Atmosphärisches Horrordrama und Romanze um einen weiblichen Vampir in einer iranischen Sin City.

Kinostart: 23.04.2015

Sheila Vand
als Mädchen

Arash Marandi
als Arash

Marshall Manesh
als Hossein

Mozhan Marnò
als Atti

Dominic Rains
als Saeed

Rome Shadanloo
als Shaydah

Milad Eghbali
als kleiner Junge

Die Handlung von A Girl walks home alone at Night

Arash kümmert sich um seinen heroinabhängigen Vater Hossein, mit dem er im iranischen Bad City lebt. Als der knallharte Drogendealer und Zuhälter Saeed Hosseins ausstehende Schulden eintreibt, büßt Arash alles Bargeld und seinen geliebten Ford Thunderbird ein. Kurz darauf kann er sich beides plus einen Koffer Drogen von Saeed zurückholen. Denn der liegt tot in seinem Haus, ausgesaugt von einer Vampirin, die verschleiert Übeltätern auf der nächtlichen Straße auflauert. Ahnungslos verliebt sich der gutmütige Arash in den Engel der Nacht.

Kritik zu A Girl walks home alone at Night

Persische Poesie: die surreale Indie-Romanze zwischen einem jungen Mann und einer Vampirin fasziniert nicht nur musikalisch.

In schön ausgeleuchteten, von Dunkelheit umflorten Schwarzweißbildern erstreckt sich die fiktive Stadt "Bad City" wie eine urbane Wüste von "Persepolis". Sie verkörpert überzeugend den Iran, zumal auch alle persisch sprechen - dass Ana Lily Amirpours Spielfilmerstling, der ihren identisch betitelten Kurzfilm abendfüllend expandiert, komplett in Kalifornien entstand, fällt gar nicht erst auf. Zu authentisch taucht ihr Independent-Werk in die beklemmende Nacht, wo ein weiblicher Vampir mit Tschador (Sheila Vand aus "Argo") Frauenunterdrückern nachschleicht und sie aussaugt. Der junge Arash (der Hamburger Arash Marandi im James-Dean-Look) verliebt sich in sie, eine unschuldige Romanze folgt, deren Konstellation "So finster die Nacht" ähnelt.

Amirpour würzt dies mit einem phantastischen Soundtrack, eifert stilistisch den frühen Arbeiten von Indie-Ikone Jim Jarmusch nach und fügt in rauen Bildkompositionen dessen "Only Lovers Left Alive" neu zusammen, weniger ausgefeilt, dafür mit einigen soziopolitischen Untertönen. Obwohl die Verschleierte nur Männer wie einen harten Drogendealer reißt, der eine traurige Hure quält, obwohl deren Leichen sich im Straßengraben sammeln, ohne dass es jemand stört, obwohl Versuchung und Gefahr sich in unheimlichen Synthietönen ausdrücken und die Einsamkeit und Verlassenheit dieses öden Industriegebiets beklemmt: Amirpour drängt politische und religiöse Allegorien nicht auf, sondern lässt ihre Geschichte bei sich.

Damit können ganz magische Momente der Zweisamkeit aufblühen, die sie mit großartigen Pop- und Rocksongs unterlegt. Die Bandbreite des oft genug hypnotischen Soundtracks umfasst Electro und Techno für Noir-Stimmungen, ferner ein Orchester wie von Ennio Morricone persönlich, um einen epischen Western-Touch beizufügen. Der Wechsel zwischen rauschhafter Musik und nüchternem Minimalismus verleiht der verwegenen Romanze mit einem Engel der Nacht den Reiz purer Low-Budget-Kunst. tk.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 23.04.2015

USA 2014

Länge: 1 h 40 min

Genre: Drama

Originaltitel: A Girl Walks Home Alone at Night

Regie: Ana Lily Amirpour

Drehbuch: Ana Lily Amirpour

Produktion: Sina Sayyah, Justin Begnaud, Ana Lily Amirpour

Kostüme: Natalie O'Brien

Kamera: Lyle Vincent

Schnitt: Alex O'Flinn

Ausstattung: Sergio De La Vega

Website: http://www.capelight.de/a-girl-walks-home-alone-at-night