Adaption von Philip Roth' Epos über eine US-Fabrikantenfamilie, die zerbricht, mit der britische Schauspielstar Ewan McGregor sein Regiedebüt abliefert.

Kinostart: 17.11.2016

Ewan McGregor

Ewan McGregor
als Seymour "der Schwede" Levov

Jennifer Connelly

Jennifer Connelly
als Dawn Levov

Dakota Fanning

Dakota Fanning
als Merry Levov

Rupert Evans
als Jerry Levov

Uzo Aduba
als Vicky

Valorie Curry
als Rita Cohen

David Strathairn
als Nathan Zuckerman

Peter Riegert
als Lou Levov

Molly Parker
als Dr. Sheila Smith

Handlung

Seymour Levov, erfolgreicher Football-Spieler, heiratet seine Traumfrau Dawn und übernimmt in den späten Fünfzigern die Fabrik seines Vaters. Das Paar genießt den amerikanischen Traum in vollen Zügen. Ihr größter Schatz ist ihre Tochter Merry. Doch in den Sechzigerjahren, als der Vietnamkrieg mit seinen schrecklichen Bildern in das Idyll hereinbricht, verliert Merry den Glauben an das Gute und radikalisiert sich. Die Eltern lieben sich nicht mehr. Während Dawn ihre Tochter aufgegeben hat, kämpft Seymour um sie.

Kritik

Adaption von Philip Roth' Epos über eine US-Fabrikantenfamilie, die zerbricht, mit der britische Schauspielstar Ewan McGregor sein Regiedebüt abliefert.

Ewan McGregor hat es sich mit seinem Regiedebüt nicht leicht gemacht. Der Schauspieler, der vor allem durch "Trainspotting" Kultstatus genießt, sich aber längst als grandioser Charaktermime bewiesen hat, verhebt sich dann auch leicht bei seiner Verfilmung von Philip Roth' großem literarischen Epos "Amerikanisches Idyll", mit dem der Autor nicht weniger als die amerikanische Seele erkundete. Der Film ist nun sicherlich kein schlechter, im Gegenteil: In weiten Teilen ist "Amerikanisches Idyll" ein toll fotografiertes, intensives und fesselndes Familiendrama - vielleicht etwas zu bieder den Konventionen eines klassischen Biopics folgend, aber durchaus gelungen. Allerdings kämpft der Film spürbar damit, die Fülle des Plots auf ein filmisches Maß zurechtzustutzen. Trotz ihrer Verkürzungen rast die Handlung durch die Stationen und lässt dem Zuschauer manchmal keine Zeit, die Entwicklung der einzelnen Figuren mitzuerleben. Dadurch fällt es schwer, die emotionale Fallhöheetwa bei Merry Levov, gespielt von Dakota Fanning, nachzuvollziehen.

Merry ist die Tochter von Dawn und Seymour, genannt "Der Schwede", Levov. Er, erfolgreicher und gut aussehender Football-Spieler, heiratet seine Traumfrau und übernimmt in den späten Fünfzigerjahren die gut situierte Fabrik für hochwertige Damen-Handschuhe von seinem Vater. Die Familie richtet sich in dem gemütlichen Ort im ländlichen Umfeld New Yorks ein und genießt den amerikanischen Traum in vollen Zügen. Ihr größter Schatz ist dabei ihre Tochter. Doch in den Sechzigerjahren, als zunächst die Vorboten des Vietnamkrieges mit den erschreckenden Bilder des sich selbst verbrennenden Mönches Thich Quang Duc und schließlich die Aufnahmen von Opfern der verheerenden Angriffe der US-Marines auf vietnamesische Dörfer Einzug in die amerikanischen Wohnzimmer halten, zweifelt Merry zunächst an ihrer idyllischen Existenz, bevor sie sich vollends radikalisiert und in den Untergrund geht. Sie wird zu einer jungen Frau, deren Glaube an das Gute vernichtet wird, und die aus ihrem Schockzustand nur den Weg des Extrems findet. Die Eltern verlieren derweil nicht nur den Kontakt zu ihrer Tochter, sondern auch die Liebe zueinander. Doch während sich Dawn ins Highsociety-Leben der New Yorker Künstlergemeinde stürzt, will Vater Seymour den Kampf um seine Tochter nicht aufgeben und geht daran schließlich zu Grunde.

Roth wirft in seinem Roman einen aufrüttelnden, aber keinen urteilenden Blick auf eine Zeit, in der die US-Gesellschaft ihre Unschuld verliert, und deren Nachwirkungen bis heute zu spüren sind. Was Regisseur McGregor und Autor John Romano nicht gelingt, ist genau diese Überhöhung, die über die eigentliche Handlung hinausweist. Das Epochale, die Wucht kommt der Verfilmung leider abhanden. Fast hat man das Gefühl, dass McGregor, der die Regie erst relativ kurzfristig von Phillip Noyce übernahm, in seinem Bestreben alles richtig zu machen, seinen Mut zum Risiko verloren hat. Was ihm und auch dem restlichen Cast herausragend gelingt, ist die Darstellung der Figuren. Im Grunde konzentriert sich der ganze Film auf die drei Hauptrollen von Vater, Mutter und Tochter. Sie sind das Zentrum dieses Dramas. Neben McGregor, der glaubhaft den nicht aufgeben wollenden Vater mimt, brillieren Jennifer Connelly als emotional abgestorbene Mutter und Dakota Fanning als am Weltschmerz verzweifelte Tochter. Gerade wegen seiner Unvollkommenheit läd "Amerikanische Idyll" zum Diskutieren ein, zumal er trotz seines historischen Settings hochaktuelle Fragen aufwirft. Und kalt lässt einen McGregors Regiedebüt sicherlich nicht. mahe.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 17.11.2016

USA 2016

Länge: 1 h 49 min

Genre: Drama

Originaltitel: American Pastoral

Regie: Ewan McGregor

Drehbuch: John Romano

Musik: Alexandre Desplat

Produktion: Gary Lucchesi, Tom Rosenberg, André Lamal

Kostüme: Lindsay Ann McKay

Kamera: Martin Ruhe

Schnitt: Melissa Kent

Ausstattung: Daniel B. Clancy

Website: http://www.amerikanisches-idyll-film.de