoch dort, wo es die Fans auch am meisten erwarten: im Wagenrennen.

Mit einem visuellen Köder auf diese etwa zehnminütige Sequenz eröffnet der Regisseur von "Wanted" seinen Film, blickt dann zurück auf die Freundschaft zwischen seinen Hauptfiguren, dem jüdischen Edelmann Judah Ben Hur (Jack Huston) und dem Römer Messala (Toby Kebbell). Im Drehbuch von Keith R. Clarke und John Ridley ist der imperiale Offizier nicht nur Jugendfreund, sondern nun auch Adoptivbruder des Protagonisten, wird die Beziehung der beiden vor dem Bruch ausgiebiger beleuchtet als bei Wyler - wie auch der treibende politische Aspekt, der im blinden Hass zwischen Supermacht und besetztem Volk die Brücke zum Gift unserer Gegenwart schlägt. Viel stärker als bei Wyler oder Fred Niblos Stummfilm von 1925 ist Messala hier eine gebrochene Figur, ringt er mit sich. Im Unterschied zu früheren Adaptionen ist es auch kein fallender Mauerstein, sondern der Pfeil eines Zeloten, der ihn zwingt, seine eigene Karriere über die Zukunft seines Freunds und dessen Familie zu stellen. Messalas auch von schwelender Eifersucht motivierte Schwäche, seinen Vorgesetzten willfährig sein zu wollen, wird mit der Stärke des Titelhelden kontrastiert, der sich auch in den qualvollen Jahren als Galeerensklave nicht brechen lässt und am Ende eine Geste der Größe zeigt, mit der sich Bekmambetovs "Ben Hur" am deutlichsten von allen Vorgängern unterscheidet.

In seiner emotionalen Wirkung und auch visuell bleibt Wylers Film mit seinen grandiosen Totalen, aber auch der Lichtsetzung in intimeren Szenen unerreicht. Das Remake lässt selbst wuchtigste Bilder oft zu kurz stehen, wirkt enger und klaustrophobischer in den Bildausschnitten, nicht nur in der eindrucksvollen Seeschlachtsequenz, in der sich das Inferno aus dem Blickwinkel seiner Opfer entfaltet. Gegenüber Wylers Epos um fast 90 Minuten verkürzt, setzt dieser "Ben Hur" die Schere bei Hurs Familie, seinem römischen Mentor und auch bei der Rahmenhandlung mit dem hier nicht gesichtslosen Messias aus Nazaret an, die sich nicht organisch mit der zentralen Geschichte verbinden kann. Gewichen ist weitgehend das Andächtige und Theatralische, wie es noch typisch war für die Bibelepen der 1950er und 1960er Jahre. "Ben Hur"-Reloaded versteht sich als realistischer Ansatz eines Sandalenepos, zeigt auch Jerusalem, gefilmt in der prachtvollen Altstadt des süditalienischen Matera, völlig anders als alle bisherigen Adaptionen. Das Wagenrennen allerdings folgt ganz der Tradition, ist mit Tempo, Dramatik und Stunts auch hier spektakulärer Höhepunkt an Wucht und Intensität. kob.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 01.09.2016

USA 2016

Länge: 2 h 4 min

Genre: Action

Originaltitel: Ben-Hur

Regie: Timur Bekmambetow

Drehbuch: Keith Clarke, John Ridley

Musik: Marco Beltrami

Produktion: Sean Daniel, Mark Burnett, Duncan Henderson, Joni Levin, Mark Burnett

Kostüme: Varvara Avdyushko

Kamera: Oliver Wood

Schnitt: Dody Dorn

Ausstattung: Naomi Shohan