Romantische Komödie von und mit Til Schweiger über die ungewöhnliche Beziehung zwischen einer Selbstmordkandidatin und einem Versagertypen.

Kinostart: 31.03.2005

Til Schweiger

Til Schweiger
als Nick Keller

Johanna Wokalek

Johanna Wokalek
als Leila

Steffen Wink

Steffen Wink
als Viktor Keller

Michael Mendl
als Heinrich Keller

Nadja Tiller
als Frau Keller

Imogen Kogge
als Dr. Bl

Paula Paul
als Schwester Dorothee

Alexandra Neldel
als Janine

Janine Kunze
als Sarah

Mark Keller
als Ehrmann

Markus Maria Profitlich
als Stefan Huhn

Axel Stein
als Dieter Huhn

Fanny Staffa
als Nele

Christoph Müller
als Herr Richard

Jürgen Vogel
als Hausmeister

Erdal Yildiz
als Polizist

Armin Rohde
als Penner

Michael Gwisdek
als Bahnangestellter

Tyron Ricketts
als Manager

Eric Judor
als Freier

Gerit Kling
als alte Prostituierte

Florian Fitz
als Beamter

Stefanie Stappenbeck
als Jessica

Handlung

Pflegehelfer Nick (Til Schweiger) erlebt nicht eben eine private Hochphase, als ihm nach einer eher zufällig durchgeführten Rettungstat in der Psychiatrie die schwer kontaktgestörte, aber grundsätzlich ziemlich liebe Patientin Leila (Johanna Wokalek) bis nach Hause nachläuft und fortan nicht mehr von der Seite weicht. Und weil Nick gerade einem Treffen mit der Familie entgegen sieht, die ihn für einen kompletten Versager hält, nimmt er Leila, die irgendwie keine Schuhe mag, einfach mit zur Hochzeit seines Bruders.

Zwei schräge Vögel therapieren sich gegenseitig in dieser entspannten Mischung aus Außenseiterkomödie und Love Story, Roadmovie und Gesellschaftskritik.

Nick Keller verliert einen Job nach dem anderen, weswegen ihn seine Familie für einen totalen Versager hält. Als er bei seinem neuesten Aushilfsjob in einer psychiatrischen Klinik in letzter Sekunde den Selbstmord der jungen Leila verhindert, hat er ein neues Problem: Leila weicht ihm fortan nicht mehr von der Seite.

Nick Keller ist ein Taugenichts wie er im Buche steht. Keine Kohle in der Tasche und eine Affäre nach der anderen. Als der Loser jedoch bei einem Job in der Psychiatrie zufällig den Selbstmord einer jungen Frau verhindert, ist nichts mehr so, wie es einmal war. Denn Leila weicht ihrem Retter nicht mehr von der Seite. Widerwillig nimmt Nick die Klette mit auf die Hochzeit seines Bruders - und so beginnt für das ungleiche Duo eine wahnwitzige Odyssee, an deren Ende einmal mehr die Liebe alle Schranken niederzureißen vermag.

Kritik

Wie weit gehst du, wenn du verliebt bist? Die Antwort gibt Til Schweiger in diesem emotionsgeladenen Gemisch aus Romantic-Comedy und Tragikomödie. Nach einem von ihm und Jann Preuss verfassten Drehbuch spielt er einen ziemlich verantwortungslosen Typen, der sich durchs Leben laviert. Als er mehr zufällig der Psychiatrie-Patientin Leila das Leben rettet, weicht die nicht mehr von seiner Seite. Beide gehen auf eine Reise, die ihr Leben für immer verändert.

Für Til Schweiger ist "Barfuss" so etwas wie sein Traumprojekt, trotz vieler Stolpersteine während der langen Entstehungsgeschichte. Und er wollte diesen für ihn wichtigsten Film seit "Knockin' on Heaven's Door" nicht nur produzieren, sondern auch Regie führen und den Nick Keller spielen, einen Hallodri aus gutem Haus, der Jobs und Frauen wechselt wie andere ihre Hemden. Ein Egoist, der sich keinen Deut um den Rest der Welt kümmert. Als das schwarze Schaf der Familie mal wieder blank ist, übernimmt er widerwillig einen Aushilfsjob in der psychiatrischen Klinik und vereitelt in letzter Sekunde den Selbstmord der jungen Leila. Das hat Konsequenzen. Das Mädchen folgt ihm heimlich und steht abends im Nachthemd und barfuß vor seiner Tür. Trotz aller Tricks kriegt er sie nicht los, fest entschlossen, ihn nie mehr zu verlassen, trippelt sie neben ihm her. Notgedrungen nimmt er sie mit zur Hochzeit seines Bruders. Eine Reise, auf der sie sich annähern und der sonst so unzuverlässige Mann Verantwortung übernimmt.

Aus dem ursprünglichen Gangsterplot entwickelte Schweiger eine anrührende Geschichte über zwei Außenseiter und die Unbehaustheit der Seele, über die Sehnsucht, bei sich anzukommen. Manchmal schlägt die Handlung über die Stränge und auf einige weniger feinsinnige Szenen hätte man gerne verzichtet - wenn der Weiberheld von einer Ex-Freundin sexuell bedrängt wird und sie in den Schrank sperrt, die unschuldige Leila im Auto eines Freiers landet oder die Familienfeier an einen Zombie-Ball erinnert. Rüde Ausfälle, die die charmante Melodie des Films unterbrechen. Aber dann wieder gibt es verzaubernde Momente, ein Hauch von Zärtlichkeit und verdrehte Situationen, die das wettmachen. Da wird eine Busfahrt zum Abenteuer oder die Nacht im Schlafwagen zum Erlebnis.

Eine hinreißende Johanna Wokalek trägt die Handlung. Sie ist hübsch ohne von aufdringlicher Schönheit zu sein, zerbrechlich und wundersam starrköpfig, spielt mit kindhafter Naivität ohne auf kindlich zu machen, ist keine Lolita, sondern ein engelsgleiches Wesen, fordert Beschützerinstinkte heraus. Und zeigt dazu noch überraschendes Comedy-Talent.

So bricht sich diese Tragikomödie immer wieder in kleinen Rebellionen und unkonventionellen Aufbrüchen. Die Psychiatrie-Wirklichkeit tritt in diesem Roadmovie in den Hintergrund, Wechsel von Humor, Emotionalität und Ernsthaftigkeit halten sich die Waage. Realisten mögen die Stirne runzeln, Romantikern, die an die unmögliche Liebe glauben, sollte dagegen bei diesem poetisches Filmmärchen das Herz aufgehen. mk.

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Info

Plakat des Films: Barfuss
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 31.03.2005

Deutschland 2005

Länge: 1 h 55 min

Genre: Drama

Originaltitel: Barfuss

Regie: Til Schweiger

Drehbuch: Til Schweiger, Jann Preuss, Steven Zotnowsky, Dina Marie Chapman, Nika Altenstadt

Musik: Stefan Hansen, Max Berghaus, Dirk Reinhardt

Produktion: Til Schweiger

Kostüme: Martina Jeddicke, Elena Wagner

Kamera: Christof Wahl

Schnitt: Til Schweiger, Constantin Seld

Ausstattung: Jérôme Latour

Website: http://www.barfuss-derfilm.com

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