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Wilde Maus - Filmplakat

Wilde Maus
Tragikomödie (Österreich 2016)

  • FSK ab 12 freigegeben

Tiefschwarze Tragikomödie von und mit dem Kabarettisten Josef Hader als gefeuertem Musikkritiker in einer Seinskrise.

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Wilde Maus Wilde Maus Wilde Maus

Ab 9. März 2017 im Kino

Josef Hader beschert dem Wettbewerb der Berlinale eine wunderbare Tragikomödie.

Für sein Regiedebüt wählte der hierzulande im Kino mit den Brenner-Krimis populär gewordene österreichische Kabarettist die Geschichte eines Mannes, der seinen Job verliert und seiner unterdrückten Wut irgendwann freien Lauf lässt.

Das "Falling Down" der von Hader auch gespielten Hauptfigur ist dabei natürlich nicht wie der Amoklauf von Michael Douglas, handelt es sich schließlich um einen Musikkritiker aus Wien, das Geschehen schaukelt sich aber durchaus bis zum halbherzigen Mord- und Selbstmordversuch hoch.

Wobei die gewitzt konstruierte Story nicht das Wichtigste ist, sondern vielmehr die pointierten Dialoge, der trockene Humor, der Schmäh, das perfekte Timing und die perfekte Tonlage bei der Situationskomik. Dialoge wie Situationen sind Haders haargenauer Beobachtung der Umwelt und seiner Mitmenschen geschuldet.

Hader spielt Georg, der von seinem Piefkechef ("Tatort"-Kommissar Jörg Hartmann) gefeuert wird und dessen junge Kollegin (Nora von Waldstätten) seine Termine bei den anspruchsvollen klassischen Konzerten der Stadt übernimmt. Seiner Frau (Pia Hierzegger, Haders tatsächliche Lebensgefährtin) erzählt er nichts vom Jobverlust. Doch die setzt ihn ohnehin unter Druck, denn sie will noch Mutter werden, bevor es zu spät für sie ist. Und dann findet sie auch noch die Musikbesprechung gut, die von seiner Kollegin unter seinem Namen veröffentlicht wurde.

Einen Schicksalsgenossen und bald auch Freund findet Georg in Erich (Georg Friedrich in seiner bewährten Rolle als Kleinganove), den er in der Praterbimmelbahn kennengelernt hat und für dessen Rausschmiss er quasi verantwortlich ist. Erich schlägt ihm vor, die "Wilde Maus" zu übernehmen.

Passend zur Story und Stimmungslage des Protagonisten vereint der Soundtrack Beethoven und Bruckner mit der angesagten Band Bilderbuch. Außer der höchst gelungenen Komik und sehr witzigen Szenen, wie der missglückte Selbstmordversuch im Schnee oder die Versöhnung im Auto, kann das Regiedebüt auch mit schöner Optik aufwarten ohne Postkartenklischees zu bemühen.

Ein großer, intelligenter Spaß, der das österreichische Zeitgefühl spiegelt.

Credits

Österreich 2016 — 103 Min.
FSK ab 12 freigegeben