Das legendäre Match zwischen US-Schachweltmeister Bobby Fischer und dem Russen Boris Spassky, das zum Polit-Thriller wird.

Kinostart: 28.04.2016

Tobey Maguire

Tobey Maguire
als Bobby Fischer

Liev Schreiber

Liev Schreiber
als Boris Spassky

Michael Stuhlbarg
als Paul Marshall

Peter Sarsgaard
als Bill Lombardy

Lily Rabe
als Joan Fischer

Sophie Nélisse
als Joan, jung

Edward Zinoviev
als Efrian Geller

Alexandre Gorchkow
als Livo Nei

Robin Weigert
als Regina Fischer

Seamus Davey-Fitzpatrick
als Bobby Fischer, Teenager

Aiden Lovekamp
als Bobby Fischer, jung

Evelyne Brochu
als Donna

Conrad Pla
als Carmine Nigro

Viktali Makarov
als Ivanovich

Brett Watson
als Lothar Schmid

Die Handlung von Bauernopfer - Spiel der Könige

1972, Reykjavik: Im „Match des Jahrhunderts“ treten der russische Meister Boris Spassky und der exzentrische US-Champ Bobby Fischer am Schachbrett gegeneinander an.

Ein wahrer Medienzirkus bricht los, geht es doch im Kalten Krieg um mehr als nur das „Spiel der Könige“. Die Männer repräsentieren verschiedene politische Systeme und Werte. Als Fischer die erste Partie verliert, will er zunächst nicht mehr antreten. Er wird zum Spielball der Interessen zweier Weltmächte und muss gleichzeitig mit seinen eigenen Dämonen kämpfen.

Edward Zwick (Glory) inszeniert das legendäre Duell als spannenden Schach-Showdown, der nicht nur Bobby Fischers Leben, sondern das einer ganze Epoche samt Vietnam und Watergate erzählt. Im grandiosen Retro-Look brillieren Tobey Maguire (Fischer) und Liev Schreiber (Spassky) als schillernde Kontrahenten.

Kritik zu Bauernopfer - Spiel der Könige

Bobby Fischer Superstar - Edward Zwick setzt dem ebenso schillernden wie exzentrischen, 2008 verstorbenen US-Weltmeister ein filmisches Denkmal.

Die Medien schlachteten sie als "Match des Jahrhunderts" aus, die 1972 in Reykjavik ausgetragene Schachweltmeisterschaft zwischen dem US-Amerikaner Robert James "Bobby" Fischer und dem Russen Boris Spassky - ein Vergleich mit dem historischen, als "Rumble in the Jungle" bekannt gewordenem Boxkampf zwischen George Foreman und Muhammad Ali in Kinshasa 1974 drängt sich auf. Liz Garbus hat 2011 mit "Bobby Fischer Against the World" das Jahrhundertereignis dokumentiert, nun liegt mit "Pawn Sacrifice" der Spielfilm zum Thema vor - spät wenn man bedenkt, welche Hysterie das Aufeinandertreffen der beiden Ausnahmekönner einst auslöste.

Das liegt wohl primär daran, dass das Verschieben von 32 Figuren auf einem Brett mit 64 Feldern für Zuschauer nicht gerade eine aufregende Angelegenheit ist. Aber spätestens seit man dank Michael Manns "Insider" weiß, wie nervenaufreibend ein simpler Faxdialog sein kann, ist klar, dass sich jedes Thema kinogerecht aufarbeiten lässt. So auch das "Spiel der Könige" für das Ed Zwick mit Hilfe seiner schillernden Antagonisten - nach dem akkuraten Skript von Steven Knight- die richtigen Bilder findet und zudem den Ton der Zeit exakt trifft.

Ehe es zum eigentlichen Wettkampf in Islands Hauptstadt kommt, vergeht eine gute Stunde. Nach kurzem Epilog, einer schwarzweißen TV-Nachrichten-Collage zum Aufeinandertreffen der beiden Schachgenies, springt das Drama zurück ins Brooklyn des Jahres 1952. In einem liberalen Emigrantenhaushalt wächst Bobby auf, die Mutter ist überzeugte Kommunistin. In ihrer Wohnung treffen sich Bohemiens und Intellektuelle, beobachtet vom FBI. Die Atmosphäre ist angespannt und politisch aufgeheizt. Vielleicht fußt hier die lebenslange Paranoia Fischers, der sich ständig bespitzelt und - obwohl selbst Jude - als Opfer der "jüdischen Weltverschwörung" fühlt.

Es folgen Kalter Krieg und Vietnam, Studentenunruhen und Watergate... mittendrin Fischer, der sich für nichts außer Schach interessiert. Als 15Jähriger wird er der jüngste Großmeister der Geschichte, mit 20 gewinnt er die US-Meisterschaften, ohne Remis, ohne eine Partie zu verlieren - das ist bis heute niemandem mehr gelungen. Eine herbe Niederlage fügt ihm Spassky 1966 beim Piatigorsky Cup in Santa Monica zu - Fischer ist so erbost, dass er als Zweiter der Siegerehrung einfach fern bleibt.

Wie nebenbei erzählt dieses etwas andere Biopic von einer Gesellschaft im Umbruch, von unterschiedlichen Wertewelten und konträren politischen Systemen, die mit Wucht aufeinaderprallen, von zwei "missbrauchten" Galionsfiguren, die in gewisser Weise das "Bauernopfer" des Titels sind. Brillant gibt Tobey Maguire den Exzentriker Fischer, Jefferson Airplanes Psychedelic-Hit "White Rabbit" illustriert seinen Geisteszustand. "Manchurian Kandidat" Liev Schreiber ruht als sonnenbebrillter Spassky (fast immer) in sich, spricht den gesamten Film nur russisch und ist letztendlich der einzige, der die Genialität seines Widersachers erkennt und diesen sogar zu schätzen weiß.

Bestechend fällt Isabelle Guays Retro-Produktionsdesign aus, stimmungsvoll Bradley Youngs Kameraarbeit. Michael Stuhlbarg überzeugt als mit allen Wassern gewaschener Patriot und (Rolling Stones-)Rechtsanwalt, der Fischer zum Symbol amerikanischer Größe aufbauen will, Peter Sarsgaard als katholischer Priester, Schachgroßmeister, Freund und Trainingspartner seines ehemaligen Schachzöglings. Regisseur Zwick gelingt das vorzügliche Porträt eines Mannes den niemand wirklich verstand, der aber heute noch die Menschen fasziniert - ob sie nun Schachspieler sind oder nicht. geh.

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Info

  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 28.04.2016

USA 2014

Länge: 1 h 55 min

Genre: Drama

Originaltitel: Pawn Sacrifice

Regie: Edward Zwick

Drehbuch: Steven Knight

Musik: James Newton Howard

Produktion: Gail Katz, Edward Zwick, Tobey Maguire

Kostüme: Renée April

Kamera: Bradford Young

Schnitt: Steven Rosenblum

Ausstattung: Isabelle Guay